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ABNR-Info | 4|2017

Sehr geehrte Damen und Herren,

hiermit erhalten Sie den letzten Newsletter des Jahres 2017.

Die Bonner Geschäftsstelle sowie das Berliner Büro sind vom 21.12.2017 bis 06.01.2018 geschlossen.

Wir wünschen allen Leserinnen und Lesern entspannte und beschauliche Feiertage und alles Gute für das kommende Jahr.

Ihr ABNR-Team

Aus der Politik & Rechtliches – national
Verbot der Tabakwerbung gilt auch im Internet
Der BGH hat in seinem Urteil vom 05.10.2017 (Az.: I ZR 117/16) entschieden, dass Tabakwerbung auch auf Internetseiten, die der Darstellung des Tabakunternehmens dienen, verboten ist. Der BGH gab insofern der klagenden Verbraucherzentrale Bundesverband Recht und bestätigte, wie auch die Vorinstanzen, das Tabakwerbeverbot. > mehr lesen

Nichtraucherschutz gilt auch hinter Gittern
Das OLG Hamm hat mit einem Beschluss im Juli festgelegt, dass auch in Gefängnissen der Nichtraucherschutz gilt. Dessen Einhaltung müsse von den Justizvollzugsanstalten unter allen Umständen gewährleistet werden. (Legal Tribune)

Aus der Politik & Rechtliches – international
Österreich: Petition der Österreichischen Krebshilfe gegen Aufweichung des Rauchverbots
Die FPÖ hat sich in den Koalitionsverhandlungen mit der ÖVP mit der Forderung durchgesetzt, das bereits beschlossene absolute Rauchverbot in der Gastronomie zurückzunehmen. Hiergegen formiert sich breiter Protest. Stand 19. Dezember 2017 unterstützten ca. 400.000 Menschen die Don't Smoke Petition der Österreichischen Krebshilfe. Die SPÖ und die Wiener Ärztekammer fordern eine Volksbefragung zum Rauchverbot. (Süddeutsche Zeitung / ORF.at)

USA: Tabakindustrie muss vor sich selbst warnen
Ende November sind die weltgrößten Tabakkonzerne mit Werbespots und Anzeigen auf die US-Fernsehschirme und Zeitungsseiten zurückgekehrt. Allerdings nicht um für ihre Produkte zu werben, sondern um vor ihnen zu warnen. Ein Gericht in Washington hat die "Richtigstellungen" angeordnet. Die Konzerne müssen zwölf Monate lang in der Hauptsendezeit darüber aufklären, wie gefährlich Zigaretten wirklich sind. (Süddeutsche Zeitung)

Vatikan stoppt Zigarettenverkauf ab 2018
Papst Franziskus hat kürzlich bekannt gegeben, dass ab dem kommenden Jahr auf dem vatikanischen Staatsgebiet keine Zigaretten mehr verkauft werden dürfen. Da es in dem nur für Staatsbürger und Angestellte zugänglichen Staat keine Tabak- und Alkoholsteuer gibt, waren Tabakprodukte dort bislang zu wesentlich günstigeren Preisen erhältlich als im umliegenden Italien. >mehr lesen

Norwegen siegt im Rechtsstreit gegen Swedish Match
Der Snus-Hersteller Swedish Match hatte im Sommer geklagt, dass Plain Packaging gegen die EWR-Handelsvereinbarung zwischen Norwegen und der EU verstoße. Am 06.11.2017 entschied das Landgericht in Oslo jedoch, dass das Plain Packaging auch auf Snus-Tabak-Verpackungen eine legitime Maßnahme ist. Somit hat der Staat Norwegen den Prozess in allen Punkten gewonnen. >mehr lesen

Publikationen – national
DAK-Präventionsradar 2017: Ein Fünftel der Schüler raucht Shisha
Eine aktuelle Schulstudie der DAK, die mit dem Institut für Therapie- und Gesundheitsforschung (IFT-Nord) in sechs Bundesländern durchgeführt wurde, belegt, dass 22 Prozent der Schüler/innen der Klassen fünf bis zehn schon einmal Shisha geraucht haben. In der Jahrgangsstufe zehn hat sogar knapp die Hälfte aller Schüler/innen (47 Prozent) Erfahrung mit Shishas. (DAK)

Publikationen – international
Positionspapier zu Tabakerhitzern
Die International Union Against Tuberculosis and Lung Disease hat im Dezember 2017 ein Positionspapier zu sogenannten „Heat-not-Burn Tobacco Products“ (Tabakerhitzer) veröffentlicht. Die Union fordert, dass Regierungen das Vorsorgeprinzip bei der Regulierung von Tabakerhitzern anwenden; ein Verbot der Verwendung in ​​geschlossenen Räumen, der Werbung, der Verkaufsförderung und des Sponsorings von Tabakerhitzern sowie ein Verbot der Behauptung, dass diese Produkte bei der Raucherentwöhnung helfen. Außerdem fordert die Union, dass die Tabakindustrie nicht in die Diskussionen über Tabakerhitzer einbezogen werden soll. (THE UNION’S POSITION ON HEAT-NOT-BURN (HNB) TOBACCO PRODUCTS)

Studie zur potentiellen Schädlichkeit von E-Zigaretten
Eine Studie im American Journal of Respiratory and Critical Care Medicine (2017; 195: A1025) zeigt, dass das Inhalat von E-Zigaretten in den Lungen zu einer Aktivierung der Immunabwehr führt, deren Auswirkungen auf die Gesundheit noch unklar sind. Nach Einschätzung der Autoren wird die These, dass der Wechsel von Zigaretten zu E-Zigaretten eine gesündere Alternative sei, durch die Ergebnisse der Untersuchung in Frage gestellt. (Ärzteblatt)

