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ABNR-Info |  2/2017

Sehr geehrte Damen und Herren,

hiermit erhalten Sie die zweite Ausgabe des ABNR-Infos in diesem Jahr. Am 31. Mai war Weltnichtrauchertag – das diesjährige Motto in Deutschland lautete "Rauchen kostet. Nichtrauchen kostet nichts!" Dieses verdeutlicht die Bandbreite der Kosten des Rauchens für den Einzelnen, die Gemeinschaft und die Umwelt. Im Rahmen der gemeinsamen Pressekonfernez von Deutscher Krebshilfe und ABNR  am 23.05.2017 in Berlin fand nach einjähriger Pause auch wieder die Verleihung des Rauchfrei-Siegels statt – in diesem Jahr an den Familienfilm „Auf Augenhöhe“.  

Eine Analyse der Global Burden Disease Study 1990-2015 hat ergeben, dass weltweit jeder zehnte Todesfall auf das Rauchen zurückzuführen ist, in Deutschland ist es sogar jeder siebte Todesfall. Auch dieses Ergebnis beleuchtet, dass es in Deutschland in der Tabakprävention noch viel zu tun gibt. Das ABNR wird nach der Bundestagswahl am 24. September die Verantwortlichen daran erinnern und in die Pflicht nehmen.

Wir wünschen Ihnen viel Spaß beim Lesen. 

Ihr ABNR-Team

Aus der Politik & Rechtliches – national
Ulm: CDU fordert rauchfreie Zonen in der Innenstadt
Die CDU-Fraktion im Ulmer Gemeinderat fordert ein Rauchverbot für bestimmte Gebiete in der Stadt. Hintergrund: weggeworfene Zigarettenkippen bleiben in den Fugen der Pflastersteine hängen und müssen mühsam per Hand entfernt werden. (Augsburger Allgemeine)

Bildliche Warnhinweise dürfen nicht mehr verdeckt werden
Der Praxis von Händlern, die sogenanten "Schockfotos" auf Zigarettenpackungen mittels „Vorsteckkarten“ zu verdecken, ist nun ein Riegel vorgeschoben worden. Die Tabakbranche hatte den Standpunkt vertreten, die Warnhinweise auf der Packung dürften zwar zum Zeitpunkt des „Inverkehrbringens“ nicht verdeckt werden, aber unter „Inverkehrbringen“ sei nur die Abgabe eines Tabakprodukts zum Verbrauch an die Kunden zu verstehen. Bei diesem Vorgang seien die Warnhinweise nicht verdeckt. Jetzt hat der Bundesrat für Klarheit gesorgt und in der ′Zweiten Verordnung zur Änderung der Tabakerzeugnisverordnung′ nach dem Wort "Inverkehrbringens" die Wörter "einschließlich des Anbietens zum Verkauf" eingefügt. (§ 11 Absatz 1 Satz 1 Nummer 4 erster Halbsatz) Von der Regelung sind auch die Zigarettenautomaten in Supermärkten und im Außenbereich betroffen. 

Rauchen auf der Terrasse nur zu bestimmten Zeiten
Das Dortmunder Landgericht hat am 8. Juni einer Klage von Nachbarn eines rauchenden Ehepaares aus Dortmund stattgegeben. Diese dürfen nur noch zu bestimmten Zeiten auf der eigenen Terrasse zur Zigarette greifen. Damit wurde eine erstinstanzliche Entscheidung des Dortmunder Amtsgerichts gekippt. Die Revision wurde nicht zugelassen. (Kölner Stadtanzeiger)

Aus der Politik & Rechtliches – international
Australien: Geldstrafe für E-Zigaretten-Unternehmen wegen irreführender Werbung
Das Bundesgericht in Australien (Federal Court of Australia) setzt in einer Entscheidung vom 02.05.2017 eine Geldstrafe von 50.000,00 $ für mehrere E-Zigaretten-Unternehmen und 10.000,00 $ für die jeweiligen verantwortlichen Führungskräfte wegen irreführender Werbung fest. Die Werbeaussagen waren nach Auffassung des Gerichts für den Konsumenten so zu verstehen, dass E-Zigaretten keine Karzinogene oder andere in traditionellen Zigaretten nachzuweisende toxische Substanzen enthalten würden. Die Unternehmen hatten die irreführende Werbung zugestanden und akzeptierten die Geldstrafe. (theguardian)

