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ABNR-Info | Nov./Dez. 2016

Sehr geehrte Damen und Herren,

hiermit erhalten Sie die Nov./Dez. 2016 Ausgabe des ABNR-Infos, die aufgrund vorrangiger Aufgaben erst jetzt fertiggestellt werden konnte. Wir bitten um Verständnis.

Im Jahr 2017 wird sich im Rahmen des Relaunch der ABNR-Homepage auch das Konzept des ABNR-Infos verändern. Künftig wird der Newletter voraussichtlich vierteljährlich erscheinen. Die nächste Ausgabe dürfen Sie somit Ende März erwarten. 

Viel Spaß beim Lesen.

Ihr ABNR-Team

Aus dem ABNR
Neue Mitgliedsorganisationen im ABNR
Das ABNR hat 2016/2017 vier neue Mitgliedsorganisationen aufgenommen. Dazu gehören die Bundeszahnärztekammer, die Deutsche Gesellschaft für Arbeitsmedizin und Umweltmedizin e.V., die Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin e.V. und die Deutsche Gesellschaft für Sozialmedizin und Prävention e.V. Damit ist das ABNR auf insgesamt 15 Mitglieder angewachsen. Eine Übersicht der Mitgliedsorganisationen finden Sie hier

Aus der Politik & Rechtliches – national
Gesundheitsorganisationen mahnen Tabakaußenwerbeverbot an
Der Gesetzentwurf der Bundesregierung zur Änderung des Tabakerzeugnisgesetzes, der ein Tabakaußenwerbeverbot ab 2020 vorsieht, wurde bereits im April 2016 vom Bundeskabinett beschlossen und im Juni im Bundesrat beraten. Nach ursprünglicher Planung hätte er im Herbst 2016 in die parlamentarische Beratung des Bundestages eingebracht werden sollen. Dies ist allerdings bis heute nicht geschehen. Die im ABNR zusammengeschlossenen Gesundheitsorganisationen haben sich von April bis November letzten Jahres wiederholt mit einer Vielzahl von Anschreiben, Stellungnahmen, eigenen Publikationen und Pressemitteilungen an die politischen Entscheidungsträger gewandt und eine zügige parlamentarische Beratung des Gesetzentwurfs sowie die Umsetzung des längst überfälligen Tabakaußenwerbeverbots angemahnt. Diese Bemühungen blieben leider ohne Erfolg, so dass die Gefahr besteht, dass der Gesetzentwurf nicht mehr in der laufenden Legislaturperiode beraten wird. Das ABNR wird bei diesem enorm wichtigen Thema nicht locker lassen und die Politik weiterhin an ihre Verantwortung erinnern.
Hierzu auch ein Beitrag von Prof. Dr. med. Helmut Gohlke (stellv. Vorsitzender des ABNR) in der Zeitschrift Herz Heute.

Saarland: Neues Spielbankgesetz lässt Raucherräume zu
Das Saarland zeichnete sich bislang – gemeinsam mit den Bundesländern Bayern und Nordrhein-Westfalen – durch ein umfassendes Nichtraucherschutzgesetz aus. Am 30. November 2016 hat der Saarländische Landtag den Nichtraucherschutz in Saarländischen Spielbanken allerdings gelockert. Das mit Stimmen der CDU und SPD verabschiedete Gesetz zur Änderung des Saarländischen Spielbankgesetzes lässt nun das Rauchen in abgetrennten Räumen zu.
Der Gesetzentwurf war am 10.11.2016 Thema einer Experten-Anhörung im Innenausschuss. Das ABNR hat eine Stellungnahme zur Anhörung verfasst, an der Dr. Martina Pötschke-Langer (Vorsitzende des ABNR) teilgenommen hat. Hierzu ein Beitrag im ÄrzteBlatt. Die Stellungnahme des ABNR finden Sie hier.

Parteiensponsoring durch Philip Morris
Philip Morris hat zwischen 2010 und 2015 rund 544.000 Euro für Veranstaltungen von CDU, CSU, SPD und FDP sowie deren parteinahe Organisationen ausgegeben – das haben Recherchen von Lobbycontrol ergeben. Einnahmen aus dem Sponsoring müssen Parteien in Deutschland  in ihren Rechenschaftsberichten nicht ausweisen. Nähere Informationen finden Sie auf der Homepage von Lobbycontrol.

