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ABNR-Info | 04|2018

Sehr geehrte Damen und Herren,

hiermit erhalten Sie die letzte Ausgabe des ABNR-Infos in diesem Jahr. 

Das Ringen um ein umfassendes Tabakwerbeverbot geht nach dem Wechsel in der CDU-Spitze weiter. Es besteht die Hoffnung, dass im Jahr 2019 – nach dem Stillstand in diesem Jahr – endlich ein neuer Anlauf zu einem Tabakaußenwerbeverbot gelingt. Näheres in der ersten Meldung in diesem Newsletter. 

Es erwarten Sie weiterhin vielfältige Informationen zum Themenfeld Tabakprävention, das immer stärker die neuartigen elektronischen Nikotinprodukte wie E-Zigaretten und Tabakerhitzer in den Blick nimmt. 

Wir wünschen allen Leser/innen fröhliche Feiertage, einen besinnlichen Jahresausklang und im neuen Jahr weiterhin Elan und Tatkraft für die alten und neuen Herausforderungen in der Tabak- und Nikotinprävention.

Ihr ABNR-Team

Aus der Politik & Rechtliches – national
Neuer Anlauf für das Tabakwerbeverbot?
Nach dem Wechsel im Parteivorsitz der CDU kommt neue Bewegung in die Diskussion um ein Tabakaußenwerbeverbot, das bislang insbesondere durch Volker Kauder blockiert worden war. Mehrere CDU/CSU-Politiker sowie die Drogenbeaufragte, Marlene Mortler, machen sich dafür stark; der neue Fraktionschef Ralph Brinkhaus hat sich jedoch noch nicht geäußert. (Spiegel, Wirtschaftswoche)
Die Fraktionen von Bündnis 90 / DIE GRÜNEN und LINKE hatten einen Gesetzentwurf bzw. einen Antrag zum Tabakwerbeverbot in die parlamentarische Beratung eingebracht. Hierzu fand am 10. Dezember 2018 eine Anhörung vor dem für gesundheitlichen Verbraucherschutz zuständigen Agrarausschuss des Bundestags statt, bei der sich 6 von 8 Experten für ein absolutes Werbeverbot aussprachen. (Ärzteblatt)

Gesundheitsministerkonferenz fordert Rauchverbot im Auto, wenn Minderjährige mitfahren
Der baden-württembergische Gesundheitsminister Lucha hatte den Antrag auf ein bundesweites Rauchverbot im Auto bei Fahrten mit Kindern in die Gesundheitsministerkonferenz der Länder eingebracht. Er wurde mit 14 Stimmen und 2 Enthaltungen angenommen und soll nun zeitnah von der Bundesregierung umgesetzt werden. (Ärzteblatt) Die Bundesärztekammer unterstützt den Beschluss. (Ärzteblatt)

Bundesregierung vertagt Neukategorisierung von Tabakerhitzern
Auf eine Anfrage der Grünen Bundestagsfraktion hat die Bundesregierung geantwortet, dass keine Steuer-Reklassifizierungen für Tabakerhitzer geplant seien. Man werde darüber nicht gesondert entscheiden, sondern auf EU-weite Beschlüsse warten. (Ärztezeitung)

Aus der Politik & Rechtliches – international
WHO für strenge Regulierung von E-Zigaretten
Auf dem Treffen der WHO-Anti-Tabak-Konvention in Genf fordert die Vorsitzende Vera Luiza da Costa e Silva eine strengere Regulierung oder sogar ein Verbot der neuen Tabakprodukte. Örtliche Rauchverbote müssten für sie ebenso gelten wie für herkömmliche Zigaretten und insbesondere junge Menschen müssten vor Werbung für diese Produkte geschützt werden. (Ärztezeitung)

