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ABNR-Info | 03|2018

Sehr geehrte Damen und Herren,

wir melden uns nach der Sommerpause mit der dritten Ausgabe des ABNR-Infos in diesem Jahr.

Auf politischer Ebene könnte sich in der laufenden Legislaturperiode in Deutschland doch noch etwas im Bereich der Tabakprävention bewegen. Es mehren sich die Stimmen der Abgeordneten, die für ein umfassendes Tabakwerbeverbot eintreten – inzwischen auch innerhalb der Unionsfraktion. Zudem fordert eine fraktionsübergreifende Gruppe von Abgeordneten eine gesetzliche Regelung für ein Rauchverbot im Auto, wenn Minderjährige mitfahren und die Berliner Landesregierung will ihr Nichtraucherschutzgesetz verschärfen. Wir dürfen gespannt sein, ob diesen hoffnungsvollen Schimmern auch Taten in Form konkreter politischer Beschlüsse folgen werden. Dass in Bezug auf den Nichtraucherschutz nicht genug getan werden kann, zeigen verschiedene in dieser Newsletter-Ausgabe dargestellte Studien zu den Folgen von Passivrauchbelastung in frühester Kindheit und Jugend.

Und selbstverständlich beschäftigen uns auch in dieser Ausgabe wieder die neuen Nikotin- und Tabakprodukte (E-Zigaretten und Tabakerhitzer) und deren Bewertung unter gesundheitlichen und Tabakpräventions-Aspekten.

Wir wünschen Ihnen viel Spaß beim Lesen.
Ihr ABNR-Team

Aus der Politik & Rechtliches – national
CDU-Abgeordnete kritisieren Blockadehaltung gegen Tabakwerbeverbot
Rudolf Henke, Claudia Schmidtke und Erwin Rüddel äußerten mit deutlichen Worten Kritik am Nichteinhalten der Tabakrahmenkonvention und forderten, ein Tabakwerbeverbot müsse so bald wie möglich durchgesetzt werden. Deutschland sei seit mittlerweile 15 Jahren im Verzug. (WELT)

Drogenbeauftragte fordert erneut absolutes Werbeverbot und E-Zigarettensteuer
Auch Marlene Mortler hat erneut ein absolutes Werbeverbot für Tabakwaren eingefordert. Besonders mit Blick auf den Jugendschutz sei dies unbedingt notwendig. Außerdem empfiehlt sie die Besteuerung von E-Zigaretten zeitnah zu prüfen und eine neue Steuerkategorie für diese Produkte zu schaffen. Man könne damit nicht warten, bis die EU-Kommission einen neuen Vorschlag vorlege. (Welt)

Bundestagsabgeordnete fordern Rauchverbot im Auto, wenn Kinder mitfahren
In einer fraktionsübergreifenden Erklärung fordern Abgeordnete von SPD, CDU/CSU und Grünen eine gesetzliche Regelung für ein Rauchverbot in Autos, in denen Kinder mitfahren. Wer im Auto rauche, gefährde auch die Gesundheit der Mitfahrenden, insbesondere der Kinder. Ein solches Verbot werde auch von einer Mehrheit der Bevölkerung unterstützt. Das Thema soll zunächst in den zuständigen Arbeitsgruppen der Fraktionen vorbereitet und dann im Gesundheitsausschuss diskutiert werden. Die Erklärung im Wortlaut finden Sie hier.
Diese Forderung wurde jüngst auch von Ärzten und Juristen im Rahmen einer Anhörung im nordrhein-westfälischen Landtag unterstützt. Anlass der Anhörung war ein Antrag der SPD, die ein solches Verbot über den Bundesrat erreichen will. (WN)

Berlin: Verschärfung des Rauchverbots geplant
Die rot-rot-grüne Landesregierung will im Herbst dem Parlament einen Gesetzentwurf zur Verschärfung des Berliner Landesnichtraucherschutzgesetzes vorlegen. Neben einem Rauchverbot auf Spielplätzen und vor Kliniken sollen künftig auch E-Zigaretten, Tabakerhitzer und E-Wasserpfeifen überall dort verboten sein, wo dies für herkömmliche Zigaretten gilt. (Ärztezeitung)

