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ABNR-Info | 03|2019

Sehr geehrte Damen und Herren,

nach dem deutlichen Bekenntnis der Kanzlerin zu einem umfassenden Tabakwerbeverbot im Juni, war ein wesentliches Sommerloch-Thema im Bereich Tabakprävention gesetzt. Ein Tabakwerbeverbot kommt, das ist sicher – die Frage ist wann und wie. Diskutiert wird immer noch die Frage, ob E-Zigaretten mit erfasst werden sollen. Eine Mehrheit der Bevölkerung ist jedenfalls dafür, wie eine aktuelle Umfrage im Rahmen der DEBRA-Studie ergeben hat. Auch das ABNR hat dies wiederholt im Rahmen von entsprechenden Stellungnahmen eingefordert. Wir dürfen gespannt sein, wie es weiter geht. 

Ein weiteres zentrales Thema der letzten Monate war das Auftreten von schweren Lungenerkrankungen in den USA, die in Zusammenhang mit E-Zigarettenkonsum gebracht werden. Die genauen Ursachen sind noch immer ungeklärt. Das Ausmaß und die Schwere der Erkrankungen haben zu diversen Vorsorge-Maßnahmen geführt.

Darüber hinaus erwartet Sie eine Fülle weiterer nationaler und internationaler Nachrichten zu den Themenbereichen Tabak und E-Zigaretten. 

Wir wünschen Ihnen viel Spaß beim Lesen.

Ihr ABNR-Team

Aus der Politik & Rechtliches – national
Tabakwerbeverbot – wie geht es weiter?

Nach dem Bekenntnis der Kanzlerin zu einem Tabakwerbeverbot und dem Scheitern des Antrags der Grünen im Bundestag im Juni, nahmen die Stimmen für ein Verbot von Tabakwerbung während der Sommerpause stetig zu. Karin Maag, gesundheitspolitische Sprecherin der CDU, stellte einen Einigungsvorschlag nach der Sommerpause in Aussicht. Sie machte aber auch deutlich, dass innerhalb der Unionsfraktion noch Diskussionsbedarf bestehe – insbesondere in Bezug auf die Frage, wie mit E-Zigaretten umzugehen sei. (Deutschlandfunk) Der Präsident der Bundesärztekammer warf der CDU indes Blockadepolitik vor. (Ärzteblatt) Julia Klöckner, Bundesministerin für Ernährung und Landwirtschaft, sprach sich im Juli für umfassende Beschränkungen für alle Produkte ein, in denen Nikotin enthalten ist – auch für E-Zigaretten. (FAZ) Für eine Ausweitung des Tabakwerbeverbots auf E-Inhalationsprodukte plädierte Anfang September auch Hamburgs Gesundheitssenatorin, Cornelia Prüfer-Storcks, bei der Vorstellung einer Studie zum Umgang mit Suchtmitteln unter Schülern (Schulbus).(Süddeutsche) Inzwischen hat sich auch die neue Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Daniela Ludwig (CSU), insbesondere zum Schutz der Jugendlichen und jungen Erwachsenen für ein weitreichendes Verbot der Tabakwerbung ausgesprochen. (Stern
Dass auch eine Mehrheit der Bevölkerung jegliche Werbung für E-Zigaretten und andere Nikotinprodukte verbieten will, zeigt eine aktuelle repräsentativen Umfrage der Universität Düsseldorf, die Teil der DEBRA-Studie ist. Demnach stimmen auch Raucher/innen und E-Zigaretten-Konsument/innen mehrheitlich einem Werbeverbot zu. (Spiegel online


