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ABNR-Info | 02|2018

Sehr geehrte Damen und Herren,

hiermit erhalten Sie die zweite Ausgabe des ABNR-Infos in diesem Jahr. Wiederum nehmen Meldungen zu elektronischen Zigaretten und Tabakerhitzern einen breiten Raum ein. Tabakkonzerne setzen zunehmend auf eine neue, vermeintlich risikoarme Produktgeneration – neben E-Zigaretten sind dies Tabakerhitzer. Sie werden nicht als Ausstiegshilfe beworben, sondern als Lifestyle Produkt, das Genuss ohne Reue versprechen soll. Vorreiter in Deutschland ist Philip Morris mit IQOS. Die so genannten "Heat-not-Burn" Produkte – Tabak-Sticks werden elektronisch verdampft nicht verbrannt – richten sich zwar offiziell an erwachsene Raucher, sollen aber selbstverständlich langfristig den schrumpfenden Zigarettenmarkt kompensieren und eine neue Generation von nikotinabhängigen Konsumenten und damit Kunden sichern. Die Themen im Bereich der Tabakprävention werden also nicht weniger, sondern vielfältiger. 

Wir wünschen Ihnen weiterhin viel Ausdauer und Erfolg in der Tabakprävention.  

Ihr ABNR-Team

Aus der Politik & Rechtliches – national
Protestnoten des ABNR und der Dachgesellschaft Sucht gegen Philip Morris Symposium auf dem Hauptstadtkongress 2018
Erstmals wurde auf einem deutschen Gesundheitskongress einem Tabakkonzern ein Satellitensymposium gestattet. Im Rahmen des Hauptstadtkongresses Medizin und Gesundheit 2018 fand ein Satellitensymposium von Philip Morris zum Thema "Tobacco Harm Reduction: Chance für die Prävention nichtübertragbarer Krankheiten?" Das ABNR sowie der Dachverband Sucht haben hiergegen in Anschreiben an die Veranstalter bzw. Politik sehr deutlich protestiert. Mehr erfahren

Weltnichtrauchertag 2018
Der diesjährige Weltnichtrauchertag richtet den Blick auf den Einfluss des Rauchens auf Herz-Kreislauferkrankungen. Das Motto „Pass auf, an wen Du Dein Herz verlierst!“ nimmt darüber hinaus Bezug auf die Gefahr, von nikotinhaltigen Produkten abhängig zu werden. Tabakkonsum ist eine der wichtigsten vermeidbaren Ursachen für Herz-Kreislauferkrankungen und ist in Deutschland jährlich für etwa 35.000 Herz-Kreislauf-Todesfälle verantwortlich. Das Aktionsbündnis Nichtrauchen fordert zum Weltnichtrauchertag 2018, dass Deutschland umfassende regulatorische Maßnahmen zur Tabakprävention ergreift. Hierzu gehören vor allem ein lückenloser Nichtraucherschutz, ein Verbot der Tabakwerbung und deutliche und spürbare Steuererhöhungen für Tabakprodukte einschließlich der E-Nikotin-Produkte. Mehr erfahren

Grüne legen Gesetzentwurf für Tabakwerbeverbot vor
Die Bundestagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen hat einen Gesetzentwurf zu einem Verbot für Tabakwerbung auf Plakaten und im Kino eingebracht. Dieser wurde zusammen mit einem Antrag der Fraktion DIE LINKE  zur Schaffung eines umfassenden Tabakwerbeverbots am 7. Juni in erster Lesung im Plenum des Bundestages behandelt. Die Debatte ist im Plenarprotokoll (S. 3531-3541) nachzulesen. Während Rainer Spiering von der SPD weitgehende inhaltliche Zustimmung zum Gesetzentwurf signalisierte, machte er gleich zu Beginn seiner Rede deutlich, dass die SPD aufgrund der Koalitionsräson diesem dennoch nicht zustimmen wird. Gesetzentwurf und Antrag wurden federführend an den Ausschuss für Ernährung und Landwirtschaft überwiesen. Beratend sind außerdem die Ausschüsse Gesundheit, Recht und Verbraucherschutz, Finanzen, Wirtschaft und Energie sowie Familie, Senioren, Frauen und Jugend befasst. 