Aus der Politik & Rechtliches – international
Großbritannien: Tabakfirmen können standardisierte Zigaretten-Packungen nicht verhindern
Der Versuch der Tabakunternehmen British American Tobacco, Imperial, Japan International und Philip Morris, die Einführung von standardisierten Zigaretten-Packungen in Großbritannien zu verhindern, ist gescheitert. Nach dem High Court hat Ende November 2016 auch das Berufungsgericht in London die Beschwerde abgewiesen. Die Tabakunternehmen können schließlich noch vor dem Supreme Court Berufung einlegen. Hierzu ein Beitrag von The Guardian.

Schottland erweitert Nichtraucherschutz im Auto, wenn Kinder mitfahren
Das Rauchen im Auto in Anwesenheit von Kindern ist in Schottland seit dem 5. Dezember 2016 zum Schutz der Kinder vor den Gefahren des Passivrauches nicht mehr erlaubt. Bei Verstößen ist ein Bußgeld in Höhe von 100 Pfund (119 Euro) zu bezahlen. Wird der Fall vor Gericht behandelt, drohen Strafen von bis zu tausend Pfund. Das schottische Parlament hatte den erweiterten Nichtraucherschutz in Autos bereits im Dezember 2015 einstimmig beschlossen. Hierzu ein Beitrag des Ärzteblatts.

Tschechien: Abgeordnetenhaus stimmt für umfassenden Nichtraucherschutz in Gaststätten
Nach mehreren gescheiterten Versuchen, stimmte das tschechische Abgeordnetenhaus am 9. Dezember mit breiter Mehrheit für ein Nichtraucherschutzgesetz der Regierungskoalition, das einen umfassenden Schutz vor Passivrauchen in Kneipen und Gaststätten vorsieht. Raucherräume in Kinos, Theatern, Konzertsälen oder Sportstätten werden künftig ebenfalls verboten sein. Hierzu ein Beitrag von Radio Prag.

USA: Surgeon General veröffentlicht erstmals einen Bericht über jugendlichen E-Zigaretten-Konsum
Der Direktor des öffentlichen Gesundheitsdienstes der USA, Vivek Murthy, sieht in E-Zigaretten eine wachsende Gefahr für die Gesundheit der amerikanischen Jugend. Ein am 8. Dezember 2016 veröffentlichter Bericht unterstreicht, dass E-Zigaretten nicht harmlos sind, von einer wachsenden Zahl von Jugendlichen konsumiert werden und dass weitere Studien zu den gesundheitlichen Auswirkungen des E-Zigaretten-Konsums erforderlich sind. Hierzu ein Beitrag in JAMA Pediatrics. Originalreport: Link

Schweiz: Mächtige Tabak-Lobby
Wie die mächtige Tabak-Lobby in der Schweiz das Tabakproduktegesetz erfolgreich bekämpft, das u.a. ein Verbot der Tabakwerbung in Zeitungen, auf Plakaten, im Kino oder auf Onlineportalen vorsieht, beleuchten zwei Artikel in der Neuen Zürcher Zeitung und dem INFOsperber.  Der Ständerat beschloss Ende November 2016 den Gesetzentwurf an den Bundesrat zurückzuweisen mit der Auflage, ein schlankeres Gesetz ohne Werbeverbot auszuarbeiten. 

Publikationen – national
Auch tabakfreie Wasserpfeifen können die Gesundheit gefährden
Zu diesem Ergebnis kommt eine am 29. November 2016 veröffentlichte Stellungnahme des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR). Auch der Rauch von tabakfreien Wasserpfeifen enthalte eine Vielzahl an Substanzen, die potenziell gesundheitsgefährdend sind. Das BfR hat hierfür verschiedene wissenschaftliche Untersuchungen ausgewertet sowie eigene experimentelle Messungen vorgenommen. Die Stellungnahme kann hier heruntergeladen werden.

Grundsatzpapier der Deutschen Allianz Nichtübertragbarer Krankheiten (DANK)
Unter dem Titel "Prävention nichtübertragbarer Krankheiten - eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe" hat DANK Anfang Dezember 2016 ein Grundsatzpapier veröffentlicht. DANK kritisiert das Fehlen einer wirkungsvollen Präventionspolitik und appelliert an die Bundestagsabgeordneten, endlich wirksame Maßnahmen gegen Tabakkonsum, schädlichen Alkoholkonsum sowie Übergewicht zu ergreifen. Näheres in der Pressemitteilung von DANK. Das Grundsatzpapier kann hier heruntergeladen werden. 