Länder fordern Rauchverbot im Auto
Die Länder Nordrhein-Westfalen, Bremen, Hamburg, Niedersachsen und Schleswig-Holstein fordern ein Rauchverbot im Auto, wenn Schwangere und Kinder mitfahren. Der Gesetzentwurf, der am 20. September in die Plenarsitzung des Bundesrates eingebracht wurde, sieht eine Änderung im Bundesnichtraucherschutzgesetz vor, die das Rauchen in geschlossenen Fahrzeugen in Anwesenheit von Minderjährigen oder Schwangeren untersagt. Im Falle eines Verstoßes soll ein Bußgeld von 500 bis 3.000 Euro verhängt werden.
Nach der Vorstellung in der Plenarsitzung wurde der Gesetzesantrag an die Ausschüsse für Gesundheit (federführend) sowie Frauen und Jugend überwiesen. (Ärzteblatt) Die Ausschüsse haben am 25. September bera­ten und empfehlen dem Bundesrat den Gesetzentwurf beim Deutschen Bundestag einzubringen. (Drucksache 435/1/19)

Strikteres Rauchverbot in Baden-Württemberg geplant
Der Nichtraucherschutz soll künftig in Baden Württemberg auf sämtliche Gaststätten (ohne Ausnahmeregelung) sowie Festzelte, Diskotheken und Spielhallen ausgeweitet werden. Landesgesundheitsminister Manfred Lucha (Grüne) kündigte an, nach der Sommerpause einen Vorschlag für ein strikteres Rauchverbot mit den Koalitionsfraktionen zu beraten. Auch E-Zigaretten und nikotinhaltige Shishas sollen in das Nichtraucherschutz-Gesetz aufgenommen werden. (SWR)

Unionsfraktion will nikotinfreie E-Zigaretten strenger regulieren
Nikotinfreie E-Zigaretten und aromatisierte Flüssigkeiten unterliegen derzeit nur dem Lebensmittelrecht und sind somit weniger streng reguliert, als nikotinhaltige E-Zigaretten. Für sie gilt weder die tabakrechtliche Vorgabe, dass alle Inhaltsstoffe auf der Packung stehen müssen noch die Liste mit verbotenen Zusatzstoffen. Diese Regelungslücke werde vom Markt zusehends ausgenutzt, so Fraktionsvize Gitta Connemann (CDU) (Ärztezeitung, Ärzteblatt)

Juul darf in Deutschland bis auf weiteres keine Kartuschen mehr verkaufen
Der Juul-Konkurrent Niko Liquids hatte vor dem Düsseldorfer Landgericht aufgrund einer möglichen Verletzung der Kennzeichnungspflichten eine einstweilige Verfügung erwirkt. Damit ist es Juul vorerst untersagt, seine „Pods“ zu verkaufen. Juul hat angekündigt, gegen die Entscheidung des Gerichts vorzugehen. (Spiegel online, Zeit online)

OLG entscheidet: Warnbilder auf Zigarettenpackungen dürfen verdeckt sein
Das Oberlandesgericht München hat die Klage der Initiative Pro Rauchfrei auch in zweiter Instanz zurückgewiesen. Somit dürfen Supermärkte ihre bisherigen Automaten an den Kassen behalten und müssen die Warnhinweise auf Zigarettenpackungen auch in Zukunft nicht für jeden sichtbar machen. Pro Rauchfrei will in die nächste Instanz gehen, wenn nötig sogar bis zum Europäischen Gerichtshof. (Spiegel online)

Aus der Politik & Rechtliches – international
Österreich führt Rauchverbot in Gastronomie zum November ein
Nun kommt es doch: Ab dem 1. November gilt in Österreich ein Rauchverbot für herkömmliche Zigaretten, E-Zigaretten und Tabakerhitzer in allen öffentlichen Orten, an denen Speisen und Getränke hergestellt, verarbeitet, verabreicht oder konsumiert werden – mit Ausnahme von Biergärten. Auch Shisha-Bars sind eingeschlossen und demnach künftig in ganz Österreich verboten. Mit Ausnahme der FPÖ haben alle Parteien am 11. Juli 2019 im Bundsrat für das Verbot gestimmt. (OTS)
Nachtlokalbetreiber haben Mitte August eine Individualklage am Verfassungsgerichtshof eingebracht, die zugelassen wurde. Falls eine Verletzung der Grundrechte der Lokalbetreiber festgestellt würde, könnte für Nachtlokale eine Ausnahmeregel geschaffen werden. (MedOnline.at, Kurier)