Bundesärztekammer fordert ein Verbot von Tabakaußenwerbung
Anlässlich des Weltnichtrauchertages hat auch die Bundesärztekammer in einer Pressemitteilung zum Schutz der Bevölkerung ein Verbot der Tabakaußenwerbung gefordert. Ein Tabakwerbeverbot sei eine gezielte Präventionsmaßnahme, mit der tabakbedingte Erkrankungen eingedämmt werden könnten. (Pressemitteilung)

Bundesweite Rufe nach einem Rauchverbot im Auto im Beisein von Kindern
Neben der Drogenbeauftragten, Marlene Mortler, haben sich auch die Bundestagsabgeordneten Lothar Binding (SPD) und Rudolf Henke (CDU) für ein Rauchverbot im Auto ausgesprochen, wenn Kinder mitfahren. (WELT) Auch in verschiedenen Bundesländern wird ein solches Verbot befürwortet: Der Landtag in Schleswig-Holstein hat dies fraktionsübergreifend gefordert. (Ärzteblatt) Im Landtag von Nordrhein-Westfalen hat die SPD im Mai einen Antrag mit dem Titel „NRW fordert zusätzliche Maßnahmen zur Tabakprävention und den Passivraucherschutz von minderjährigen Kindern in Autos“ eingebracht. (SPD) Auf Initiative Baden-Württembergs soll ein Umlaufbeschluss der 16 Gesundheitsminister der Länder initiiert werden. Sollten die Länder eine gemeinsame Position finden, könnten diese den Bund zu weiteren Schritten auffordern. (RTL)
Auch der Berufsverband für Kinder- und Jugendärzte sprach sich erneut für ein solches Verbot aus. (BVKJ)

Aus der Politik & Rechtliches – international
Österreich I: Rauchverbot im Auto tritt in Kraft
Am 1. Mai ist in Österreich das Rauchverbot im Auto in Anwesenheit von Minderjährigen in Kraft getreten. Wer dagegen verstößt, muss seit dem 1. Juni mit bis zu 1.000 Euro Strafe rechnen. Außerdem ist das Rauchen seitdem auch in allen Innenräumen von Arbeitsstätten verboten, sofern mindestens ein/e Mitarbeiter/in Nichtraucher/in ist. (ORF.at)

Österreich II: "Don't Smoke" Volksbegehren: Eintragungswoche im Oktober
Der Termin für das österreichische Volksbegehren „Don’t Smoke“ steht fest: In der Woche vom 1.-8. Oktober können alle wahlberechtigten Österreicher für ein Rauchverbot stimmen. 900.000 Stimmen werden benötigt, dabei werden die in der Eintragungsphase bereits gesammelten 591.146 Stimmen mitgerechnet. (Ärzteblatt / Don't smoke)

Österreich III: Wien zieht gegen gekipptes Rauchverbot vor Gericht
Die Stadt Wien will das kurz vor dem Inkrafttreten gekippte Rauchverbot in Gaststätten vor dem Verfassungsgerichtshof (VfGH) einklagen. Hauptargumente sind die arbeitsschutzrechtliche Ungleichbehandlung von Gastronomiemitarbeiter/innen gegenüber allen anderen Arbeitnehmer/innen, sowie der jugendschutzrechtliche Missstand, dass Kinder und Jugendliche weiterhin Zugang zu Raucherlokalen haben. Die Klage wurde formell am 12. Juni eingebracht. (ORF.at)

EU-Gesundheitskommissar kritisiert Österreichs Rücknahme des Rauchverbots
Der EU-Kommissar für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit hat Österreichs Abkehr vom Rauchverbot in Gaststätten kritisiert und an die österreichische Regierung appeliert, die Entscheidung zu überdenken. (Salzburger Nachrichten)

Schweiz I: Verbot von nikotinhaltigen Liquids gekippt
In der Schweiz dürfen nach einem Urteil des BVerfG vom 24. April 2018 nikotinhaltige E-Zigaretten Liquids importiert und verkauft werden. Dies war seit November 2015 verboten. Die Produktion solcher Liquids in der Schweiz ist bereits angelaufen. (Neue Zürcher Zeitung)