Münchner Landgericht: Supermärkte dürfen bildliche Warnhinweise verdecken
Am 20. März 2018 hatte bereits das Landgericht Berlin eine Unterlassungsklage des Bundesverbandes der Verbraucherzentralen abgewiesen und entschieden, dass Warnhinweise auf Zigarettenschachteln mit Steckkarten verdeckt werden dürfen (s. ABNR-Info 1/2018). Am 5. Juli 2018 hat nun auch das Münchner Landgericht befunden, dass Warnhinweise im Verkaufsautomaten an der Ladenkasse verdeckt werden dürfen und damit die Klage des Vereins Pro Rauchfrei abgewiesen. (Süddeutsche)

Aus der Politik & Rechtliches – international
Protokoll zur Beseitigung des unerlaubten Handels mit Tabakerzeugnissen tritt in Kraft
Seit dem 27. Juni 2018 sind die Bedingung für das Inkrafttreten des Protokolls erfüllt. Mit der Ratifizierung durch Großbritannien und Nordirland ist die notwendige Anzahl der Vertragsparteien erreicht – das Protokoll tritt somit 90 Tage später in Kraft. Das erste Treffen aller Vertragsparteien wird vom 8.-10. Oktober in Genf stattfinden. (Pressemitteilung)

Schweiz I: Codex zur jugendschutzrechtlichen Regulierung von E-Zigaretten
In der Schweiz tritt ab dem 01.10. ein freiwilliger Codex in Kraft, der die Abgabe von E-Zigaretten und Liquids an Jugendliche und die Werbung für diese Produkte regeln soll. Er soll bis zum Inkrafttreten eines neuen Tabakproduktgesetzes gelten und die rechtlichen Lücken des derzeitigen Gesetzes schließen. Bisher haben 38 Firmen den Codex unterzeichnet, u.a. drei große Tabakkonzerne, Coop und Lidl. (Horizont)

Schweiz II: Lungenliga fordert Schockbilder auf Liquid- und HnB-Verpackungen
Die Schweizer Lungenliga fordert, dass das neue Tabakproduktegesetz die gleichen Verpackungs-Vorschriften auf E-Zigaretten-Liquids und die in Heat-not-Burn-Geräten verwendeten Heat Sticks anwendet, wie auf herkömmliche Zigaretten. Das bedeutet eine genaue Deklaration der Inhaltsstoffe sowie schriftliche und bildliche Warnhinweise. (20 Minuten)

Schweiz III: Cannabiskonsum aus medizinischen Gründen soll erleichtert werden
Die bisher erforderlichen Ausnahmebewilligungen vom Betäubungsmittelgesetz sollen einem Regierungsbeschluss zufolge für Patienten, die mit Cannabis Schmerzen lindern, abgeschafft werden. Zudem werde geprüft, ob und in welchen Fällen die Kosten von den Krankenkassen übernommen werden können. (Spiegel online)

Österreich I: "Don't Smoke" Volksbegehren startet am 1. Oktober
Die Eintragungswoche für das österreichische Volksbegehren „Don’t Smoke“ findet vom 1.-8. Oktober statt. Es werden 900.000 Unterschriften benötigt, um das Rauchverbot in der Gastronomie weiter voranzutreiben - davon können 591.146 Unterschriften bereits aus der Einleitungsphase des Verfahrens übernommen werden. (Die Presse)

Österreich II: Rauchverbot auf Schulgeländen
Seit dem 1. Juli herrscht in Österreich ein absolutes Rauchverbot auf jeglichen Schulgeländen. Bisher war das Rauchen nur in Schulgebäuden strikt verboten, auf Pausenhöfen und anderen Freiflächen aber erlaubt. (OÖ Nachrichten)

Frankreich: Pariser Parks sollen rauchfrei werden
Die Stadt Paris testet ein Rauchverbot in sechs kleineren öffentlichen Parks. Sie folgt dabei dem Beispiel Straßburgs, das bereits ab Juli ein solches Verbot verhängt hatte. Ziel ist es, den Zigarettenkonsum sowie den Müll zu reduzieren. (Spiegel online)