Volksinitiative für absolutes Tabakwerbeverbot in der Schweiz
Die von Schweizer Gesundheitsverbänden angestoßene Initiative "Ja zum Schutz der Kinder und Jugendlichen vor Tabakwerbung" (kinderohnetabak.ch) hat am 12. September 2019 113.500 Unterschriften an die Bundeskanzlei übergeben. Die Überreichung fand fünf Tage vor der Beratung der zweiten Version des Tabakproduktegesetzes statt und erzeugte somit Druck auf die Debatte. 
Der Ständerat hat am 17. September 2019 ein Verschärfung des Werbeverbots für Tabak im Internet, sowie Zeitschriften und Zeitungen, ein Verbot von Tabaksponsoring an internationalen Veranstaltungen sowie ein schweizweites Mindestalter fürs Rauchen von 18 Jahren beschlossen. Abgeschlossen sind die Beratungen damit noch nicht und die Tabaklobby hat in der Schweiz großen Einfluss. (NZZ, SRF)

Philip Morris doch nicht Hauptsponsor der Schweizer Pavillions zur Expo 2020
Berichten der Luzerner Zeitung zufolge war das Schweizer Außendepartement eine Partnerschaft mit Philip Morris eingegangen. Der Konzern wollte durch einen Beitrag von rund 1,8 Millionen Franken zum Hauptsponsor des Schweizer Pavillions auf der Expo 2020 in Dubai werden und im Gegenzug vom Image der Schweiz profitieren und seine neuen Produkte vorstellen. (LZ) Nun hat Außenminister Ignazio Cassis mitgeteilt, er sei über die Verhandlungen nicht genau im Bilde gewesen und habe die Bemühungen um eine Partnerschaft abgebrochen. (Nau)

Ausweitung von Rauchverboten in Europa
In Schweden gibt es seit dem 1. Juli 2019 ein neues, für öffentliche Plätze geltendes Tabakgesetz. Damit darf weder im Außenbereich von Gaststätten, noch an öffentlichen Spielplätzen, Sportanlagen, Bahnsteigen oder Bushaltestellen geraucht werden. Das ausgeweitete Rauchverbot gilt ebenso für E-Zigaretten. (FAZ)
Nach einem Urteil des höchsten Gerichtes der Niederlande vom 27. September müssen alle Gaststätten im Land ausnahmslos rauchfrei sein. Die Richter begründeten ihre Entscheidung mit der Verpflichtung des Staates, den diesbezüglichen Vorgaben der WHO-Rahmenkonvention zur Tabakkontrolle (FCTC) nachzukommen. (Augsburger Allgemeine)
In Belgien ist Mitte August 2019 ein Gesetz in Kraft getreten, das das Rauchen im Auto in Anwesenheit von unter 16-Jährigen verbietet. Bei Verstößen drohen hohe Geldstrafen. Ab dem 1. November ist zudem der Verkauf von Tabak an Minderjährige verboten. Derzeit liegt die Altersgrenze in Belgien noch bei 16 Jahren. (Grenzecho)
Auf Empfehlung der balearischen Gesundheits- und Umweltministerien ist inzwischen an sieben Stränden auf Mallorca und Menorca das Rauchen verboten. Bislang ist bei Verstößen allerdings nicht mit Strafen zu rechnen, sondern lediglich mit Ermahnungen. (Spiegel online) Auch an vielen anderen europäischen Stränden werden nach und nach Rauchverbote umgesetzt. (Berliner Zeitung)
In Montenegro ist seit Mitte August das Rauchen in öffentlichen geschlossenen Räumen untersagt. Das Verbot beinhaltet u.a. Nichtraucherbereiche, Cafés, Restaurants und Hotelzimmer. Bei Nichteinhaltung werden Geldstrafen im Rahmen von 30 bis 1.000 Euro ausgesprochen. (Reisereporter)