Schweiz II: Legale Cannabis-Produkte werden wie Zigaretten besteuert
In der Schweiz ist der Konsum von sogenanntem CBD-Hanf mit einem niedrigen THC-Gehalt legal. Das Geschäft boomt und die Besteuerung, die in gleicher Höhe wie bei anderen Tabakprodukten festgesetzt ist, bescherte dem Staat 2017 Steuereinnahmen in Höhe von 15 Millionen Franken. (SRF)

Frankreich I: Tabakindustrie soll Öko-Abgabe zahlen
Wegen der enormen Umweltbelastung, die aus weggeworfenen Zigarettenstummeln und -päckchen resultiert, will die französische Regierung eine Öko-Abgabe von der Tabakindustrie verlangen und somit die Reinigungskosten an die Produzenten weitergeben. Wie, ist noch nicht ganz klar, denn die Kosten sollen nicht beim Verbraucher landen. (Spiegel online)

Frankreich II: „Parks ohne Tabak“ in Straßburg
In Straßburg gilt ab dem 1. Juli ein Rauchverbot in öffentlichen Parks. Straßburg ist damit die erste Stadt in Frankreich, die ein solches Verbot verhängt. Verstöße werden erst ab 2019 geahndet. Das Verbot gilt zunächst in den sechs großen Parks der Stadt, später wird es auf alle öffentlichen Grünflächen ausgeweitet. (L'essentiel)

Tschechien: striktes Nichtraucherschutzgesetz bleibt in Kraft
Bei einer Abstimmung im tschechischen Abgeordnetenhaus Ende Mai wurde das strenge Rauchverbot in allen Restaurants und geschlossenen öffentlichen Räumen bestätigt und ein Entwurf zur Lockerung des Verbots mit deutlicher Mehrheit abgelehnt. Somit wird das bestehende Nichtraucherschutzgesetz beibehalten. (Radio Prag

Bulgarien: Wird das Rauchverbot in Gaststätten rückgängig gemacht?
Der Vizepremier von Bulgarien kündigte einen Gesetzentwurf an, der das seit 6 Jahren geltende Rauchverbot in Gaststätten wieder kippen soll. Dieses werde sowieso nicht eingehalten und sei schädlich für den Tourismus. (Der Standard

Neuseeland: Verbot neuer Tabakprodukte gekippt
In Neuseeland hat das Gesundheitsministerium entschieden, dass E-Zigaretten und Tabakerhitzer nach derzeitiger Gesetzeslage importiert und verkauft werden dürfen. Manche Regulierungen für Tabakprodukte (Verkaufsaltersgrenze, Werbeverbot) gelten auch für die elektronischen Produkte, das Rauchverbot in der Öffentlichkeit allerdings nicht. Über Anpassungen der Gesetze werde nachgedacht. (Minisitry of Helath)

Südkorea: Bildliche Warnhinweise auf HnB-Produkten eingeführt
In Südkorea sollen ab Dezember 2018 auch auf so genanten Heat-not-Burn (HnB) Tabakprodukten bildliche Warnhinweise verpflichtend sein. Dort sind Iqos (PMI) seit Mai 2017 auf dem Markt, Glo (BAT) seit August und Lil (KT&G) seit November. Die Verkaufszahlen für HnB-Sticks sind enorm gestiegen und lagen im März 2018 bei 24 Mio. Packungen. (Koreatimes)

Publikationen – national
Mitteilungen des Ärztlichen Arbeitskreises Rauchen und Gesundheit e.V.
Die aktuellen Mitteilungen des ÄARG befassen sich mit den Themen Rauchen in Filmen, Tabakprävention im Koalitionsvertrag, Verdecken von Warnhinweisen, Nichtraucherschutz in europäischen Nachbarländern und Aktivitäten der Tabakindustrie u.a. Mehr lesen