Österreich I: "Don't Smoke" Volksbegehren
In der Abstimmungswoche zum Volksbegehren "Don't Smoke" vom 1.-8. Oktober 2018 wurden 881.569 Stimmen erreicht. Die Zahl liegt knapp unter der als benötigt festgelegten Grenze von 900.000 Stimmen. Als das Thema am 11. Dezember im Nationalrat behandelt wurde positionierte die Regierung sich weiterhin strikt gegen die Einführung eines absoluten Rauchverbotes in der Gastronomie und wies auch die Forderung der Opposition nach einer Volksabstimmung zurück. 
Für Empörung sorgte die Abwesenheit von Kanzler Kurz und Vize-Kanzler Strache. Die Debatte soll im Gesundheitsausschuss, dem das Volksbegehren zugeordnet ist, weitergeführt werden. (Salzburger Nachrichten, ORF)

Österreich II: Einheitlicher Jugendschutz
In Österreich wird nach und nach in allen Bundesländern das im Frühjahr beschlossene einheitliche Jugendschutzgesetz umgesetzt. Die Änderungen beinhalten neue Ausgehzeiten sowie ein absolutes Rauchverbot für Unter-18-Jährige. Ab dem 1. Januar 2019 soll das Gesetz lückenlos gelten. (Krone)

Schweiz: Bundesrat legt neuen Entwurf zum Tabakproduktegesetz vor
Am 30. November hat der Schweizer Bundesrat eine zweite Vorlage zum Tabakproduktegesetz an das Parlament überwiesen. Sie sieht vor, das Mindestalter für den Erwerb von Tabakprodukten in allen Kantonen auf 18 Jahre festzulegen und speziell an Minderjährige gerichtete Tabakwerbung komplett zu verbieten. E-Zigaretten und Tabakerhitzer sollen – ebenso wie Snus – legalisiert werden, aber gleichzeitig dem geltenden Nichtraucherschutzgesetz unterworfen werden. Der erste Gesetzentwurf zur Neuregulierung war 2016 zurückgewiesen worden. (Bundesamt für Gesundheit, SRF)

Niederlande: Klage der Krebsgesellschaft gegen die Tabakindustrie zurückgewiesen
Die niederländische Krebshilfe (KWF) hat zusammen mit mittlerweile 60 Nebenklägern die vier größten Unternehmen der Tabakindustrie (PMI, BAT, Imperial, Japan Tobacco) verklagt. Die Vorwürfe umfassten unter anderem gefährliche Körperverletzung, Totschlag und Dokumentenfälschung. Ende September fand nach über einem Jahr eine Anhörung in dem Fall statt, am 6. Dezember hat der Gerichtshof in Den Haag die Klage nun zurückgewiesen. Im Urteil wurde aber festgehalten, dass die Tabakindustrie zugunsten von finanziellem Profit wissentlich eine schädliches und suchterzeugendes Produkt herstellt und dass die Eliminierung allen Rauchens und das Ziel einer rauchfreien Generation von höchster Wichtigkeit seien. (KWF, ASH)

Ungarn strebt absolutes Tabakverbot an
In Ungarn werden derzeit Maßnahmen geprüft, um das Land einheitlich zur Rauchfreiheit zu führen. Die Rede ist dabei nicht nur von schärferen Sanktionen und staatlichen Entwöhnungsprogrammen, sondern von einem Komplettverbot von Zigaretten. Menschen die 2020 oder später geboren werden, sollen niemals Zigaretten kaufen dürfen. (ORF)

USA I: FDA Maßnahmen gegen E-Zigaretten-Hype unter Minderjährigen
Am 15. November hat Scott Gottlieb, Leiter der Food and Drug Administration (FDA), Maßnahmen angekündigt, um den Verkauf von aromatisierten E-Zigarettenprodukten an Jugendliche einzudämmen. Im Gespräch sind u.a. ein Verbot von Fruchtaromastoffen in E-Zigaretten-Liquids sowie von Mentholzigaretten und die Erhöhung des Mindesterwerbsalters für alle Tabak- und E-Zigaretten-Produkte auf 21 Jahre. (Zeit)