Studie: Wieviele Menschenleben könnten durch den Umstieg von Zigaretten auf E-Zigaretten gerettet werden?
In einem am 2. Oktober in Tobacco Control (BMJ Journals) online veröffentlichten Beitrag haben amerikanische Forscher des Georgetown University Medical Center Modellrechnungen angestellt, wie viele Menschenleben in den USA durch das Umsteigen von Zigaretten auf E-Zigaretten gerettet werden könnten. Sie kommen zu dem Ergebnis, dass mindestens 1,6 Millionen vorzeitige Todesfälle in den USA verhindert werden könnten, wenn ein Großteil der Raucher auf E-Zigaretten umsteigen würde. (Ärzteblatt)(Tobacco Control)

Weitere News – national
15. Deutsche Konferenz für Tabakkontrolle
Eine Handvoll konsequent umgesetzter Maßnahmen könnte Deutschland bei der Tabakprävention in die einer führenden Industrienation angemessene Position bringen. Welche Maßnahmen dazu geeignet sind, war ein zentrales Thema, das die fast 400 Teilnehmer/innen der diesjährigen 15. Deutschen Konferenz für Tabakkontrolle im DKFZ diskutierten. (Pressemitteilung des DKFZ / Ärzte Zeitung)

ERS-Kongress 2017: E-Zigaretten nicht harmlos
Im Gegenteil, die Aerosole der E-Zigaretten reizen Augen und Atemwege, versteifen Gefäße, beeinträchtigen die Lungenfunktion und machen nach wie vor süchtig. Darauf weist eine Reihe beim Kongress der European Resipratory Society im Oktober 2017 in Mailand präsentierten Forschungsergebnisse hin. (ÄrzteZeitung)

Kohlenmonoxidvergiftungen durch Wasserpfeifen nehmen zu
Nach Angaben der Universitätsklinik Düsseldorf sind Shishas immer häufiger die Ursache für Kohlenmonoxidvergiftungen. Das Kohlenmonoxid entsteht durch die Verbrennung der Wasserpfeifenkohle und wird in unzureichend belüfteten Räumen schnell zur Gefahr. (WELT)

FSK-Regeln für Filme mit Rauchszenen
Die Deutsche Krebshilfe und Suchtexperte Prof. Reiner Hanewinkel fordern einen strengeren Umgang mit Rauchszenen im deutschen Fernsehen. In über 70% der deutschen Filme und Serien werde das Rauchen als eine positive und normale Angewohnheit dargestellt, selbst bei geringer Altersfreigabe und frühen Sendezeiten. Davor sollten Kinder und Jugendliche durch höhere FSK-Einstufungen geschützt werden. (Mehr dazu in Ärzteblatt und Heilbronner Stimme)

7,2 % mehr Zigaretten im 3. Quartal 2017 versteuert
Im dritten Quartal 2017 wurden in Deutschland 7,2 % mehr Zigaretten versteuert als im dritten Quartal des Vorjahres. Auch bei allen anderen Tabakwaren waren Steigerungen zu verzeichnen: Die Menge des versteuerten Feinschnitts nahm um 14,8 % zu, der Absatz von Zigarren und Zigarillos um 7,9 %. Der Absatz von Pfeifentabak (traditioneller Pfeifentabak, Wasserpfeifentabak und neuartige Pfeifentabakprodukte) erhöhte sich deutlich um 30,8%. (Pressemitteilung Destatis)

IQOS-Kampagne
PlusMinus nimmt in der Sendung vom 8. November die deutschlandweite Kampagne für Philip Morris' neues "Heat-Not-Burn"-Produkt IQOS kritisch unter die Lupe. IQOS wird in der Kampagne als sauberes, edles Lifestyleprodukt angepriesen. Das Fazit: "Tödlich bleibt es trotzdem." (Das Erste)

Hausarzt will für Rauchentwöhnung auf Kasse bis vor das Bundessozialgericht gehen
Der Hausarzt und stellv. Vorsitzende der Deutschen Gesellschaft für Nikotin- und Tabakforschung, Ulf Ratje, kämpft dafür, dass Maßnahmen zur Rauchentwöhnung zukünftig von Krankenkassen getragen werden. Bisher ist die Erstattung solcher Medikamente gesetzlich ausgeschlossen. (ÄrzteZeitung)

Weitere News – international
Explodierende E-Zigaretten
Die Zahl der Verletzungen durch explodierende E-Zigaretten nimmt stark zu. Besonders häufig sind Verbrennungen im Mundraum, Oberschenkel- und Genitalbereich. Im Oktober erlitt ein 29-Jähriger in Aschaffenburg schwere Verbrennungen als der Akku seines Geräts in seiner Hosentasche explodierte. (Spiegel online)


Thailand will das Rauchen an Stränden verbieten
An einigen von Thailands beliebtesten Stränden soll in Zukunft das Rauchen verboten werden - die Umweltbelastung und die Gefahren für Kinder seien einfach zu hoch. Bei Nichtbeachtung des Verbots drohen hohe Geldstrafen oder sogar ein maximal einjähriger Gefängnisaufenthalt. (Spiegel online)

Impressum

Aktionsbündnis Nichtrauchen e.V. (ABNR)
Geschäftsstelle Bonn

Kontakt: Inga Jesinghaus, Geschäftsführerin • jesinghaus@abnr.de

c/o Stiftung Deutsche Krebshilfe
Buschstr. 32 • 53113 Bonn

Telefon +49 (0) 228 72990 610

www.abnr.de

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