USA: FDA prüft Verbot von aromatisierten E-Zigaretten und stellt E-Zigaretten-Herstellern ein Ultimatum
Da es Anzeichen dafür gebe, dass der Konsum von E-Zigaretten unter Jugendlichen das Ausmaß einer Epidemie annehme, werde die sofortige Entfernung dieser Produkte vom Markt geprüft. Dies erklärte die US-Aufsichtsbehörde FDA (Food and Drug Administration) am 12. September 2018. Obwohl der Verkauf von E-Zigaretten an Minderjährige seit 2016 verboten ist, hat laut einer noch nicht veröffentlichten landesweiten Umfrage der Konsum unter Oberschülern um 75 Prozent zugenommen. (Ärzteblatt) Die FDA hat der Firma Juul und vier weiteren E-Zigaretten-Herstellern eine Frist von 60 Tagen eingeräumt um darzulegen, wie sie die Abgabe ihrer Produkte an Jugendliche verhindern. Sollte innerhalb dieser Zeit kein überzeugendes Konzept präsentiert werden, so werden einige Produkte vom Markt genommen. Insbesondere geht es der FDA um aromatisierte Liquids, die Jugendliche besonders ansprechen. (Pressemitteilung FDA)

Japan: Strengere Rauchverbote in Tokio
Im Vorfeld der Olympischen Sommerspiele 2020 wurde in der japanischen Hauptstadt ein neues Nichtraucherschutzgesetz erlassen, das im Vergleich zum Rest des Landes sehr streng ist. Es soll einige Monate vor Beginn der Olympiade in Kraft treten. Demnach wird Rauchen in Zukunft in den meisten Restaurants und Kneipen sowie auf Schulhöfen, Spielplätzen und auf anderen öffentlichen Plätzen verboten sein. (Reuter) Auch andere Austragungsorte der Olympischen Spiele, u. a. Shibuya und Chofu, diskutieren die Einführung strengerer Regularien. (Sumikai)

Indien: Komplettverbot von HnB-Produkten
Das Indische Gesundheitsministerium wies die einzelnen Regional-Regierungen an, den geplanten Markteinstieg von iQOS (Philip Morris) und anderen "Heat-not-Burn"-Produkten zu verhindern und ein umfassendes Verkaufs-, Produktions-, Import- und Werbeverbot für die Produktgruppe zu erlassen. (Reuters)

Israel: strengere Rauchverbote in Kraft getreten
In Israel sind am 1. September neue Nichtraucherschutzgesetze in Kraft getreten. Von nun an gilt ein absolutes Rauchverbot in allen Regierungs- und Gerichtsgebäuden, religiösen Versammlungsstätten, Krankenhäusern und Kliniken, Schwimmbädern, Spiel- und Sportplätzen, Zoos, Parkhäusern, auf Vorschulgeländen und bei öffentlichen Veranstaltungen mit mehr als 50 Teilnehmern. (BBC)

Publikationen – national
Vermeidbare Risikofaktoren verursachen 37 Prozent aller Krebsfälle
Wissenschaftler des Deutschen Krebsforschungszentrums haben erstmals für Deutschland ermittelt, wie viele Krebsfälle auf potenziell vermeidbare Risikofaktoren wie Rauchen, Übergewicht oder Bewegungsmangel zurückzuführen sind. Diese Berechnungen sollen Politik und Medizin Anhaltspunkte dafür geben, wie das Potenzial der Krebsprävention effizienter genutzt werden kann. Pressemitteilung

Rauchen in deutschen Filmen
Eine Untersuchung des IFT-Nord zur Häufigkeit des Rauchens in Filmen, die für den Deutschen Filmpreis, die Lola, in den Jahren 2016 bis 2018 nominiert worden sind, hat ergeben, dass in 53 der 61 nominierten Filme (87 %) geraucht wurde. In allen 16 Filmen, die ohne Altersbeschränkung von der FSK freigegeben worden sind (FSK-0), wurde geraucht. (Thieme Verlag) Bei Interesse kann der Artikel durch die Geschäftsstelle des ABNR zugesandt werden.

