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ABNR-Info | 01|2018

Sehr geehrte Damen und Herren,

hiermit erhalten Sie die erste Ausgabe des ABNR-Infos in diesem Jahr.

Wiederum nehmen E-Zigaretten einen breiten Raum ein. Während einige in ihr eine weniger schädliche Alternative zur Tabakzigarette und einen möglichen Gewinn für die öffentliche Gesundheit sehen, mehren sich auf der anderen Seite die Hinweise auf vielfältige Gefahren, die von einer Renormalisierung des Rauchens und einer Gefährdung bisheriger Erfolge in der Tabakprävention bis hin zu vielfältigen gesundheitlichen Risiken (deren Reichweite derzeit noch nicht absehbar ist) reichen. Angesichts immer neuer Erkenntnisse sowie neuer Produkte – die neueste Generation sind Tabakerhitzer – wird uns diese Diskussion auch weiterhin begleiten. 

Wir wünschen Ihnen viel Spaß beim Lesen.

Ihr ABNR-Team

Aus der Politik & Rechtliches – national
Steckkarten dürfen Warnhinweise auf Zigarettenschachteln im Ladenregal verdecken
Dies entschied die Zivilkammer 16 des Landgerichts Berlin in einem am 20. März verkündeten Urteil. Damit wurde eine Unterlassungsklage des Bundesverbandes Verbraucherzentralen und Verbraucherverbände abgewiesen. Aus der maßgeblichen Tabakerzeugnis-Verordnung ergebe sich nicht klar, ob sie auch für sog. Verkaufsmodalitäten gelte – so die Begründung. Der klagende Bundesverband kann innerhalb eines Monats Berufung beim Kammergericht einlegen. (Pressemitteilung)

Drogenbeauftragte kritisiert häufiges Rauchen in Filmen
Die Drogenbeauftragte Marlene Mortler fordert, dass in deutschen Film- und Fernsehproduktionen in Zukunft weniger geraucht wird. Derzeit enthalten drei von vier deutschen Filmen Szenen, in denen Tabak konsumiert wird. Ein sensiblerer Umgang mit der Darstellung von Tabakprodukten könne in hohem Maße zum Jugendschutz und zur Prävention beitragen. (Morgenpost)

Drogenbeauftragte weist Forderung nach Legalisierung von Cannabis zurück
Der Bund Deutscher Kriminalbeamter forderte Anfang Februar 2018 die Entkriminalisierung von Cannabis, da durch die derzeitige Gesetzeslage Konsumenten stigmatisiert würden und ihr Abstieg in die Kriminalität gefördert werde. Diese Forderung wurde von der Drogenbeauftragten scharf zurückgewiesen. Cannabiskonsum sei gefährlich und es müsse weiterhin Ziel bleiben, so viele Menschen wie möglich davon abzuhalten. (WELT)

Aus der Politik & Rechtliches – international
EU-Kommission I: Verfolgungs- und Rückverfolgungssystem für Tabakerzeugnisse
Um gegen den unerlaubten Handel vorzugehen, sieht die EU-Richtlinie für Tabakerzeugnisse (Richtlinie 2014/40/EU) die Einrichtung eines EU-weiten Verfolgungs- und Rückverfolgungssystems für die legale Lieferkette von Tabakerzeugnissen (Artikel 15) sowie ein System von Sicherheitsmerkmalen vor (Artikel 16) vor. Nach umfangreichen Konsultationen hat die Europäische Kommission am 15. Dezember 2017 Rechtsvorschriften für die Einrichtung von Rückverfolgungssystemen erlassen. Sowohl das Rückverfolgbarkeitssystem als auch die Sicherheitsmerkmale müssen von den Mitgliedstaaten für Zigaretten und Tabak zum Selbstdrehen bis zum 20. Mai 2019 und für alle anderen Tabakerzeugnisse bis zum 20. Mai 2024 eingeführt werden. (European Commission)

EU-Kommission II: Vorerst keine Vorgaben zur Besteuerung von E-Zigaretten-Liquids
Die EU-Kommission hat bekannt gegeben, dass es vorerst keine EU-weite Steuer auf E-Zigaretten und Heat-not-Burn Produkte geben wird. Frühestens 2019 sollen solche Steuerpläne erneut geprüft werden; zur Zeit gebe es zu wenige Daten zu den noch recht jungen Produkten. 
(ÄrzteZeitung)