England: neues Regierungspapier "Rauchfrei bis 2030"
Die englische Regierung hat ein neues Green Paper vorgestellt, das die Abschaffung aller herkömmlichen Tabakprodukte bis 2030 vorsieht. Konsumenten sollen entweder komplett aufhören oder auf E-Zigaretten und Tabakerhitzer umsteigen. Um dieses Ziel zu erreichen, sollen u.a. kostenfreie Entwöhnungsmittel zur Verfügung gestellt werden. Die Finanzierung der Maßnahmen ist allerdings noch nicht geklärt. Eine Entscheidung wird erst im Frühjahr 2020 erwartet. Die schottische Regierung hat sich vergangenes Jahr auf das Ziel einer tabakfreien Generation bis 2034 verpflichtet. (Cancer Research UK)

USA I: Zusammenhang zwischen Lungenkrankheit und E-Zigaretten wird geprüft
Seit Ende Juni sind in den USA zunehmend Fälle von Lungenerkrankungen aufgetreten, die mit E-Zigarettenkonsum in Zusammenhang gebracht werden. Bis Ende September 2019 waren dies über 805 bestätigte und wahrscheinliche Fälle von schweren Lungenerkrankungen und 12 Todesfälle. Die Ursache für die Lungenschäden ist noch immer unklar. Es besteht die Vermutung, dass Aromastoffe in den Liquids, das Vermischen mit Ölen, die den Cannabis-Wirkstoff THC oder Vitamin E enthalten, oder aber Schwarzmarktprodukte die Ursache sein könnten. (Ärztezeitung, Spiegel online)
Das „Emergency Operations Center“ der US-Centers for Disease Control (CDC) arbeitet mit Hochdruck an der Aufklärung der Lungenkrankheiten. Die CDC rät währendessen grundsätzlich vom E-Ziagerettenkonsum ab, zumindest aber sollten keine Produkte von der Straße sowie keine selbst manipulierten „Liquids“ oder Produkte mit Marihuana-Öl konsumiert werden. (Ärztezeitung)

USA II: San Francisco und Massachusetts verbieten E-Zigaretten
Infolge hunderter Lungenerkrankungen und einiger Todesfälle, die im Zusammenhang mit E-Zigarettenkonsum stehen, haben die Stadt San Francisco und jüngst der Bundesstaat Massachusetts den Verkauf von E-Zigaretten komplett verboten. (Tagesschau, Spiegel online)
Der in San Francisco ansässige E-Zigarettenhersteller Juul unterstützt derweil eine Kampagne der Coalition for Reasonable Vaping Regulation, die das Verbot mithilfe einer Volksabstimmung rückgangig machen will. (SF Chronicle)

USA III: Verbote von E-Zigaretten-Aromen

Ebenfalls vor dem Hintergrund der ungeklärten Lungenerkrankungen, werden aktuell zunehmend Verbote gegen E-Zigarettenaromen erlassen. Michigan hat als erster US-Bundesstaat Anfang September E-Zigaretten-Aromen verboten. (Ärzteblatt) Auch New York hat Mitte September ein „Notfall“-Verbot gegenüber E-Zigaretten mit Geschmack verhängt. (FAZ)
Nun will die US-Regierung landesweit Liquids, die nach Minze, Früchten oder Kaugummi schmecken, verbieten. Die Gesundheitsbehörde FDA (Food and Drug Administration) arbeite eine Richtlinie aus, mit der alle Geschmacksrichtungen mit Ausnahme von Tabak vom Markt verbannt werden sollten, sagte Gesundheitsminister Alex Azar. (Spiegel online)


USA IV: FDA startet Videokampagne gegen E-Zigaretten
In den USA ist eine Video-Reihe unter der Überschrift The Real Cost in der TV-Werbung und auf Youtube angelaufen. Mit der Kampagne will die Food and Drug Administration (FDA) vor allem Jugendliche vor den Gefahren des E-Zigarettenkonsums warnen. (Ärztezeitung)