Tabakkonsum bei 11- bis 17-Jährigen – KiGGS-Welle 2
Auf Basis der Daten aus der zweiten Folgebefragung der Studie zur Gesundheit von Kindern und Jugendlichen in Deutschland (KiGGS Welle 2) wurden der Tabak- und Alkoholkonsum von Kindern und Jugendlichen (11 bis 17 Jahre) untersucht. Die Ergebnisse zeigen, dass 7,2 % der 11- bis 17-jährigen Kinder und Jugendlichen mindestens gelegentlich rauchen, 3,7 % davon rauchen täglich. Anhand der bisherigen KiGGS-Erhebungswellen zeigt sich beim Tabakkonsum ein sehr deutlicher Rückgang (KiGGS-Basiserhebung 21,4 %, KiGGS Welle 1 12,4 %). Journal of Health Monitoring, S. 23-43

Tabakwerbung wirkt – Interview mit Prof. Dr. Reiner Hanewinkel
Prof. Dr. Reiner Hanewinkel hat sich in einem Interview mit dem Bundestagsportal mitmischen.de für ein umfassendes Tabakwerbeverbot ausgesprochen. Es sei nachgewiesen, dass Zigarettenwerbung insbesondere Jugendliche zum Raucheinstieg verleite. Dabei beurteilte er andere (Tabak)produkte wie E-Zigaretten und Shishas ebenfalls als schädlich und schließt sie in seine Forderung ein.

Mitteilungen des Ärztlichen Arbeitskreises Rauchen und Gesundheit e.V.
In der aktuellen Ausgabe der Mitteilungen des Ärztlichen Arbeitskreises Rauchen und Gesundheit e.V. Nr. 56 stehen zwei Themen im Vordergrund: 1. Die Vermarktung einer neuen Art von E‑Zigaretten, als deren Prototyp 'Juul' gilt. Diese Produkte sind wegen ihrer großen Attraktivität für Jugendliche und ihres hohen Suchtpotentials höchst besorgniserregend. 2) Das Urteil eines niederländischen Gerichtes, das auf Grundlage des WHO‑Rahmenabkommens zur Tabakkontrolle Ausnahmen vom Rauchverbot in öffentlichen Innenräumen für gesetzwidrig erkannt hat.

Publikationen – international
WHO: Gesundheitsbericht Europa
Der neue Gesundheitsbericht der Weltgesundheitsorganisation für die Region Europa zeigt, dass ein großer Anteil der vorzeitigen Todesfälle durch einen gesunden Lebenswandel – gesunde Ernährung, ausreichend Bewegung, Verzicht auf Alkohol und Tabakprodukte – vermeidbar wären. (ZEIT / European Health Report 2018)

UK: Auswirkungen der Verwendung von E-Zigaretten und Nikotinersatzprodukten unter Rauchern auf den Zigarettenkonsum
Eine im Juni 2018 veröffentlichte Studie hat mit einer Zeitreihenanalyse die Auswirkungen der Verwendung von Nikotinersatzprodukten und E-Zigaretten auf den Zigarettenkonsum auf Bevölkerungsebene in England untersucht. Zusammenfassend stellen die Autoren fest, dass die erhöhte Prävalenz von E-Zigarettenkonsum bei Raucher/innen in England nicht mit einer nachweisbaren Veränderung des Zigarettenkonsums pro Tag in Verbindung gebracht wurde. (BMJ Open)

E-Zigaretten-Kondensat schädlich für die Lunge
Laut einer Studie der Universität Birmingham, die Mitte August in der medizinischen Fachzeitschrift Thorax veröffentlicht wurde, schädigt auch das Kondensat von E-Zigaretten die Lunge. Durch den Kontakt mit dem Kondensat, insbesondere wenn dieses Nikotin enthält, sterben wichtige Abwehrzellen in der Lunge ab und ein Entzündungsprozess kann ausgelöst werden. (Kurier / Originalreport)

Chronischer Konsum von E-Zigaretten für die Lunge nicht harmlos
Erstmals wurden bei chronischem Konsum von E-Zigaretten biologische Effekte auf die Lunge beschrieben, die vermutlich nicht harmlos sind und möglicherweise zur Entwicklung chronischer Lungenkrankheiten führen (Ghosh A, et al. Chronic e‑cigarette exposure alters the human bronchial epithelial proteome. Am J Respir Crit Care Med, 2018;198(1):67-76). (ATS Journals)

Täglicher Konsum von E-Zigaretten mit erhöhten Risiko eines Herzinfarkts assoziiert
Eine neuere Publikation (Alzahrani T, Pena I, Temesgen N, Glantz SA: Association between electronic cigarette use and myocardial infarction. Am J Prev Med. 2018 Aug 17; Epub ahead of print) kommt zu der Schlussfolgerung, dass täglicher Konsum von E-Zigaretten mit einem erhöhten Risiko eines Herzinfarkts assoziiert ist. (AJPM)