Kanada: Reform der Tabak-Warnhinweise geplant
Die kanadische Regierung berät über eine Neugestaltung der Tabakwarnhinweise, die in Zukunft ggf. auch auf Tabakerhitzern abgebildet werden sollen. Um die Effektivität der Warnbilder zu steigern, sollen neue Designs erstellt und die Motive in festgelegten Abständen gewechselt werden. Außerdem wird überlegt, Hinweise auf jeder einzelnen Zigarette abzudrucken, statt nur auf den Verpackungen wie bisher. (Health Canada Report, Globe&Mail)

Hongkong: Verbot von E-Zigaretten und Tabakerhitzern geplant
Hongkong will ein Komplettverbot von E-Zigaretten und Tabakerhitzern verabschieden. Damit schließt sich Hongkong anderen südostasiatischen Ländern, wie Thailand, Brunei, Kambodscha, Indonesien und Singapur an, die E-Zigaretten verboten haben. (Wallstreet)

Publikationen – national
Ökonomische Schäden durch Rauchen höher als bisher angenommen
Wirtschaftswissenschaftler Tobias Effertz aus Hamburg hat neu berechnet, dass das Rauchen die deutsche Gesellschaft rund 97 Milliarden Euro jährlich kostet, statt wie bisher angenommen etwa 80 Milliarden. Dabei entfalle knapp ein Drittel auf direkte Kosten (z.B. Behandlung, Pflege, Reha) und zwei Drittel auf indirekte Kosten (Produktionsausfälle durch Krankschreibungen, Arbeitsunfähigkeit, Erwerbsminderung). (Wallstreet)

Studie zur Wirkung von E-Zigaretten-Werbung auf Jugendliche
Eine Studie von Reiner Hanewinkel, Julia Hansen und Matthis Morgenstern, die Ende November von der European Respiratory Society (ERS) veröffentlicht wurde, konnte feststellen, dass Jugendliche in Deutschland in großen Zahlen E-Zigaretten-Werbung ausgesetzt sind und dass ein klarer Zusammenhang zwischen der Aufnahme von Werbung und dem Konsumverhalten besteht. Die Autoren fordern daher ein absolutes Werbeverbot für alle Tabakprodukte, einschließlich E-Zigaretten und Tabakerhitzern. (ERS, Ärztezeitung)

Bundesgesundheitsblatt "Rauchverhalten in Deutschland: Trends, Produkte, Prävention"
Im November widmete sich eine komplette Ausgabe des Bundesgesundheitsblatts dem Thema "Rauchverhalten in Deutschland". Das Inhaltsverzeichnis und Editorial kann hier eingesehen werden, einzelne Artikel sind nur im Abonnement zugängig.

ERS Task Force Report
Die European Respiratory Society (ERS) veröffentlichte im November den Bericht einer Task Force, die den Auftrag hatte, den derzeitigen Forschungsstand zum Thema E-Zigaretten zusammenzutragen und zu analysieren und daraus eine Evaluation für verschiedene Interessengruppen zu formulieren.

Publikationen – international
Anstieg des E-Zigaretten-Konsums in der EU
Eine im November in der Zeitschrift "Preventive Medicine" veröffentlichte Studie zeigt einen leichten Anstieg der E-Zigaretten-Nutzung in den 28 EU-Mitgliedsstaaten während der Jahre 2014-2017. Die Anzahl regelmäßiger Konsumenten stieg in der EU-Bevölkerung von 1,5% im Jahr 2014 auf 1,8% in 2017. In absoluten Zahlen bedeutet das, dass es zum Ende der Messung 63 Millionen EU-Bürger gab, die E-Zigaretten ausprobiert hatten und 7,6 Milllionen, die sie regelmäßig nutzen. Die Zahen variieren stark in den verschiedenen Mitgliedstaaten – daraus kann geschlossen werden, dass die regionalen Gesetze und Regulierungen Einfluss auf die Popularität haben. (Preventive Medicine)