Österreich I: Aufhebung des Rauchverbots in Gaststätten, Einführung eines Rauchverbots in PKW
Am 2. Februar 2018 hat die Wiener Ärztekammer ein Volksbegehren für ein Rauchverbot in der Gastronomie eingeleitet. Bis Ende März hatten über 550.000 Menschen die "Don't Smoke"-Petition unterstützt. (dontsmoke.at) Um das Volksbegehren einzuleiten, müssen bis zum 4. April 8.401 Unterstützungserklärungen abgegeben worden sein. Ab 100.000 Unterschriften muss das Volksbegehren im Nationalrat behandelt werden. Dessen ungeachtet hat am 22. März der Nationalrat mit Stimmen der ÖVP und der FPÖ die Aufhebung des ab 1. Mai vorgesehenen generellen Rauchverbots in der Gastronomie beschlossen. In der gleichen Sitzung wurde ein Verkaufsverbot von Tabakwaren an unter 18-Jährige sowie ein Rauchverbot in Fahrzeugen beschlossen, wenn sich darin Minderjährige befinden. (APA-Ots / Zeit online)

Österreich II: Aktion "Salzburg freiwillig rauchfrei"
Die Initiative "Salzburg Freiwillig Rauchfrei" des Gesundheitsreferenten Christian Stöckl (ÖVP) zielt darauf ab, dass möglichst viele Wirte freiwillig das Rauchen in ihren Gaststätten ab dem 1. Mai 2018 verbieten. Ein von der SPÖ am 17. Januar 2018 eingebrachter Antrag in den Salzburger Landtag, hat die Rücknahme der Aufhebung des Rauchverbots zum Ziel. Dieser wurde mit den Stimmen von SPÖ, ÖVP, Grünen und eines parteilosen Abgeordneten und damit mit breiter Mehrheit verabschiedet. (ORF.at)

Public Health England fordert E-Zigarette auf Rezept
Die britische Gesundheitsbehörde Public Health England (PHE) fordert, dass E-Zigaretten in Zukunft zur Raucherentwöhnung ärztlich verschrieben werden können, zu Lasten des National Health Service (NHS). Außerdem sollen E-Zigaretten in Zukunft auch in Krankenhäusern verkauft und in dafür eingerichteten Raucherräumen konsumiert werden dürfen.  (ÄrzteZeitung / BBC online)

Niederlande: Strafanzeigen gegen Tabak-Industrie abgewiesen
Eine Amsterdamer Anwältin hatte bereits 2016 im Namen von Lungenkrebs-Patienten und einer Organisation Strafanzeige erstattet. Die Industrie sei schuldig an Mord oder Totschlag, da sie Zigaretten bewusst so herstelle, dass Menschen süchtig würden. Die niederländische Justiz teilte am 22. Februar 2018 mit, dass sie kein Ermittlungsverfahren einleiten werde, da die Zigarettenhersteller im Rahmen des Gesetzes handeln würden. (Handelsblatt)

USA I: FDA erwägt Produkte mit "reduziertem Risiko" gegenüber Zigaretten zu fördern
Die Food and Drug Administration (FDA) der USA verfolgt einen zweigleisigen Plan: Der Nikotingehalt in Zigaretten soll drastisch reduziert werden, so dass sie nicht mehr süchtig machen. Für diejenigen, die nicht aufhören können oder wollen, sollen „risikoärmere“ Produkte zugelassen werden, die Nikotin ohne die tödlichen Auswirkungen herkömmlicher Zigaretten liefern. (Spiegel online/AP News)

USA II: Direktorin der CDC zurückgetreten
Brenda Fitzgerald, Direktorin des Centers for Disease Control and Prevention (CDC) ist nach einem halben Jahr im Amt Ende Januar 2018 zurückgetreten, da sie Aktien eines Tabakkonzerns gekauft hatte. Dies stellt angesichts der Haltung des CDC zum Rauchen als Hauptursache für vermeidbare Todesfälle einen eindeutigen Interessenkonflikt dar. (Spiegel.de)

Brasilien: Verbot aromatisierter Tabakprodukte bestätigt
Brasiliens höchstes Bundesgericht entschied am 1. Februar 2018, dass die brasilianische Gesundheitsbehörde (ANVISA) das Recht hat, die Tabakindustrie zu regulieren. Dieses Urteil bestätigt eine ANVISA-Verordnung aus dem Jahr 2012, die die Verwendung von Aromen und Zusatzstoffen in Tabakprodukten verbietet, die in Brasilien verkauft werden. Die Umsetzung dieser Verordnung wurde bislang blockiert, da Verbündete der Tabakindustrie die ANVISA verklagten. (Pessemitteilung Tobacco-Free Kids)