Toxische Effekte von IQOS ähnlich denen konventioneller Zigaretten
In einem Review der von Philip Morris International (PMI) bei der FDA vorgelegten Studiendaten stellen die Autoren fest, dass der Konsum von Tabakerhitzern mit signifikanten pulmonalen und immunmodulatorischen Toxizitäten assoziiert ist, die keine Unterschiede zwischen Rauchern konventioneller Zigaretten und denen, die zu IQOS wechselten, erkennen lassen. Die Autoren bemängeln zudem, dass PMI es versäumt hat, Daten zu dualem Konsum und zur Exposition mit Passivrauch durch IQOS vorzulegen, wodurch wahrscheinlich die Schädlichkeit dieser Produkte vergrößert wird (Tobacco Control)

Report zum Forschungsstand zu Tabakerhitzern
Ein Bericht des Kings College London liefert eine Zusammenfassung der Forschungslage zu "Heat-not-Burn"-Produkten. Die Forscher fanden 31 Untersuchungen, die wissenschaftlichen Ansprüchen entsprechen, davon waren 20 von der Tabakindustrie durchgeführt worden. Somit sei die Forschungslage, besonders im Bereich der Langzeitstudien, insgesamt als noch mangelhaft zu beurteilen.(Süddeutsche)

Frauen, deren Partner rauchen, haben ein höheres Risiko für eine Fehlgeburt
Eine Studie aus China, in der Daten von circa 5,8 Mio. Paaren ausgewertet wurden, zeigt, dass bei Frauen, deren Partner während der ersten Schwangerschaftsmonate rauchten, das Risiko für eine Fehlgeburt um 17 Prozent erhöht ist gegenüber Frauen, deren Partner frühzeitig mit dem Rauchen aufhörten. Über die genauen kausalen Zusammenhänge könnten jedoch nach derzeitigem Stand keine Aussagen getroffen werden. (Reuter / BMJ Journals)

Studie zeigt, dass Passivrauchen in der Kindheit das COPD-Risiko erheblich steigert
US-Amerikanische Forscher haben in einer umfangreichen Langzeitstudie herausgefunden, dass sich die Rauchexposition während der Kindheit in hohem Maße auf die Wahrscheinlichkeit auswirkt, später an COPD zu erkranken. Das Risiko ist um 42 % erhöht gegenüber Menschen, die während ihrer Kindheit keinerlei Rauch ausgesetzt waren – selbst wenn das dem Passivrauch ausgesetzte Kind selbst nie mit dem Rauchen anfängt. Auch eine Korrelation zwischen Rauchexposition und der Wahrscheinlichkeit von Herzkrankheiten (erhöht um 27 %) und Schlaganfällen (23 %) wurde festgestellt. (ÄrztezeitungNeue Zürcher Zeitung)

Studie zur Schädlichkeit von Passivrauchen bei Jugendlichen
Wissenschaftler der University of Cincinnati haben eine Studie zu den Effekten des Passivrauchens bei Jugendlichen durchgeführt. Die Ergebnisse zeigen: Je mehr Jugendliche Zigarettenrauch ausgesetzt waren, desto häufiger waren auch ihre eigenen krankheitsbedingten Aufenthalte in der Notaufnahme und/oder Intensivstationen. Die Forscher plädieren daher an alle 50 Bundesstaaten, das Rauchen an öffentlichen Plätzen zu verbieten. (Pediatrics)

Studie zu den Gesundheitsrisiken des Shisha-Rauchens
Eine Studie der University of California hat die Gesundheitsrisiken des Shisha-Rauchens untersucht. Dabei wurde festgestellt, dass die schädlichen Auswirkungen auf die Herzfrequenz, den Blutdruck, die Versteifung der Arterien, den Nikotingehalt im Blut und die Kohlenmonoxidwerte im Atem bereits nach einem halbstündigen Konsum ähnlich gravierend sind, wie beim Konsum von Zigaretten. (UCLA Health)

Studie sagt höhere Sterblichkeitsraten durch Lungenkrebs bei Frauen voraus
Eine Studie, die von der Universität Barcelona durchgeführt und von der American Association for Cancer Research veröffentlicht wurde, prognostiziert, dass sich die Sterblichkeitsrate infolge von Lungenkrebs bei Frauen voraussichtlich bis 2030 weltweit um 43 % erhöhen wird. Am stärksten werden voraussichtlich Europa und Ozeanien betroffen sein. (AACR)