Norwegen: Standardisierte Verpackungen ab 1. Juli 2017
Ab dem 1. Juli 2017 sind in Norwegen standardisierte Verpackungen vorgeschrieben. Ab dem gleichen Datum gilt auch ein Konsumverbot für E-Zigaretten überall dort, wo bereits Rauchverbote bestehen. (Norwegen Cancer Society / Homepage der Norwegischen Regierung)

Österreich: Rauchverbot für Unter-18-Jährige
Als eines der letzten Länder Europas verbietet Österreich Jugendlichen unter 18 Jahren ab Mitte 2018 den Kauf von Zigaretten. Darauf einigten sich die Jugendreferenten der Bundesländer am 31.03.2017. Zusätzlich soll auf Vorschlag des Familienministeriums ein Maßnahmenpaket zur Prävention entwickelt werden. (Salzburger Nachrichten)

Publikationen – national
NRW: Breite Unterstützung für die rauchfreie Gastronomie
Am 1. Mai 2013 trat in Nordrhein-Westfalen ein striktes Rauchverbot für öffentliche Räume und die Gastronomie in Kraft. Im Mai 2017 stehen mehr als zwei Drittel der nordrhein-westfälischen Bevölkerung hinter dieser Regelung. Bei den jungen Menschen (18 bis 29 Jahre) sind es sogar über 80 Prozent und selbst fast die Hälfte der Raucher/innen unterstützen sie. Dies zeigt eine aktuelle Repräsentativbefragung der Gesellschaft für Konsumforschung, die von der Dieter Mennekes-Umweltstiftung in Auftrag gegeben und vom Deutschen Krebsforschungszentrum ausgewertet wurde.
(Pressemitteilung des DKFZ / Publikation „Nichtraucherschutz in Nordrhein-Westfalen: Akzeptanz in der Bevölkerung und Auswirkungen auf die Gastronomie“)

Jahrbuch Sucht 2017
Am 11. April hat die Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen das Jahrbuch Sucht 2017 vorgestellt. Die Ergebnisse zum Themenbereich Tabak: Im Jahr 2016 ist der Konsum von Tabakprodukten merklich zurückgegangen, insbesondere bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen. Allerdings stehen dem sinkenden Gesamtkonsum stagnierende Raucherquoten im mittleren und höheren Alter gegenüber. Voraussetzung für eine nachhaltige Verringerung des Tabakkonsums sei eine konsequente Fortführung und Intensivierung erfolgreicher Tabakpräventionsmaßnahmen. Darüber hinaus sollten E-Zigaretten und E-Shishas in die Präventionsstrategien einbezogen werden, da diese in Zukunft weiter an Bedeutung gewinnen würden. (Pressemitteilung der DHS). In einem Beitrag der Tagesschau nimmt Dr. Martina Pötschke-Langer (Vorsitzende des ABNR) zum Konsum von E-Zigaretten Stellung.

Rauchen in Filmen
Das Institut für Thearpie- und Gesundheitsforschung (IFT-Nord) hat die in den Jahren 2016 und 2017 für den Oscar und den Deutschen Filmpreis (Lola) nominierten Filme danach analysiert, ob in ihnen geraucht wurde. Während in 65 Prozent der für den Oscar nominierten Filmen geraucht wurde, waren dies bei den für die Lola nominierten 85 Prozent. Dabei treten Rauchszenen ganz unabhängig von der Altersfreigabe auf. Das ABNR fordert daher das Rauchen in Filmen sowohl in die Kriterien für die Altersfreigabe als auch für die Filmförderung einzuschließen. (Forschungspaper des IFT-Nord)

Mitteilungen des Ärztlichen Arbeitkreises Rauchen und Gesundheit e.V. 53-2017
Die Mitteilungen des Ärztlichen Arbeitskreises Rauchen und Gesundheit e.V. Nr. 53- 2017 sind soeben erschienen. Sie geben einen kurzen Überblick über die Fortschritte – und Rückschritte - der Tabakprävention im letzten Halbjahr. Im Vordergrund der Ausgabe steht die Auseinandersetzung mit der Tabakkontrollpolitik und der Tabakbranche.