WHO: Rauchen schadet auch der Umwelt
Die Weltgesundheitsorganisation WHO hat erstmals einen Bericht über die schädlichen Umweltfolgen der Tabakindustrie veröffentlicht. Tabakherstellung und -konsum verursachen laut dem Bericht 0,2% des weltweiten Ausstoßes von klimaschädlichen Emissionen – d.h. 84 Mio. Tonnen CO2 im Jahr - und verschärfen somit signifikant den Klimawandel. Zudem würden bei der Produktion 22 Mrd. Tonnen Wasser verbraucht und es entstünden 25 Mio. Tonnen Abfälle, die wiederum die Umwelt, insbesondere Wasserquellen, vergiften. Der Großteil der Tabakherstellung und -verarbeitung findet in Entwicklungsländern statt und verbraucht somit Ressourcen der am wenigsten geschützten Menschen. (SpiegelDeutschlandfunk, WHO-Pressemeldung)

E-Zigaretten beeinträchtigen Wundheilung
Tierexperimentelle Studien und erste Fallberichte aus den USA lassen vermuten, dass der Konsum von E-Zigaretten die Wundheilung nach Operationen in gleichem Maße behindert, wie das Rauchen herkömmlicher Zigaretten. (Ärzteblatt)

Rauchen steigert Herzinfarktrisiko bei Frauen in höherem Maße
Laut einer Studie der Universität Oxford erhöhen bestimmte Faktoren bei Frauen das Risiko eines Herzinfarktes deutlich stärker als bei Männern. So macht das Rauchen einen Herzinfarkt für Frauen um 55% wahrscheinlicher, als es bei Männern der Fall ist. Als weitere Faktoren wurden Diabetes und Bluthochdruck untersucht. (Ärzteblatt)

Schadstoffe im Urin von E-Zigaretten-Nutzern
Eine Studie von Mark Rubinstein et al., die in der Zeitschrift "Pediatrics" veröffentlicht wurde, untersuchte den Urin von Jugendlichen auf giftige VOCs (Volatile Organic Chemicals), die mit E-Zigaretten-Konsum zusammenhängen. Dabei wurden im Urin von regelmäßigen E-Zigaretten-Nutzern höhere Konzentrationen von fünf giftigen Stoffen gefunden, die nachweislich oder vermutlich krebserregend sind. Schlussfolgernd mahnt die Studie zur Vorsicht: Jugendliche müssten besser über die Risiken und Gefahren aufgeklärt werden. (Pediatrics, NBC News)
Bei einer weiteren Studie von Maciej Goniewicz et al. wurde der Urin von 5.105 Erwachsenen zwischen 35 und 54 Jahren auf Schadstoffe untersucht, die mit Tabak in Verbindung stehen. Dabei fand man heraus, dass Niemals-Raucher 19-81% niedrigere Schadstoffwerte als E-Zigaretten-Konsumenten, E-Zigaretten-Konsumenten 10-98% niedrigere Werte als Raucher herkömmlicher Zigaretten, und Raucher wiederum 10-36% niedrigere Werte als Dual User aufwiesen. (JAMA

USA I: Rauchverhalten von Dual Usern
Eine Studie aus den USA zeigt, dass Tabakkonsumenten, die gleichzeitig sowohl E-Zigaretten als auch herkömmliche Tabakprodukte verwenden, i.d.R. jünger sind und aus besser gestellten ökonomischen und höheren Bildungsschichten stammen. Sie rauchen weniger Zigaretten pro Tag, haben aber meist keine Pläne ganz aufzuhören. (Nicotine & Tobacco Research)