DAK-Studie: Bildliche Warnhinweise wirken vor allem auf Nichtraucher
Eine von der Krankenkasse DAK durchgeführte Befragung von rund 7000 Schülerinnen und Schülern ergab, dass bildliche Warnhinweise auf Zigarettenpackungen starke negative Emotionen hervorrufen und somit negative Einstellungen zum Rauchen verstärken. Bei Jugendlichen, die nie zuvor geraucht hatten, war dieser Effekt stärker festzustellen als bei Raucher/innen. (DAK / DAZ online)

Studie: E-Zigaretten können Jugendliche zum Rauchen von Tabakzigaretten anregen
Zu diesem Ergebnis kommt eine Anfang April 2018 im Deutschen Ärzteblatt erschienene Studie. Demnach griffen Jugendliche mit E-Zigarettenerfahrung eher zur Tabakzigarette als Jugendliche ohne vorherige Erfahrungen mit E-Zigaretten. An der vom Institut für Therapie- und Gesundheitsforschung (IFT-Nord) in Kiel durchgeführten Studie mit dem Titel „E-Zigaretten und der Einstieg in den Konsum konventioneller Zigaretten“ wirkten 2.186 Zehntklässler mit, die bislang keinerlei Tabakzigaretten geraucht hatten. Die Autor/innen weisen allerdings darauf hin, dass die 6-monatige Beobachtungszeit keine Aussage darüber erlaube, ob die Nutzung von E-Zigaretten mit der Entwicklung von Tabakabhängigkeit verbunden ist.

BfR-Studie: Tabakerhitzer weniger schädlich als Zigaretten, aber mit erheblichen gesundheitlichen Risiken verbunden
Anfang Mai ist eine Studie des Bundesamtes für Risikobewertung erschienen, die seine vorläufige Risikobewertung zu Tabakerhitzern vom Sommer 2017 stützt. Demzufolge erzeugen Tabkerhitzer tatsächlich deutlich weniger krebserregende Schadstoffe, der Nikotingehalt ist jedoch gleichbleibend hoch und andere suchterzeugende Stoffe, wie z. B. Zucker sind ggf. zusätzlich schädlich. Der Gebrauch bleibt daher nach Einschätzung des BfR mit erheblichen Gesundheitsrisiken verbunden. (Krebsinformationsdienst / Originalreport)

Tabakkonsum soziökonomisch sehr ungleich verteilt
Laut der repräsentativen DEBRA-Studie “Deutsche Befragung zum Rauchverhalten" der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf rauchen 42 Prozent aller über 14-jährigen Deutschen, die keinen Schulabschluss haben, während dies nur 20 Prozent bei Menschen mit Abitur sind. Daraus folgt ein dramatisches soziales Gefälle bei Erkrankungen und Lebenserwartung. Die Forscher resümieren, dass etwa ein Viertel bis die Hälfte der Gesundheitsunterschiede in der Bevölkerung auf das Tabakrauchen zurückzuführen sind. Der Tabakkonsum in Deutschland liege im europäischen Vergleich nach wie vor auf einem sehr hohen Niveau, eine konsequente Umsetzung der Maßnahmen aus der WHO-Rahmenkonvention zur Tabakkontrolle in Deutschland sollte daher nach Ansicht der Autoren gesundheitspolitische Priorität haben.  (Spiegel online / Originalreport)

40 Millionen schwere Parodontitisfälle durch Rauchen
Rauchen ist ein bekannter Risikofaktor für Parodontitis. Ein Forscherteam der Abteilung für Zahnerhaltung und Präventivzahnmedizin der Charité hat errechnet, dass weltweit rund 40 Millionen schwere Parodontitisfälle durch den Konsum von Zigaretten verursacht werden. Parodontitis und Rauchen stehen mit zahlreichen anderen Erkrankungen in Verbindung. Daher sei es sinnvoll, dass Ärzte und Zahnärzte Rauchen verstärkt als gemeinsamen Risikofaktor für verschiedene Erkrankungen bekämpfen, so die Schlussfolgerung der Forscher. (Zahnärztliche Mitteilungen / Originalreport)

Publikationen – international
Kapstadt-Deklaration für Menschenrechte und eine tabakfreie Welt
Die von Action on Smoking & Health und Unfairtobacco initiierte Deklaration wurde von der 17th World Conference on Tobacco or Health in Cape Town am 9. März 2018 angenommen (Nr. 3 der Konferenzdeklarationen). Nähere Informationen finden Sie hier.