USA V: Neue Frist für Anmeldung von E-Zigaretten
Um ihre Produkte weiterhin vertreiben zu dürfen müssen E-Zigarettenhersteller diese bis spätestens zum 12. Mai 2020 bei der Food and Drug Administration (FDA) anmelden und zur Prüfung bereitstellen. Das hat ein Bundesgericht Mitte Juli 2019 entschieden. Das Urteil bewirkt eine Verkürzung der Frist, die bisher für das Jahr 2022 vorgesehen war. Wer die neue Frist nicht einhält, muss mit sofortigem Marktverbot für sein Produkt rechnen. Rechtzeitig angemeldete E-Zigaretten dürfen bis zum Abschluss der Prüfung auf dem Markt bleiben. (Cancer Action Network)

USA VI: FTC leitet Untersuchung gegen Juul ein
Die US-amerikanische Federal Trade Commission (FTC) hat eine Untersuchung eingeleitet, die herausfinden soll ob Juul irreführende Marketingmethoden benutzt und gezielt Minderjährige geworben hat. Erste Schritte der Untersuchung wurden bereits im September letzten Jahres unternommen. Die FTC erwägt, Geldstrafen zu verhängen, falls sich der Verdacht bewahrheitet. (CNBC
Als Reaktion auf die zunehmende Kritik teilte das Unternehmen Ende September mit, die Werbung für seine Produkte einzustellen und die Firmenspitze neu aufzustellen. (Spiegel online)

Indien verbietet E-Zigaretten
Das indische Kabinett hat Mitte September 2019 ein umfassendes Verbot von E-Zigaretten beschlossen. Import und Verkauf sowie Werbung für E-Zigaretten sind künftig illegal. Begründet wird dies damit, dass E-Zigaretten vor allem für Jugendliche ein zunehmendes Gesundheitsproblem darstellen würden. Verstöße werden künftig hart geahndet – mit Geldbußen von umgerechnet 1271 bis 6351 Euro und Gefängnisstrafen von ein bis drei Jahren. (ARD)

China will gesetzliche Regulierung von E-Zigaretten verschärfen
Die staatliche Kommission für Gesundheit und Hygiene will E-Zigaretten durch entsprechende Gesetze überwachen und kontrollieren. Schon bis 2020 soll es in den meisten Regierungsinstitutionen, ebenso wie in anderen geschlossenen Räume in der Öffentlichkeit Konsumverbote geben. (German.CHINA.ORG.CN)

Publikationen – national
Mitteilungen des ÄARG Nr. 57 erschienen
Die neueste Ausgabe der Mitteilungen des Ärztlichen Arbeitskreises Rauchen und Gesundheit e.V. (ÄARG) hebt die Forderungen zur Tabakprävention der Gründerväter des Arbeitskreises vor 50 Jahren hervor und führt am Beispiel des Nichtraucherschutzes an, wie zögerlich es mit der Tabakprävention heute noch in Deutschland im Vergleich zu anderen europäischen Ländern vorangeht.

„Gefahren der Exposition gegen Tabakrauch und E-Zigaretten im Kindes und Jugendalter“
Die Fachzeitschrift Atemwegs- und Lungenkrankheiten hat zwei Ausgaben im Mai und Juni 2019 zum Themenbereich „Gefahren der Exposition gegen Tabakrauch und E-Zigaretten im Kindes und Jugendalter“ herausgegeben. Die Artikel können unter den folgenden Links als kostenlose PDFs heruntergeladen werden: Teil 1Teil 2

Rauchen bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen in Deutschland
Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) hat Mitte September 2019 die zentralen Ergebnisse zum „Rauchverhalten Jugendlicher und junger Erwachsener in Deutschland“ aus dem Alkoholsurvey 2018 veröffentlicht. Danach ist der Anteil rauchender Jugendlicher rückläufig, während der Anteil Jugendlicher, die noch nie geraucht haben, im Jahr 2018 so hoch war, wie nie zuvor. (Pressemitteilung, Forschungsbericht)

ERS-Positionspapier zu Tabak-Harm-Reduction
Die European Respiratory Society hatte bereits im Mai 2019 ein Positionspapier zum Thema Tobacco Harm Reduction veröffentlicht, das nun in Zusammenarbeit mit der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin (DGP) auch ins Deutsche übersetzt wurde. ERS Positionspapier zur Tabak-Harm-Reduction