Ungenutzte Ressourcen – Tabaksteuern und nachhaltige Entwicklung
"Würden weltweit die Steuern auf Tabakprodukte durchschnittlich um 80% pro Zigarettenschachtel erhöht, könnten staatliche Mehreinnahmen in Höhe von 141 Mrd. US-Dollar erzielt werden. Im Gesundheitsbereich eingesetzt könnten diese Einnahmen Millionen Menschenleben retten." So das Fazit zu der neuen von Unfairtobacco herausgegebenen Veröffentlichung von Laura Graen. Nähere Informationen zur Studie finden Sie hier.

Publikationen – international
Auch Gelegenheitsraucher haben ein erhöhtes Risiko, früher zu sterben
Laut einer am 5. September 2016 online in JAMA Internal Medicine veröffentlichten Studie haben auch Menschen, die im Mittel weniger als eine Zigarette pro Tag rauchen, ein höheres vorzeitiges Sterberisiko als lebenslange Nichtraucher. Die Ergebnisse der Studie würden die Warnungen unterstützen, dass es kein gesundheitlich sicheres Level beim Rauchen gibt, so die Hauptautorin Maki Inoue-Choi vom Nationalen Krebs-Institut der USA (NCI) in der Pressemitteilung zur Veröffentlichung der Studie. Originalreport: LINK

Rauchen aufhören lohnt sich in jedem Alter
Wer das Rauchen aufgibt, erhöht seine Lebenserwartung – auch im höheren Alter. Zu diesem Ergebnis kommt eine US-amerikanische Studie mit über 160.000 Teilnehmern im Alter über 70 Jahren. Dies zeigt, so die Wissenschaftler, dass allen Raucherinnen und Rauchern – egal welchen Alters – das Aufhören nahegelegt werden sollte. Die Daten sind im Fachmagazin ‚American Journal of Preventive Medicine ‘ veröffentlicht.

Rauchen hinterlässt Fingerabdruck im Erbgut
Aus einer im Fachmagazin "Science" veröffentlichten Untersuchung von Forschern des National Laboratory in Los Alamos und des Wellcome Trust Sanger Institute in Hixton geht hervor, dass in Krebstumoren von Rauchern bestimmte Mutations-Muster festzustellen sind. Die Bedeutsamkeit der Studie besteht nach Ansicht der Forscher darin, dass nun die von Zigaretten verursachten molekularen Veränderungen in der DNA endlich überprüft und quantifiziert werden könnten. Quelle: ZEIT ONLINE. Originalreport: Link

"Smokerface"-Studie
Ein Team aus 28 Wissenschaftler/innen hat am 7. November 2016 in BMJ Open das Baseline Paper der „Smokerface Randomized Trial“ veröffentlicht. Es ist nach Aussage der Autoren die erste app-basierte sowie gleichzeitig größte schulische Tabakpräventionsstudie weltweit mit 126 Schulen und 10.000 Schüler/innen. Die Studie zielt darauf ab, die Wirksamkeit einer app-basierten Tabakprävention zu bewerten. Nähere Informationen zur Studie finden Sie hier.

Dämpfe von E-Zigaretten schädigen Mundschleimhaut
Eine wissenschaftliche Studie der University of Rochester Medical Center legt nahe, dass E-Zigaretten schädlich für das Zahnfleisch sind und das Risiko für Zahnverlust erhöhen. Wie die Forscher berichten, wirken sich die Dämpfe, Aromen und Chemikalien, die bei dem Dampfprozess freigesetzt werden, negativ auf den Zahnhalteapparat aus. Originalreport: LINK

WHO-Hintergrundpapiere zu E-Zigaretten

Die WHO hat vier Hintergrundpapiere zu verschiedenen Aspekten von E-Zigaretten auf ihre Homepage gestellt. Die Dokumente liefern Hinweise auf die Aspekte: Belastung durch Aerosole von E-Zigaretten, die Verbreitung von E-Zigaretten und die Assoziation mit der Initiierung des Rauchens bei Jugendlichen, die gesundheitlichen Auswirkungen und die Auswirkungen auf die Rauchentwöhnung. 