Sterblichkeit durch Rauchen steigt bei ostdeutschen Frauen
Berechnungen des Max-Planck-Instituts für demografische Forschung (MPIDR) in Rostock zeigen, dass aufgrund des sich ändernden Tabakkonsums die allgemeinen Sterberaten der Frauen im Osten die im Westen in 20 Jahren (2036) um fast zehn Prozent übersteigen könnten. (Informationsdienst Wissenschaft)

Rauchverbote verbessern die Gesundheit von Nichtrauchern
Die seit 2007 geltenden Rauchverbote in Gaststätten und öffentlichen Gebäuden haben dazu geführt, dass sich der subjektive Gesundheitszustand von Nichtraucherinnen und Nichtrauchern in Deutschland verbessert hat. So das Ergebnis einer kürzlich in der Fachzeitschrift Health Economics veröffentlicht Studie auf Basis der Daten des Sozio-oekonomischen Panels (SOEP) im DIW Berlin. (idw - Informationsdienst Wissenschaft)

Publikationen – international
WHO-Bericht zum Weltnichtrauchertag
Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) warnt zum Weltnichtrauchertag am 31.05.2017 vor der steigenden Zahl der Todesopfer durch Rauchen, die sich im Laufe des 21. Jahrhunderts auf eine Milliarde summieren könne. Die WHO hebt zudem die gesellschaftlichen Folgekosten mit 1,25 Billionen Euro und 1,8 Prozent des weltweiten Bruttoinlandsprodukts hervor. Mit dem Bericht Tobacco and its environmental impact berücksichtigt die WHO erstmals auch die Folgen des Rauchens für die Umwelt. (World No Tobacco DayTobacco and its environmental impact)

Eurobarometer 2017: Mehr junge Raucherinnen und Raucher
Die aktuelle zum Weltnichtrauchertag veröffentlichte Eurobarometer-Umfrage zeigt, dass EU-weit immer noch mehr als ein Viertel der Europäerinnen und Europäer (26 Prozent) raucht. Erfreulich: In Deutschland ist die Zahl der Raucherinnen und Raucher seit 2014 um zwei Prozentpunkte auf 25 Prozent gesunken. Alarmierend: Die Zahl der Raucherinnen und Raucher im Alter von 15 bis 24 Jahren ist seit 2014 im EU-Durchschnitt von 25 auf 29 Prozent gestiegen. (Eurobarometer zum Download)

Jeder zehnte Todesfall geht auf das Rauchen zurück
Paradox: Während der Anteil der Raucher/innen an der Gesamtbevölkerung schrumpft, nehmen die absoluten Zahlen zu – fast eine Milliarde Menschen weltweit rauchen. Jeder 10. Todesfall sei auf das Rauchen zurückzuführen – so das Ergebnis einer Anfang April in der Fachzeitschrift The Lancet veröffentlichten Studie, für die die Daten der Global Burden of Disease Study ausgewertet wurden. Deutschland liegt unter den Top Ten der Staaten mit den meisten Raucher/innen, hierzulande steht sogar jeder siebte Todesfall im Zusammenhang mit dem Rauchen. (SPIEGEL ONLINE)

Immer mehr Nichtraucher erkranken an Lungenkrebs
Rund 90 Prozent der Patienten mit Lungenkrebs rauchen oder haben in der Vergangenheit geraucht. Der Anteil der Nichtraucher, die an Lungenkrebs erkranken, scheint sich allerdings zu erhöhen. Laut einer in PubMed Journals veröffentlichten Studie von US-Ärzten der Universität in Dallas fand über 20 Jahre hinweg eine Verdoppelung dieses Anteils statt (ÄrzteZeitung / PubMed Journals).