Jugendliche fangen immer früher mit dem Rauchen an
Eine Studie internationaler Forscher hat Statistiken der letzten 50 Jahre aus mehreren europäischen Ländern ausgewertet und festgestellt, dass das Einstiegsalter bei jugendlichen Rauchern immer weiter sinkt. Zwar rauchten insgesamt immer weniger Jugendliche, aber diejenigen, die mit dem Rauchen anfangen, tun dies bereits im Alter von 11-15 Jahren. Vor allem die westeuropäischen Länder, so fordern die Autoren der Studie, müssten verstärkte Anstrengungen unternehmen, um diesem Trend entgegenzuwirken. Insbesondere Preiserhöhungen, neutrale Verpackungen ohne Markenlabel und Werbeverbote seien geeignete Mittel. (Wissenschaft aktuell / Originalreport)

Studie: Passivrauchen schädigt Säuglinge
Eine Wiener Studie mit 185 Säuglingen hat gezeigt, dass Kinder, die Passivrauch ausgesetzt sind, heftiger auf Atemwegserkrankungen reagieren. Wenn sie mit der bei Babies recht häufigen Ateminfektion Respiratory-Syncytial-Virus (RSV) ins Krankenhaus eingeliefert werden, sind sie in der Regel in einem schlechteren Zustand und verfügen über einen niedrigeren Sauerstoffgehalt im Blut als die Babies von Nichtrauchern. (ORF)

Weitere News – national
Europäischer Tabakkongress: Krankenkassen sollten Rauchentwöhnung bezahlen
Im Rahmen der diesjährigen Fachtagung Tabakentwöhnung der Society for Research on Nicotine & Tobacco (SRNT) am 8. und 9. September in München, wurde die Abschaffung des „Lifestyle-Paragrafen“ gefordert. Dieser verhindere bislang, dass die Kosten für Tabakentwöhnung von den Krankenkassen bezahlt würden. (Ärzteblatt)

7,0 % mehr Zigaretten im 2. Quartal 2018 als im Vorjahr versteuert
Laut Statistischem Bundesamt wurden in Deutschland im vergangenen Quartal 7,0 % mehr Zigaretten versteuert als im gleichen Zeitraum 2017. Auch die Absatzmengen anderer Tabakprodukte stiegen an: bei Tabakfeinschnitt um 6,5 % und bei Pfeifentabak, der auch Shishatabak und Liquids beinhaltet, um 7,5 %. (Destatis)

München: Rauchverbot in der Allianzarena eingeführt
Im Heimatstadion des FC Bayern gilt seit Anfang August ein umfassendes Rauchverbot. Nur in explizit ausgewiesenen Bereichen ist das Rauchen noch erlaubt. Das Verbot gilt für alle Rauchwaren, auch für E-Zigaretten und Tabakerhitzer. (Süddeutsche)

ZDF-Film: Zigarettenkippen sind Sondermüll
Ein Großteil der Zigarettenkippen, die über 4000 Giftstoffe wie Nikotin, Arsen und Schwermetalle enthalten, landen auf dem Boden. Welche Belastung für die Umwelt dadurch entsteht, zeigt ein Dokumentarfilm des ZDF. ZDF Mediathek 

Weitere News – international
Österreich I: PMI erhebt Kundendaten mittels Kameraaufnahmen
Philip Morris International verwendet in Wiener Tabak-Kiosken eine Gesichtserkennung per Kamera, vorerst testweise für vier Wochen. Damit soll die Zigarettenwerbung auf elektronischen Anzeigetafeln personalisiert werden, um die Werbung hinsichtlich Alter und Geschlecht der Zielpersonen zu optimieren. Die Kunden werden nicht auf die Aufnahmen hingewiesen und das Vorgehen steht bei Datenschützern stark in der Kritik. (Sputnik)


Österreich II: Ärztekammer und Krebshilfe fordern Erhöhung der Tabakpreise
Die österreichische Ärztekammer und Krebshilfe fordern eine Preiserhöhung für alle Tabakprodukte. Im europäischen Vergleich sei der Preis für Zigaretten und Co. in Österreich erschreckend niedrig, dabei seien Preiserhöhungen das effektivste Mittel zur Suchtprävention. (Tiroler Tageszeitung)