Studie "Rauchen im Jugendalter in England und Deutschland, 2001-2016"

Bei der am 10. September online in der Fachzeitschrift Pneumologie veröffentlichten Studie wurden 11 wiederholte Querschnittserhebungen mit insgesamt 107.485 Personen im Alter von 11 bis 15 Jahren ausgewertet. Die Befragungen fanden zwischen 2001 und 2016 in England und Deutschland statt. Es wurde ermittelt, wie viele Jugendliche jemals geraucht hatten und wie viele regelmäßig rauchten. Im Beobachtungszeitraum zeigte sich eine signifikant stärkere Reduktion des Anteils Jugendlicher mit Raucherfahrung in Deutschland (von 52% auf 10%) im Vergleich zu England (von 44% auf 19%). Der Anteil aktuell rauchender Jugendlicher fiel im Beobachtungszeitraum in beiden Ländern um einen geringen Prozentsatz. Die Daten liefern nach Einschätzung der Autoren einen Hinweis auf einen stärkeren Trend zum Nie-Rauchen in Deutschland im Vergleich zu England und auf einen vergleichbaren Trend zum selteneren aktuellen Rauchen in den beiden Ländern. Kausale Schlussfolgerungen seien aufgrund der Studienanlage nicht möglich.


Mehrheit der Deutschen befürwortet finanzielle Unterstützung beim Rauchstopp
Eine am 27. August 2019 bei BMJ Open veröffentlichte repräsentative Befragung im Rahmen der DEBRA-Studie kommt zu dem Ergebnis, dass 52 bis 68% der Deutschen eine Kostenübernahme durch die Krankenkassen für nachweislich wirksame Hilfsmittel zur Rauchentwöhnung befürworten. (Ärzteblatt)

Publikationen – international
Studie zu krebserregenden Stoffen in E-Zigaretten
US-amerikanische Wissenschaftler haben in E-Zigaretten einen möglicherweise krebserregenden Geschmacksstoff namens Pulegon "in besorgniserregend hoher Konzentration" entdeckt. Der Stoff ist in Mentholöl enthalten und wurde in 2018 bereits als Zusatzstoff in Lebensmitteln verboten. Bei den untersuchten E-Zigaretten war die Konzentration des Stoffs bis zu 1000-mal höher als bei herkömmlichen Mentholzigaretten. (Spiegel online, JAMA)

E-Zigaretten könnten Gehirn-Stammzellen beschädigen
Ein Forschungsteam an der kalifornischen Universität Riverside hat den Effekt von nikotinhaltigen E-Zigaretten auf neurale Stammzellen von Mäusen im Zellversuch untersucht. Demzufolge können die enthaltenen Substanzen, insbesondere Nikotin, zu Stress oder Schäden an den Stammzellen führen, bei langzeitigem Konsum sogar zum Zelltod. Das wiederum, könnte möglicherweise zu erheblichen Fehlern bei der Entwicklung des Gehirns führen. Insbesondere in Bezug auf Minderjährige und Schwangere seien die Ergebnisse alarmierend. (UC Riverside)

WHO stellt neuen Tabakbericht vor
Ende Juli hat die Weltgesundheitsorganisation in Rio de Janeiro ihren neuen Welt-Tabak-Bericht vorgestellt. Für Deutschland werden darin umfassendere Regeln zum Rauchen im öffentlichen Raum gefordert, ebenso wie wirksame Medienkampagnen, härtere Werbeverbote und weitere Steuererhöhungen. Vor allem müsse es aber mehr staatliche Unterstützung für aufhörwillige Raucher/innen geben, zum Beispiel durch finanzielle Hilfen für Nikotinersatztherapien, hausärztliche Beratung und Onlinedienste. (Ärztezeitung, Tagesschau)

Auch wenig rauchen erhöht das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen
Einer australischen Studie zufolge haben Raucher/innen ein etwa dreimal so hohes Risiko wie lebenslange Nichtraucher/innen, an Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu sterben. Das Risiko für einen Schlaganfall oder Herzinfarkt sei doppelt so hoch, selbst bei einem täglichen Konsum von nur 4-6 Zigaretten. (Spiegel online)