Publikationen – national
Jahrbuch Sucht 2018
Ende März hat die Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen das Jahrbuch Sucht 2018 vorgestellt. Die Ergebnisse zum Themenbereich Tabak und E-Zigaretten: Im Jahr 2017 ist der Verbrauch von Zigaretten und Pfeifentabak wieder gestiegen. Der Zigarettenkonsum hat um 1,1 %, der von Pfeifentabak um 28,7 % zugenommen. Rückläufig sind dagegen der Verbrauch von Feinschnitt (- 3,7 %) sowie Zigarren und Zigarillos (- 7,4 %).
Bei E-Zigaretten zeichnet sich einer Befragung von 2016 zufolge ein eher moderater Konsum ab. Zwar hatten in Deutschland 11,8% der Befragten ab 14 Jahren E-Zigaretten schon einmal probiert, aber lediglich 1,4% aller Personen nutzten E-Zigaretten zum Zeitpunkt der Befragung regelmäßig.
Die DHS erneuert ihre Forderung nach effektiven Präventionsmaßnahmen wie Preiserhöhungen, Angebotsreduzierung und Werbeeinschränkungen. (Pressemitteilung DHS)

KiGGS Welle 2 – Rauchverhalten von Kindern und Jugendlichen in Deutschland
Im Rahmen der Studie zur Gesundheit von Kindern und Jugendlichen in Deutschland (KiGGS) wird seit der Basiserhebung (2003 - 2006) kontinuierlich das Rauchverhalten im Jugendalter untersucht. Seit der ersten Erhebung ist der Anteil der 11- bis 17-Jährigen, die rauchen, von 21,4% auf 12,4% (2009–2012) und schließlich auf 7,2% (2014–2017) zurückgegangen. Jedoch steigt mit zunehmendem Alter der Anteil der Jugendlichen die rauchen. Die Autoren konstatieren trotz dieser erfreulichen Entwicklung Verbesserungspotential bei der Besteuerung von Tabakprodukten und Werbeverboten. (Journal of Health Monitoring)

Trends des Tabak- und Alkoholkonsums über 65 Jahre in Deutschland
Der im Thieme Verlag erschienene Forschungsbericht kommt zu dem Ergebnis, dass der Tabakkonsum in Deutschland von 1950 bis 1972 anstieg und bis zum Ende des Beobachtungszeitraumes 2014 überwiegend mit 1,2–6,9 Prozentpunkten pro Jahr sank. Der Alkoholkonsum stieg bis zum Jahr 1974 an und sank danach mit 1,0 Prozentpunkten jährlich bis zum Ende des Beobachtungszeitraumes. Die Autoren erklären die Befunde u. a. mit Gesetzesänderungen, die zu Änderungen sozialer Normen zum Konsum geführt haben. Nach Einführung einzelner gesetzlicher Regelungen war eine beschleunigtes Absinken des Tabakrauchens beobachtbar. Die Tabak- und Alkoholkonsummengen in Deutschland seien dennoch im internationalen Vergleich nach wie vor hoch. (Originalarbeit)

Rauchen in Oscar- und Lola-nominierten Filmen
Das Institut für Therapie- und Gesundheitsforschung (IFT-Nord) hat die in den Jahren 2016 und 2017 für den Oscar und den Deutschen Filmpreis (Lola) nominierten Filme danach analysiert, ob geraucht wurde. Während in 64 Prozent der für den Oscar nominierten Filmen geraucht wurde, waren dies bei den für die Lola nominierten 85 Prozent. Die Ergebnisse dieser Untersuchung sind Ende 2017 in der Zeitschrift SUCHT erschienen. Die Originalarbeit kann über die Geschäftsstelle des ABNR (jesinghaus@abnr.de) bezogen werden.