E-Zigarette 'Juul' könnte bald in der Schweiz erhältlich werden
Die aufgrund ihres enorm hohen Nikotingehalts und ihrer großen Beliebtheit bei Jugendlichen umstrittene E-Zigarette 'Juul' aus den USA könnte bald auch in Europa erhältlich sein. Der Konzern hat angekündigt, sein Produkt zukünftig auch in der Schweiz verkaufen zu wollen. In Großbritannien ist das Produkt bereits auf dem Markt, wenn auch in einer abgeschwächten Version mit geringerem Nikotingehalt als in den USA. (Berner Zeitung, Bilanz)


UK: E-Zigaretten auf Rezept?
Im Vereinigten Königreich fordert eine Gruppe Abgeordneter dass E-Zigaretten per Krankenkassen-Rezept verschreibbar werden sollen. Sie seien weit weniger gesundheitsschädlich als herkömmliche Zigaretten und stellten eine Chance zur Raucherentwöhnung dar. Es wird sogar darüber gesprochen E-Zigaretten in öffentlichen Transportmitteln und am Arbeitsplatz zu erlauben und das Werbeverbot zu lockern. (WAZ)


Australien: Tabaksteuer wird drastisch erhöht
Australien hat die Tabaksteuer ab September 2018 um 12,5 Prozent erhöht. Damit kostet eine Packung mit 20 Zigaretten knapp 27 australische Dollar - umgerechnet etwa 16,80 Euro. Im nächsten und im übernächsten Jahr werden weitere Erhöhungen um jeweils 12,5 Prozent erfolgen. (Spiegel)

Neues E-Zigaretten-Produkt mit Ultraschalltechnik auf dem Markt
Die Firma USONICIG aus China, bringt mit "RHYTHM" die weltweit erste E-Zigarette mit Ultraschalltechnik auf den Markt. Statt das Liquid der E-Zigarette zu erhitzen, wird es mit 2,4 Mio. Schlägen pro Sekunde in Schwingung gebracht. "RHYTHM" hat die Genehmigung für den Verkauf in Großbritannien, in Frankreich und Deutschland erhalten. (Finanzen)


Südafrika: Reformen im Tabakhandel geplant
In Südafrika sollen strengere Gesetze zum Verkauf von Zigaretten eingeführt werden. Die Reform ist Teil der Strategie des neuen Gesundheitsministers Motsoaledi für eine verbesserte Gesundheit der Südafrikaner. Die geplanten Änderungen stehen in der Kritik, da sie in dem wirtschaftlich schwachen Land die Verdienstmöglichkeiten der Händler einschränken und den Schwarzmarkt stärken könnten. (Neue Zürcher Zeitung)


Spanien: Immer mehr rauchfreie Strände
Immer mehr beliebte Ferienorte am Mittelmeer erlassen Rauchverbote an ihren Stränden. In Galizien, Katalonien und auf Ibiza gibt es schon seit längerem rauchfreie Strände, seit kurzem nun auch in der Partyhochburg Lloret del Mar. Bußgelder werden allerdings in den seltensten Fällen verlangt. Auch in Frankreich und Italien werden nach und nach immer mehr Strände rauchfrei. (Mittelbayerische)

Rotterdam: Initiative für ein rauchfreies Viertel
Eine Initiative in Rotterdam fordert ein komplett rauchfreies Stadtviertel. Die Aktion geht von einem Krankenhaus, einem Gymnasium und einer Hochschule aus, die selbstständig ein Rauchverbot auf ihren gesamten Geländen ausgesprochen haben. Man erhofft sich, auf diesem Wege 30.000 Menschen vom Rauchen abhalten zu können. Der Stadtrat wird in den nächsten Wochen darüber entscheiden. (ZDF)

Impressum

Aktionsbündnis Nichtrauchen e.V. (ABNR)
Geschäftsstelle Bonn

Kontakt: Inga Jesinghaus, Geschäftsführerin • jesinghaus@abnr.de

c/o Stiftung Deutsche Krebshilfe
Buschstr. 32 • 53113 Bonn

Telefon +49 (0) 228 72990 610

www.abnr.de

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