Regeneration des Herzens nach dem Rauchstopp dauert möglicherweise länger als bisher angenommen
US-amerikanische Forscher haben in einer im August bei JAMA veröffentlichten Studie bestätigt, dass sich der Gesundheitszustand des Herzens zwar tatsächlich nach einem Rauchstopp sofort verbessert. Allerdings deuten die Ergebnisse darauf hin, dass es bis zur vollständigen Erholung mindestens 10, in manchen Fällen sogar 15 Jahre dauert, während frühere Studien eine vollständige Regeneration nach bereits 5 Jahren zeigen konnten. Für die Langzeitstudie wurden 8.770 Teilnehmer/innen untersucht. (HealthDay)

Studie zu Vergiftungen durch E-Zigaretten-Liquids
Eine niederländische Studie hat mithilfe von 26 Fallberichten von 31 Vergiftungsfällen die Ursachen, Symptome und Folgen der oralen Aufnahme von nikotinhaltigen E-Zigaretten-Liquids untersucht. Diejenigen Vergiftungsfälle, bei denen die Patienten nicht älter als sechs Jahre waren, waren auf versehentliche Aufnahme von E-Zigaretten-Liquids zurückzuführen. Alle anderen Fälle von älteren Personen waren durch absichtliche Aufnahme der Liquids im Rahmen von Suizidversuchen erfolgt. Die häufigsten Vergiftungssymptome waren Herzrasen, Erbrechen und Veränderungen im Mental-Status. Elf Vergiftungsfälle endeten mit dem Tod der Patienten.

Potentiell schädliche chemische Veränderungen in E-Zigaretten-Liquids beobachtet

Eine im September 2019 in Nicotine & Tobacco Research erschienene US-amerikanische Studie zeigt, dass Geschmacksstoffe in E-Zigaretten-Liquids schon vor dem Erhitzen zu chemischen Veränderungen führen können. Die so neu entstehenden komplexeren Chemikalien sind nirgendwo deklariert, könnten aber bei der Inhalation zu Irritationen in den Atemwegen und in der Folge sogar zu Entzündungen führen. (ScienceDaily)


E-Zigaretten könnten im Zusammenhang mit COPD und chronischer Bronchitis stehen
Eine Studie, die im August im US-amerikanischen Journal of Respiratory Cell and Molecular Biology veröffentlicht wurde, hat untersucht, ob E-Zigaretten-Aerosol wie Zigarettenrauch im Zellversuch zu einer Dysfunktion des "Cystic Fibrosis Transmembrane Conductance Regulator" (CFTR) in Lungenepithelzellen führen kann. Dieser Regulator wird u.a. mit Krankheiten wie chronischer Bronchitis und COPD in Verbindung gebracht. Die Ergebnisse zeigten, dass E-Zigaretten-Aerosol eine eingeschränkte Funktion des Regulators in Lungenzellen induzieren können, was möglicherweise zur Entwicklung chronischer Lungenerkrankungen beitragen könnte.

Studie zu Entzugserscheinungen bei E-Zigaretten-Abstinenz
Eine im Juli 2019 in Nicotine & Tobacco Research veröffentlichte Studie lässt vermuten, dass E-Zigaretten eine körperliche Abhängigkeit aufrecht erhalten können. Obwohl die Entzugserscheinungen weniger heftig ausfallen, als bei einer Entwöhnung von herkömmlichen Tabakprodukten, mahnen die Autoren, dies in der weiteren Forschung zu berücksichtigen und jetzige Nutzer/innen von E-Zigaretten davor zu warnen, dass ein abrupter Konsumstopp mit Entzugserscheinungen einhergehen kann. 