USA II: Jugendliche E-Zigaretten-Nutzer rauchen mehr herkömmliche Zigaretten
Eine Studie von Jessica Barrington-Trimis et al. untersuchte die Auswirkungen von E-Zigaretten auf das Rauchverhalten von Jugendlichen. Sie stellte fest, dass Jugendliche die E-Zigaretten ausprobieren, mit größerer Wahrscheinlichkeit auch zu langfristigen Konsumenten werden – sowohl von E-Zigaretten als auch von herkömmlichen Zigaretten. Daher müsse die Nutzung beider Produkte durch Jugendliche stärker kontrolliert und reduziert werden. (Pediatrics, Reuters)

USA III : Zahlen zum E-Zigaretten-Konsum unter Jugendlichen
Im Jahr 2018 hat sich die Zahl der Jugendlichen E-Zigaretten-Nutzer in den USA erheblich gesteigert. Auf Basis einer Umfrage unter 13.850 Jugendlichen aus den Jahrgangsstufen 8, 10 und 12 leitete eine kürzlich im New England Journal of Medicine veröffentlichte Studie die folgende Entwicklungen ab: Der Nikotinkonsum unter Jugendlichen stieg insgesamt um über 5%, von 23,7% in 2017 auf 28,9% in 2018. Speziell der Nikotinkonsum durch E-Zigaretten wuchs je nach Altersgruppe um 2,6% (8. Klasse) bis 10% (12. Klasse) an. Daraus ergibt sich für 2018 hochgerechnet eine Zahl von 1,3 Millionen mehr jugendliche E-Zigaretten-Konsumenten als im Vorjahr. (NEJM)

USA IV: Statistiken zum Konsum der E-Zigarette Juul
Eine Studie von Donna M. Vallone et al. liefert Zahlen zur Nutzung von Juul in der USA. Dabei wurden fast 15.000 15-34 Jährige befragt. Das Ergebnis: In den Altersgruppen 15-17 und 18-21 wird Juul am häufigsten genutzt: 9,5% bzw. 11,2% hatten das Produkt jeweils schon einmal probiert und 6,1% bzw. 7,7% waren regelmäßige Konsumenten. (Tobacco Control)

Rauchen in der Schwangerschaft erhöht das Risiko auf Strabismus
Eine in China durchgeführte Metaanalyse von 11 früheren Studien zeigt, dass Kinder, deren Mütter in der Schwangerschaft rauchten, ein um 46% erhöhtes Risiko haben, einen Strabismus (Schielen) zu entwickeln. Das Risiko steigt bereits bei weniger als 10 Zigaretten am Tag um 17% und bei mehr als 10 Zigaretten am Tag um 79% an. Unbehandelt führt die Augenkrankheit meist zu einer lebenslangen Sehschwäche. (Ärzteblatt)

Reichen 350€ als Anreiz zum Rauchstopp?
Die Universität Maastricht untersuchte Rauchentwöhnungsstrategien nach dem Belohnungsprinzip. Dabei boten Arbeitgeber ihren Angestellten Gutscheine an, wenn sie mit dem Rauchen aufhörten: 50€ nach einem absolvierten Entwöhnungstraining, weitere 50€ nach je drei und sechs Monaten Abstinenz und nach einem Jahr noch einmal 200€. Diese insgesamt 350€ reichen laut der Studie vielen Rauchern als Anreiz aus und führen in rund 40% der Fälle zum Erfolg. (WDR)

Weitere News – national
16. Deutsche Konferenz für Tabakkontrolle
Am 12. und 13. Dezember 2018 fand die jährlich vom Deutschen Krebsforschungszentrum in Kooperation mit dem ABNR durchgeführte Deutsche Konferenz für Tabakkontrolle in Heidelberg statt. Nähere Informationen in der Pressemitteilung und auf der Homepage des DKFZ – hier können in Kürze auch die Vorträge abgerufen werden.