WHO Europe Tobacco Control Playbook
Das vom europäischen Regionalbüro entwickelte Tobacco Control Playbook der WHO zeigt, wie Akteure der Tabakindustrie die Öffentlichkeit proaktiv falsch informieren, und soll Regierungen sowie der Öffentlichkeit evidenzbasierte Antworten auf diese betrügerischen Argumente bieten. (Tobacco Control Plabook)

Studie: COPD bereits in der Kindheit festgelegt
Eine australische Studie stellt fest, dass COPD-Erkrankungen zu 75% auf Expositionen im Kindesalter zurückzuführen sind, u.a. auf Passivrauchen. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass die Vermeidung von Passivrauchen und die frühzeitige Behandlung von allergischen Erkrankungen in der Kindheit die Entwicklung einer späteren COPD verhindern können. (Ärzteblatt)

Studie: Aromen in E-Zigaretten erhöhen Gesundheitsrisiken
Eine US-amerikanische Studie warnt davor, dass die verschiedenen Aromen, die E-Zigaretten-Liquids hinzugefügt werden, die Gesundheitsrisiken der Geräte zum Teil erheblich erhöhen könnten. Obwohl die Aromastoffe zum Verzehr zugelassen sind, sei noch nicht ausreichend erforscht, wie sie sich beim Erhitzen und Inhalieren verhielten. So zeigt die Studie, dass sie sogenannte ‚freie Radikale‘ – also reaktionsfreudige Molekülbestandteile – produzieren, welche Zellen angreifen und so zum Entstehen zahlreicher Erkrankungen beitragen können. (Süddeutsche)

Studie: Wirkt sich die Nutzung von E-Zigaretten und Nikotinersatztherapie auf den durchschnittlichen Zigarettenkonsum in England aus?
Viele Raucher verwenden E-Zigaretten oder eine zugelassene Nikotinersatztherapie (NRT) um den Zigarettenkonsum zu reduzieren. In einer Studie des University College London wurde untersucht, inwieweit Veränderungen bei der Nutzung von E-Zigaretten und NRT mit Veränderungen des Zigarettenkonsums auf Bevölkerungsebene einhergehen.
Ergebnis: Weder wurden eindeutige Beweise für einen Zusammenhang zwischen der Verwendung von E-Zigaretten oder NRT und der Reduzierung des Rauchens bzw. vorübergehender Abstinenz noch für eine Veränderungen des täglichen Zigarettenkonsums gefunden. Die Autoren schließen daraus, dass der Effekt der Nutzung von E-Zigaretten und NRT auf den Zigarettenkonsum von Raucher/innen in England zwischen 2006 und 2016 auf Bevölkerungsniveau wahrscheinlich sehr gering war. (Originalreport)

Studie: Belastung durch Third-Hand-Smoke stärker als bisher angenommen
Forscher aus den USA haben die Luft in einem Hörsaal untersucht, in dem nie geraucht wurde. Sie kamen zu dem Ergebnis, dass 30% der Feinstaubbelastung von kaltem Zigarettenrauch, so genanntem Third-Hand-Smoke, stammen. Die Rauchrückstände werden vermutlich durch Belüftungssysteme sowie den Atem und die Kleidung von Rauchern verbreitet und seien gesundheitlich durchaus bedenklich. (Deutschlandfunk)

Weitere News – national
Tabakfirmen erwarten für E-Zigaretten staatliche Unterstützung
Während die großen Tabakfirmen weiter mit ihren Krankheit und Tod bringenden Produkten Milliarden Gewinne erzielen, erwarten sie staatliche Unterstützung bei der Vermarktung ihrer neuen, vermeintlich deutlich weniger schädlichen elektronischen Produkte in Form von mehr Aufklärung über die Vorteile der neuen E-Zigaretten-Welt und weniger Regulierung. (WELT)