Exposure to aerosol from smoking-proxy electronic inhaling systems: a systematic review

Prevalence of smoking-proxy electronic inhaling system (SEIS) use and its association with tobacco initiation in youths: a systematic review


Electronic nicotine delivery systems and/or electronic non nicotine delivery systems for tobacco smoking cessation or reduction: a systematic review and meta-analysis

A systematic review of health effects of electronic cigarettes


IMF-Leitfaden zur Gestaltung und Durchsetzung von Tabaksteuern
Ein im Dezember 2016 vom International Monetary FUND veröffentlichter Leitfaden bietet Handlungsempfehlungen für die Gestaltung und Durchsetzung von Tabakverbrauchssteuern. Diskutierte Themen sind: Methoden, um die angemessene Höhe und Mischung von Tabakverbrauchsteuern zu bestimmen, das Monitoring der Auswirkungen von Steuern einschließlich Auswirkungen auf den Konsum, die Zweckbestimmung der Steuereinnahmen und Instrumente zur Bekämpfung des illegalen Handels. Der Report kann hier heruntergeladen werden: LINK

Weitere News – national
14. Deutsche Konferenz für Tabakkontrolle
Am 30. November und 1. Dezember fand fand in Heidelberg die 14. Deutsche Konferenz für Tabakkontrolle statt, die das WHO-Kollaborationszentrum für Tabakkontrolle des Deutschen Krebsforschungszentrums in Zusammenarbeit mit dem Aktionsbündnis Nichtrauchen veranstaltete. Näheres in der Pressemitteilung des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ). Die Vorträge der Konferenz können auf der Homepage des DKFZ heruntergeladen werden.

Unfairtobacco: Ausstellung Big Tobacco
Seit über 5 Jahren wird mit der Ausstellung Big Tobacco: Profits & Lies der Weg des Tabaks vom Feld bis zur Kippe dokumentiert. Die Ausstellung dient dazu, Schüler/innen über die globalen Zusammenhänge eines alltäglich sichtbaren Konsumguts zu informieren. Die Ausstellung soll nun überarbeitet und neu gestaltet werden – hierfür rufen die Organisatorinnen zu Spenden auf.
Nähere Informationen zur Ausstellung und einen Spenden-Button finden Sie hier.

Weitere News – international
7th Conference of the Parties
Vom 7. - 12. November 2016 fand in Delhi die siebte Tagung der Conference of the Parties (COP 7) zur Überprüfung der Implementation der WHO Framework Convention on Tobacco Control (FCTC) und der Ratifizierung des Protocol to Eliminate Illicid Trade in Tobacco Products statt. Hierzu die Dezember-Ausgabe des Newsletters der Framework Convention Alliance.

Eurostat: Fast 25% der EU-Bürger ab 15 Jahren sind aktive Raucher
Eurostat, das statistische Amt der Europäischen Union, hat am 7. Dezember 2016 eine Pressemitteilung zu den Rauchgewohnheiten der europäischen Bevölkerung ab 15 Jahren und der Belastung durch Tabakrauch in Innenräumen herausgegeben. Deutschland liegt danach beim Anteil der aktiven Raucher/innen an siebter Stelle, bei der Passivrauch-Belastung an zehnter Stelle – jeweils knapp unter dem EU-Durchschnitt. Nähere Informationen in der Pressemitteilung von Eurostat.

World Conference on Lung Cancer (WLCL 2016) in Wien
85 Prozent aller Lungenkrebs-Patienten sind Raucher oder ehemalige Raucher. Lungenkrebs ist die häufigste Krebserkrankung und häufigste Ursache für Krebs-Todesfälle. Keine andere Krankheit ließe sich so wirkungsvoll durch eine konsequente Tabakkontrolle eindämmen, so Professor Robert Pirker von der Universitätsklinik für Innere Medizin I (MedUni Wien/AKH) bei einer Pressekonferenz zum Lungenkrebs-Weltkongress. Hierzu ein Beitrag der ÄrzteZeitung 

Philip Morris kündigt Ende der Zigarette an
Die Weltöffentlichkeit staunte nicht schlecht als am 30. November 2016 André Calantzopoulos, Vorstandsvorsitzender von Philip Morris, vom Ende der Zigarette sprach. Die Zeit sei reif, wenn alternative Produkte den Durchbruch auf dem Markt geschafft hätten. Die Ankündigung fällt zeitlich mit der Einführung der iQOS-Zigarette zusammen – eine E-Zigarette, die Tabak erhitzt, aber nicht verbrennt. Hierzu ein Beitrag von Spiegel online. Das neue Produkt bringt dem Hersteller beträchtliche Steuervorteile, da der Tabak dafür als Pfeifentabak versteuert wird. Hierzu ein Beitrag von Welt.de.

Impressum

Aktionsbündnis Nichtrauchen e.V. (ABNR)
Geschäftsstelle Bonn

Kontakt: Inga Jesinghaus, Geschäftsführerin • jesinghaus@abnr.de

c/o Stiftung Deutsche Krebshilfe
Buschstr. 32 • 53113 Bonn

Telefon +49 (0) 228 72990 610

www.abnr.de

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