Deutscher Herzbericht 2017
Am 17. Januar stellte die Deutsche Gesellschaft für Kardiologie e.V. den „Herzbericht 2017“ vor. Herzkrankheiten bleiben in Deutschland die Todesursache Nummer eins. Ein großer Teil der Herz-Kreislauf-Erkrankungen ist durch den Lebensstil bedingt: Bewegungsmangel, Rauchen und Übergewicht sind die entscheidenden Risikofaktoren. (Pressemitteilung DGK)

Beitrag des Deutschen Ärzteblatts zu E-Zigaretten
Das Deutsche Ärzeblatt beleuchtet in einem Überblicksartikel die aktuelle Studienlage, Risikobewertungen und Strategien der Tabakunternehmen zu E-Zigaretten und Tabakerhitzern. (Ärzteblatt)

"Besser Ohne" - neues kostenloses E-Book zur Raucherprävention
Die Zielgruppe des interaktiven Mediums sind Jugendliche, daher ist es speziell an die Nutzung mit Smartphones und Tablets angepasst und arbeitet mit Audiodateien, Videos, Bildern und Animationen. Es ist mehrsprachig verfügbar, um besonders auch jugendliche Flüchtlinge anzusprechen. (www.besserohne.com)

Publikationen – international
Tobacco Atlas
Anlässlich der 17th World Conference on Tobacco or Health (WCTOH) vom 7.-9. März in Kapstadt wurde der in Kooperation von American Cancer Society and Vital Strategies erstellte Tobacco Atlas vorgestellt. Darin sind zum ersten Mal Details zu den Strategien der Tabakindustrie enthalten, z.B. zu Unterwanderung der Wissenschaft, Manipulation der Medien, Lobbyarbeit und Einschüchterungen. (Süddeutsche / Tobacco Atlas)

Report der „National Academies Press“ (NAP) zu E-Zigaretten
Wissenschaftler der National Academies of Sciences, Engineering and Medicine haben im Auftrag der U.S. Food & Drug Administration (FDA) über 800 Studien zur E-Zigarette ausgewertet. Der Fokus lag dabei auf zwei zentralen Fragen: Eignen sich E-Zigaretten zur Rauchentwöhnung und werden Jugendliche durch E-Zigaretten verleitet, herkömmliche Tabakprodukte zu konsumieren? 
Die Ergebnisse: E-Zigaretten sind wahrscheinlich weniger schädlich als herkömmliche Zigaretten, die langfristigen gesundheitlichen Auswirkungen sind jedoch noch unklar. Es gibt keine eindeutige Evidenz, dass E-Zigaretten beim Rauchstopp helfen. E-Zigaretten werden hauptsächlich von jungen Erwachsenen konsumiert. Es gibt deutliche Hinweise darauf, dass die Verwendung von E-Zigaretten das Risiko erhöht, auch Tabakzigaretten zu konsumieren.
Eine Aussage darüber, ob sich E-Zigaretten insgesamt positiv oder negativ auf die Gesundheit der Bevölkerung auswirken, lasse sich lt. dem Bericht derzeit nicht machen. Erforderlich sei eine weitere und bessere Forschung über die kurz- und langfristigen Auswirkungen von E-Zigaretten auf die Gesundheit. (Pressemitteilung / Highlights, Conclusions)

Stellungnahme der American Cancer Society zu elektronischen Zigaretten

Die American Cancer Society hat im Februar 2018 ein Positionspapier zu E-Zigaretten herausgegeben. Darin wird empfohlen, Raucher, die mit den von der FDA empfohlenen Entwöhnungsmethoden nicht aufhören können, zu ermutigen, auf E-Zigaretten umzusteigen. Dabei wird dringend von einem gleichzeitigen Konsum von E-Zigaretten und Tabakzigaretten abgeraten sowie letztendlich auch der Ausstieg aus dem E-Zigaretten-Konsum empfohlen.
Weiterhin fordert die Cancer Society die FDA dazu auf, die Forschung zu E-Zigaretten zu verstärken, um die Auswirkungen auf die tabakbedingte Morbidität und Mortalität und auf das Verhalten der Verbraucher zu überprüfen. (Homepage ACS)


E-Zigaretten-Konsum bei Jugendlichen erhöht die Wahrscheinlichkeit des Rauchbeginns
Zu diesem Schluss kommen Forscher der University of California San Farncisco in einer im Februar 2018 in in JAMA Pediatrics veröffentlichten Studie. Danach verleitet der Konsum von Nicht-Zigaretten-Tabak - einschließlich elektronischer Zigaretten, Kautabak, Wasserpfeifen und Schnupftabak - einen Teenager dazu, mit dem Rauchen zu beginnen. (San Francisco Chronicle / Originalreport)