Deutscher Tabakanbau stabilisiert
Nach jahrelangem Rückgang hat sich die Anzahl der tabakanbauenden Betriebe in Deutschland stabilisiert. Dies ist vor allem auf die wachsende Beliebtheit des Shisha-Rauchens zurückzuführen: circa 96% des deutschen Tabaks werden mittlerweile auf diese Weise konsumiert. (n-tv)

Illegaler Handel mit Shisha-Tabak nimmt in Norddeutschland zu
Besonders in Norddeutschland nimmt der Handel mit illegalem Shisha-Tabak in starkem Maße zu. 115 Tonnen illegalen Wasserpfeifen-Tabak haben die Zollfahnder 2017 bei Razzien beschlagnahmt. (Kieler Nachrichten)

3,6 % weniger Zigaretten im 3. Quartal 2018 als im Vorjahr versteuert
Laut Statistischem Bundesamt wurden in Deutschland im vergangenen Quartal 3,6 % weniger Zigaretten versteuert als im gleichen Zeitraum 2017. Auch die Absatzmengen anderer Tabakprodukte gingen zurück: bei Pfeifentabak, der auch Wasserpfeifentabak und neuartige Pfeifentabakprodukte beinhaltet, ebenfalls um 3,6%, und bei Zigarren und Zigarillos sogar um 6%. Einzig bei Tabakfeinschnitt gab es einen leichten Anstieg um 0,2 %. (Destatis)

E-Zigarette Juul bald in Deutschland erhältlich
Die aufgrund ihres sehr hohen Nikotingehalts umstrittene und unter Jugendlichen in den USA sehr beliebte E-Zigarette Juul wird demnächst auch in Deutschland erhältlich sein. Die deutsche Version wird allerdings aufgrund der gesetzlichen Vorgaben einen deutlich geringeren Nikotingehalt haben als die US-amerikanische. (Spiegel)
Um trotz der einschränkenden Gesetzeslage in der EU den produkttypischen extra-hohen Nikotin-Kick zu liefern, arbeiten die Entwickler angeblich speziell für den europäischen Markt an einem Gerät, das eine größere „Vape-Wolke“ produziert. Beim Einatmen dieser Wolke würde wiederum eine deutlich größere Menge Nikotin in der Blutkreislauf der Konsumenten gelangen. (NY Times)

Weitere News – international
Schweiz: Juul bald im Handel
Auch in der Schweiz soll die E-Zigarette Juul bald erhältlich sein. Das Unternehmen hat bereits im April die Eintragung von Juul in das Markenregister beantragt und ist seit dem 24. September in das Schweizer Handelsregister eingetragen. Ein genauer Termin für den Verkaufsstart steht noch nicht fest. (NZZ)


Aromakapseln in Zigarettenfiltern auf dem Vormarsch
In den letzten Jahren ist die Verbreitung von geschmacksverändernden Kapseln in Zigarettenfiltern angestiegen, das belegen zwei neue Veröffentlichungen in Tobacco Control. Der Verkauf erfolgt in immer mehr Ländern weltweit und die Marktanteile steigen stetig an (Studie 1). Besonders beliebt ist das Produkt bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen (Studie 2).


Vitamine in E-Zigaretten
Ein neuer Trend aus den USA scheint auch hierzulande Fuß zu fassen: mehrere Anbieter vermarkten sogenannte Vitamin-E-Zigaretten. Sie werden entweder als mit Vitaminen angereicherte Liquids oder als Einweg-Produkte angeboten. Derzeit ist nichts über mögliche gesundheitliche Gefahren des Inhalierens von erhitzten Vitaminen bekannt. (Business Insider, Scientific American)


UK: Public Health Empfehlung neuer Tabakprodukte unter Medizinern umstritten
Eine Umfrage in UK ergab, dass etwa ein Drittel aller Mediziner E-Zigaretten und Tabakerhitzer nicht zur Rauchentwöhnung empfehlen würden, obwohl Public Health England dies ausdrücklich tut. In der Folge sollen nun die Informations- und Weiterbildungsmöglichkeiten für Mediziner zu diesem Thema verbessert werden, um den Skeptikern ihre Zweifel zu nehmen und sie für die offizielle Empfehlung zu gewinnen. (Telegraph)