Neues E-Zigaretten-Produkt auf dem deutschen Markt
Reemtsma/Imperial vermarktet seine neue E-Zigarette „Myblu“ zunächst in Berlin, Hamburg und München, ab Herbst bundesweit. In den USA, Großbritannien, Frankreich und Italien ist „Myblu" bereits erhältlich. Reemtsma nimmt damit nach Philip Morris (Iqos) als zweiter großer Tabakkonzern in Deutschland ein elektronisches Produkt in sein Sortiment aufnimmt. (Welt)

Drogenbeauftragte warnt vor Cannabis
Rund um den sogenannten Welt-Cannabis-Tag im April und den Global Marijuana March Anfang Mai warnte die Drogenbeauftragte Marlene Mortler erneut mit Nachdruck davor, Cannabis zu verharmlosen. Die hohe Suchtgefahr sowie die Risiken für Psychosen und Angststörungen führten dazu, dass mehr Menschen behandelt werden müssten, als bei jeder anderen illegalen Droge. Die drogenpolitische Sprecherin der Grünen, Kirsten Kappert-Gonther, kritisierte, dass Mortler damit in einer Tradition mit der Alkoholprohibition der USA in den 1920er Jahren stehe. Der Schwarzmarkt gefährde die Gesundheit, da es keinen Gesundheits- und Jugendschutz gebe. (Ärzteblatt)

Weitere News – international
USA I: Juul – neuer E-Zigaretten Hype bei Jugendlichen
Die E-Zigarette "Juul" sieht aus wie ein längerer USB-Stick, kann am Laptop aufgeladen werden und ist der neueste Trend bei Jugendlichen in den USA. Da nur eine Juul-Kapsel so viel Nikotin enthält wie eine ganze Schachtel Zigaretten, ist der Protest laut. Medizinische Verbände sprachen eine besondere Warnung vor dem Produkt aus, sieben Gesundheitsorganisationen reichten Klage gegen die Gesundheitsbehörde FDA ein, um strengere Regularien zu fordern. Die FDA mahnte bereits über 40 Händler ab, die Juul an Minderjährige verkauften und elf US-Senatoren haben einen offenen Beschwerdebrief an den Hersteller formuliert. (Süddeutsche / Tobacco-Free Kids)


USA II: Kinder trinken E-Zigaretten-Liquid - Hersteller irreführender Verpackungen abgemahnt
Die Gesundheitsbehörde FDA wies 13 Hersteller von E-Zigaretten-Liquids an, ihre Verpackungsdesigns zu ändern, nachdem immer häufiger Kinder die Liquids versehentlich getrunken hatten. Die Produkte waren optisch und auch geruchlich kaum von an Kinder gerichteten Konsumgütern wie z. B. Apfelsaft und Süßigkeiten zu unterscheiden. (USA Today, NY Times)


Niederlande: LIDL stoppt Zigarettenverkauf
Der Lebensmittelmarkt LIDL hat bekannt gegeben, dass in seinen niederländischen Filialen der Vertrieb von Zigaretten schrittweise eingeschränkt und bis spätestens 2022 komplett eingestellt werden soll. Der Verkauf sei in den letzten Jahren stark zurückgegangen und nicht mehr rentabel - diesen Trend wolle man unterstützen, so teilt der Konzern mit. In Deutschland seien solche Maßnahmen aber bisher nicht geplant. (Spiegel online)


Schweiz: Philip Morris stellt Werbung für Zigaretten ein
Ende Mai 2018 stellte das Tabakunternehmen seine Zigaretten-Werbung auf Plakaten und Kinoleinwänden in der Schweiz ein. Es will künftig nur noch auf Werbung für das neue Produkt Iqos setzen. (20Min.ch)

Impressum

Aktionsbündnis Nichtrauchen e.V. (ABNR)
Geschäftsstelle Bonn

Kontakt: Inga Jesinghaus, Geschäftsführerin • jesinghaus@abnr.de

c/o Stiftung Deutsche Krebshilfe
Buschstr. 32 • 53113 Bonn

Telefon +49 (0) 228 72990 610

www.abnr.de

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