Studie zu Schaden und Nutzen von E-Zigaretten
Eine im März 2018 in Plos One veröffentlichte Simulationsstudie kommt zu dem Ergebnis, dass E-Zigaretten der Gesamtbevölkerung in den USA mehr schaden als nutzen könnten. Anhand von Daten aus dem Jahr 2014 wurde mithilfe einer Monte-Carlo-Simulation hochgerechnet, dass es in den USA im Jahr 2015 2.070 erwachsene Raucher weniger gegeben haben müsste, weil sie zuvor auf E-Zigaretten umgestiegen waren. Gleichzeitig wurde errechnet, dass 2015 168.000 Raucher unter Jugendlichen und jungen Erwachsenen dazu gekommen sein müssten, die von E-Zigaretten auf normale Zigaretten umgestiegen sind. Die Gesamtbilanz sieht schlecht aus, da die erwachsenen „ehemaligen Raucher“ zwar statistisch rund 3.000 Lebensjahre gewinnen, die jugendlichen „neuen Raucher“ aber 1,5 Millionen Lebensjahre verlieren. (Ärzteblatt /Originalreport)

Auch E-Zigaretten können Krebs verursachen
E-Zigaretten-Konsumenten haben gegenüber Nichtrauchern ein deutlich erhöhtes Risiko auf Lungen- und Blasenkrebs sowie auf Herzerkrankungen. Eine US-amerikanische Studie fand dies durch Tests mit Mäusen und mit menschlichen Zellen heraus. Demnach sind E-Zigaretten entgegen ihrer Werbeversprechen bei weitem nicht unschädlich. (TELEPOLIS / Originalreport)

Giftige Metalle im Dampf von E-Zigaretten
Wissenschaftler der Bloomberg School of Medicine haben in einer neuen Studie gezeigt, dass durch das Erhitzen der Liquids in E-Zigaretten giftige Metalle wie Chrom, Nickel und Mangan in die eingeatmeten Aerosole gelangen. Dabei überschritten die gemessenen Konzentrationen die zulässigen Grenzwerte der amerikanischen Environmental Protection Agency. (Deutsche Welle / Originalreport)

Schon eine Zigarette am Tag schadet
In Bezug auf Herz-Kreislauf-Erkrankungen bedeuten weniger Zigaretten nicht unbedingt weniger Krankheitsrisiko. Eine britische Studie vergleicht die Gesundheitsrisiken von Nichtrauchern, Wenig-Rauchern (1-5 Zigaretten pro Tag) und starken Rauchern (20 pro Tag). Sie ergab, dass das Schlaganfallrisiko bereits nach einer Zigarette am Tag um 40-70% erhöht ist. Die erste Zigarette am Tag macht demnach ein Drittel bis die Hälfte des Gesundheitsrisikos aus, unabhängig von der noch folgenden Anzahl an Zigaretten. (Spiegel online /Originalreport)

Studie: Rauchen macht nach der ersten Zigarette süchtig
Eine Anfang November 2017 in der Fachzeitschrift Nicotine & Tobacco Research veröffentlichten Studie von Wissenschaftlern der Queen Mary University of London zufolge werden über zwei Drittel der Menschen, die einmal eine Zigarette ausprobierten, zumindest vorübergehend zu täglichen Rauchern. Die Autoren warnen vor Experimenten an der Jugend. (Spektrum.de / Nicotine & Tobacco Research)

Tabakrauch bleibt monatelang in Räumen zurück
Eine US-amerikanische Studie hat herausgefunden, dass in Räumen, in denen stark geraucht wurde, auch nach monatelangen Rauchverboten noch Tabakrückstände in Wänden, Fußböden, Decken und Mobiliar feststellbar sind. Wer sich in solchen Räumen aufhält, nimmt demnach noch lange Zeit Stoffe wie Nikotin, Rauchpartikel und Nitrosamine durch das sogenannte Third-Hand-Smoking (THS) auf. (Pharmazeutischen Zeitung/Originalreport)

Weitere News – national
Lungenärzte warnen vor E-Zigaretten
Die Deutsche Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin (DGP) hat anlässlich ihres Jahreskongresses Anfang Februar auf die Gefahren von E-Zigaretten, Shishas und Heat Sticks aufmerksam gemacht. Sie würden junge Menschen nikotinabhängig machen und den Weg in den Tabakkonsum ebnen. Damit reagiert die DGP auf die Marketingkampagnen der Tabakindustrie, die E-Zigaretten als „gesündere Alternative“ zur Tabakzigarette bewirbt. (idw - Informationsdienst Wissenschaft)