UK II: neue Anti-Rauch-Kampagne
Eine neue Anti-Rauch-Kampagne, die von der Organisation "Fresh" produziert wurde und durch Cancer Research UK unterstützt wird, zeigt mit schockierenden Aufnahmen die Lebensbedingungen von Krebs-Überlebenden. (Stern, NZ Herald)


Altria Group will möglicherweise in Juul Labs investieren
Laut Wallstreet Journal beabsichtigt die Altria Group, einer der größten Tabakproduzenten in den USA, in die Marke Juul zu investieren. Ein Zusammenschluss würde die unter Jugendlichen beliebten Marken Marlboro und Juul unter einem Dach vereinen. Damit wäre die Marketingstrategie der Juul-Begründer, die sich stets als unabhängig von den großen Tabakherstellern präsentieren und die Raucherentwöhnung als ihr oberstes Ziel nennen, endgültig unglaubhaft, so Tobacco Free Kids


Tabakindustrie steigt in Cannabis-Geschäft ein
Der Marlboro-Hersteller Altria hat Aktien im Wert von 1,8 Milliarden Dollar des kanadischen Cannabis-Produzenten Cronus gekauft und erwirbt damit 45 Prozent des Unternehmens. Anbau und Verkauf von Marihuana sind in Kanada seit Oktober 2018 legalisiert. Damit steigt der erste große Tabakkonzern in das boomende Cannabis-Geschäft ein. (WirtschaftsWoche)

Unternehmen wollen sich durch Präventionkampagnen rehabilitieren
Sowohl Philip Morris International (PMI) als auch Juul Labs haben in den vergangenen Monaten versucht, sich durch Präventionskampagnen reinzuwaschen. PMI schaltete eine mehrseitige Zeitungsanzeige in Großbritannien, die verschiedene Strategien zum Rauchstopp anpreist, u.a. die konzerneigenene Online-Kampagne "Hold My Light". Kritiker werfen PMI Scheinheiligkeit vor: die Kampagne sei lediglich ein Trick um das Tabakwerbeverbot zu umgehen und diene tatsächlich dazu, Datenfishing zu betreiben und PMIs 'alternative' Produkte in Europa zu vermarkten, während in anderen Teilen der Welt weiterhin skrupellos mit herkömmlichem Tabak gehandelt werde (Guardian, ORF).
Eine durch Juul Labs entwickelte und finanzierte Aufklärungskampagne über die Gefahren des Rauchens in US-amerikanischen Schulen, wurde nach einem Aufschrei verschiedener Schul- und Gesundheitsbehörden, die in der Kampagne einen Versuch sahen, Juul gezielt an Jugendliche zu vermarkten, wieder eingestellt. (CNN)


Korea: neues Hybridprodukt kombiniert Technik aus E-Zigaretten und Tabakerhitzern
KT&G (Korea Tobacco & Ginseng Corporation) stellte im Dezember 2018 ihr neues Produkt „lil Hybrid“ vor. Es ist ein Hybrid aus E-Zigarette und Tabakerhitzer und verwendet Liquids sowie Tabak-Sticks gleichzeitig. Das Aerosol aus dem Liquid werde beim Einatmen durch den Tabak gezogen, daher sei der Geschmack besser und der „Dampf“ vollmundiger als bei klassischen E-Zigaretten. „lil Hybrid“ wird ab Mitte Dezember in drei Flagship Stores in Seoul verkauft. (Korea Herald)


Impressum

Aktionsbündnis Nichtrauchen e.V. (ABNR)
Geschäftsstelle Bonn

Kontakt: Inga Jesinghaus, Geschäftsführerin • jesinghaus@abnr.de

c/o Stiftung Deutsche Krebshilfe
Buschstr. 32 • 53113 Bonn

Telefon +49 (0) 228 72990 610

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