E-Zigaretten potenziell so schädlich wie Tabakzigaretten
Eine Studie von Chemikern der University of Connecticut bietet Hinweise darauf, dass E-Zigaretten, die mit nikotinhaltigen Liquids gefüllt sind, ein ähnliches Potenzial haben DNA-Schäden zu verursachen wie ungefilterte reguläre Zigaretten. Dabei stieg die DNA-Schädigung mit der Anzahl der Züge. Die Forscher gehen daher davon aus, dass diese durch die vielen chemischen Zusätze im Dampf von E-Zigaretten verursacht werden. (EurekAlert)

Weitere News – national
Pressekonferenz zum Welt-Nichtrauchertag 2017 und Verleihung des Rauchfrei-Siegels an den Familienfilm „Auf Augenhöhe"
„Rauchen kostet. Nichtrauchen kostet nichts!“ – unter diesem Motto stand der diesjährige Weltnichtrauchertag am 31. Mai in Deutschland. Das AKTIONSBÜNDNIS NICHTRAUCHEN (ABNR) und die Deutsche Krebshilfe informierten auf einer Pressekonferenz in Berlin über die Auswirkungen und Kosten des Rauchens für den Einzelnen, die Gemeinschaft und die Umwelt.
Dass es auch ohne Qualm geht, beweist der Film „Auf Augenhöhe“. Der mehrfach preisgekrönte Kinder- und Familienfilm verzichtet bewusst auf rauchende Charaktere und hat somit eine wichtige Vorbildfunktion insbesondere für junge Menschen. Daher verlieh das ABNR gemeinsam mit der Deutschen Krebshilfe im Rahmen einer Pressekonferenz am 23.05.2017 das Rauchfrei-Siegel an Joachim Dollhopf, Regisseur des Films „Auf Augenhöhe“. (Pressemitteilung / Homepage zum Weltnichtrauchertag)

Apotheken informieren über Gefahr des Passivrauchens für Kinder
Mehr als 900 Apotheken in Deutschland beteiligen sich an der Kampagne „Rauchfrei unterwegs“ der Drogenbeauftragten und informieren ihre Kunden über die Gefahren des Passivrauchens für Kinder, insbesondere im Auto. (Pharmazeutische Zeitung)

"Aufklärung gegen Tabak" erhält Bundespreis
Der Verein „Aufklärung gegen Tabak“ von Medizinstudierenden hat zum zweiten Mal im Bundeskanzleramt einen Bundespreis entgegengenommen. Der Preis ist mit 5.000 Euro dotiert und ist die höchste Auszeichnung für junge ehrenamtliche Initiativen in Deutschland. Näheres auf der Homepage des Vereins.

Philip Morris baut neues Werk in Dresden
Philip Morris will in Dresden für 320 Millionen US-Dollar (rund 286 Millionen Euro) ein neues Hightech-Werk aufbauen. Dort sollen die Tabaksticks für den elektronischen Tabakerhitzer IQOS hergestellt werden. Das Werk soll Anfang 2019 in Betrieb gehen. (WELT)

Weitere News – international
Tschechien: Striktes Rauchverbot in Kraft getreten
Tschechien galt als „letztes Raucherparadies“ Europas. Nach vielen gescheiterten Versuchen, ein strengeres Nichtraucher-Schutzgesetz einzuführen, ist das Rauchen nun seit dem 31. Mai generell in Gaststätten, in Warteräumen öffentlichen Verkehrsmitteln, auf Bahnsteigen, in Schulen, auf Kinderspielplätzen, in den Innenräumen von Sportanlagen oder in Zoologischen Gärten verboten. Ausgenommen hiervon sind E-Zigaretten. (prag aktuell)

Tabakkonzerne investieren Milliarden in Zigarettenersatzprodukte
Philip Morris nennt sie RRPs (Reduced Risk Products), British American Tobacco NGPs (Next Generation Products). Um den wegbrechenden Zigarettenmarkt zu kompensieren, investieren Tabakkonzerne Milliardenbeträge in die Entwicklung neuartiger Nikotinspender. (WirtschaftsWoche)
Auch Japan Tobacco hatte bereits vor einem Jahr ein Dampfgerät auf den Markt gebracht, kam aber mit der Produktion nicht nach und rief damit die Konkurrenz auf den Plan. (WirtschaftsWoche)

Zürich: Rauchfreier Wohnblock
Erstmals vermietet eine Zürcher Genossenschaft neue Wohnungen nur an Nichtraucher (Tages Anzeiger)


Impressum

Aktionsbündnis Nichtrauchen e.V. (ABNR)
Geschäftsstelle Bonn

Kontakt: Inga Jesinghaus, Geschäftsführerin • jesinghaus@abnr.de

c/o Stiftung Deutsche Krebshilfe
Buschstr. 32 • 53113 Bonn

Telefon +49 (0) 228 72990 610

www.abnr.de

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