Ärzte warnen vor Shisha-Bars
Die Uniklinik Düsseldorf warnte vor der Gefahr von Kohlenmonoxid in Shisha-Bars. Die Anzahl der Patienten, die mit lebensgefährlichen Vergiftungen behandelt werden müssen, sei in den letzten Jahren drastisch angestiegen. Da die Gefahr in den geschlossenen Raucher-Räumen enorm hoch ist und erste Symptome oft durch den verzerrenden Effekt des Tabaks nicht wahrgenommen werden, fordert die Ärztekammer Nordrhein für alle Shisha-Bars verpflichtend Kohlenmonoxidmelder einzuführen. (Tagesspiegel)

Zigarettenabsatz 2017 leicht gestiegen
Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) mitteilte, wurden im Jahr 2017 in Deutschland 1,1 % mehr Zigaretten versteuert als im Jahr 2016. Die Menge des versteuerten Pfeifentabaks (auch Wasserpfeifentabak und neuartige Pfeifentabakprodukte) stieg deutlich an (+ 28,7 %). Gesunken sind dagegen der Absatz von Zigarren und Zigarillos (um 7,4 %) sowie von Feinschnitt (um 3,7 %).(Destatis)

Superverband der Tabakwirtschaft geplant
Michael Kaib, Vorstandssprecher des Zigarettenherstellers Reemtsma, will mit einem neuen Superverband der Tabakwirtschaft die Lobbyarbeit bündeln. Am 20. März 2018 fand ein „Kick-off-Meeting Dachverbandsgründung“ in Berlin statt. Durch Bündelung der Aktivitäten der „Tabak-Familie“ soll den Bestrebungen der Tabakgegner entgegengewirkt werden. (Handelsblatt)

Weitere News – international
Philip Morris will in Großbritannien keine Zigaretten mehr verkaufen
Dies kündigte der Tabakkonzern Anfang Januar 2018 in Anzeigen in mehreren britischen Tageszeitungen an. Das Unternehmen rät dazu, am besten mit dem Rauchen aufzuhören. Denjenigen, die nicht aufhören wollen, wird der Umstieg auf das Produkt Iqos empfohlen. Eine Strategie, die im E-Zigaretten freundlichen Großbritannien aufgehen könnte. (Handelsblatt)


BAT konnte 2017 große Gewinne verzeichnen
Der Tabakkonzern BAT (British American Tobacco) hat im vergangenen Jahr seine Umsätze um fast 38 Prozent erhöhen können, unter anderem durch die Übernahme von Reynolds American und den schwachen Kurs des Britischen Pfund. BATs operativer Gewinn für 2017 liegt damit bei 6,5 Milliarden GBP. (Börse online)

Reemtsma bringt neue E-Zigarette auf den Markt
Das neue Produkt der Imperial-Tochtergesellschaft Reemtsma „Myblu“ soll ab April in Deutschland verkauft werden – zunächst in Berlin, Hamburg und München. Es wird sechs Geschmacksrichtungen mit je drei verschiedenen Nikotin-Gehalten geben. In den USA, Großbritannien und Frankreich ist „Myblu" bereits erhältlich. (DNV online)

Viele Rauchszenen in Streaming-Serien
Die amerikanische Gesundheitsorganisation Truth Initiative hat im März eine Studie veröffentlicht die zeigt, dass in den Produktionen von Streaming-Anbietern wie Netflix und Amazon Video extrem viel geraucht wird. Dabei steht schon lange fest, dass Jugendliche, die Rauchszenen in Film und Fernsehen ausgesetzt sind, mit doppelt so hoher Wahrscheinlichkeit anfangen, selbst Zigaretten zu konsumieren.   (Truth Initiative)

Rauchverbot an Stränden in Thailand
An 24 Stränden in Thailand ist das Rauchen ab sofort verboten. Für Raucher werde es in Zukunft ausgewiesene Rauchbereiche abseits der Strände geben. Ziel dabei ist vor allem, die Vermüllung der Strände einzudämmen. Nichtbeachtung der neuen Regelung kann zu Geldstrafen von bis zu 2.500 EUR führen. (nwz online)

Impressum

Aktionsbündnis Nichtrauchen e.V. (ABNR)
Geschäftsstelle Bonn

Kontakt: Inga Jesinghaus, Geschäftsführerin • jesinghaus@abnr.de

c/o Stiftung Deutsche Krebshilfe
Buschstr. 32 • 53113 Bonn

Telefon +49 (0) 228 72990 610

www.abnr.de

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