Studie zu Lipidbildung in der Lunge durch E-Zigarettenkonsum
In Experimenten mit Mäusen haben US-amerikanische Forscher untersucht, wie schädlich E-Zigaretten für die Lunge sind. Die im Journal of Clinical Investigation veröffentlichte  Studie zeigt, dass sich nach langzeitiger E-Zigarettenexposition – unabhängig davon, ob die Liquids Nikotin enthalten – eine abnormale Ansammlung von Lipiden (Fetten) in der Lunge gebildet hatten, die die normale Lungenstruktur und Lungenfunktion stören. Dadurch werde die Immunfähigkeit beeinträchtigt und die Anfälligkeit für Krankheiten wie Grippe oder Lungenentzündungen steige. (MDR) Entzündungen und Emphyseme entwickelten die Mäuse allerdings nicht.

Studie zur Wirkung von Medienberichten über E-Zigaretten auf Jugendliche

Eine Gruppe nordamerikanischer Forscher hat den Einfluss der Berichterstattung zum Thema E-Zigaretten auf Jugendliche und junge Erwachsene untersucht. Die Ergebnisse des Survey zeigen, dass Teilnehmer/innen, die vornehmlich negative Berichte über E-Zigaretten wahrgenommen hatten, eher an die potentielle Schädlichkeit glaubten und in größerer Zahl mit dem Konsum aufhören wollten. Positive Meldungen schienen sich dagegen steigernd auf die Empfänglichkeit der Probanden für E-Zigaretten auszuwirken. Die Studie wurde im April im Journal Preventive Medicine veröffentlicht.


Kosten-Nutzen-Rechnung verschiedener Tabak-Präventionsmaßnahmen
Ein Team von 10 Forschern aus verschiedenen europäischen Ländern hat die Kosteneffektivität von fünf Tabakpräventionsstrategien untersucht, die 2016 in Finnland, Irland, den Niederlanden, Belgien, Deutschland, Italien und Portugal eingesetzt wurden. Die Ergebnisse im Juli 2019 in Nicotine & Tobacco Research veröffentlichte Studie , kommt zu dem Ergebnis, dass alle Maßnahmen in höchstem Maße kosteneffektiv waren, selbst bei Einberechnung der höchstmöglichen Kostenschätzungen.

Studie zum Zusammenhang von Warnungen vor E-Zigaretten und dem Raucheinstieg
Eine US-amerikanische im Juli 2019 im Fachjournal Tobacco Control online veröffentlichte Studie hat verschiedene Formen von Warnhinweisen zu E-Zigaretten unter die Lupe genommen. Ihr zufolge erwecken solche Warnungen unter E-Zigarettenkonsument/innen eher den Wunsch mit dem E-Zigarettenkonsum aufzuhören, und kein höheres Interesse an herkömmlichen Tabakprodukten.

Veränderungen des E-Zigarettenkonsums bei Jugendlichen in Nordamerika und UK
In den Jahren 2017 und 2018 sei der Anteil der nordamerikanischen Teenager, die E-Zigaretten nutzten um fast 50% angestiegen – so eine im Juni im BMJ veröffentlichte Studie. Die zunehmende Präsenz und Verfügbarkeit von E-Zigaretten mit hohem Nikotingehalt, wie Juul, sowie die vergleichsweise schwachen Werbegesetze scheinen zu diesem Trend beizutragen. In England änderte sich im gleichen Zeitraum die E-Zigarettennutzung unter Jugendlichen kaum. (Reuters)
Daten einer Befragung des National Health Service bestätigen ebenfalls, dass im Vereinigten Königreich die Anzahl der jugendlichen E-Zigarettenkonsument/innen in den vergangenen zwei Jahren konstant geblieben zu ist. (Politico)

Juul Online-Werbung ist zum Selbstläufer geworden
Eine im August 2019 in Tobacco Control publizierte US-amerikanische Untersuchung hat Beiträge in den sozialen Medien untersucht, die das Schlagwort "Juul" enthalten. Sie kommt zu dem Ergebnis, dass die Anzahl der Meldungen zu Juul steigt, obwohl sich die Firma selbst komplett aus den sozialen Medien zurückgezogen hat. Externe Verkäufer, Produktpiraten sowie Kinder und Jugendliche selbst "vermarkten" das Produkt auf Instagram & Co. (CNN)

Weitere News – national
Umweltverschmutzung durch Zigarettenkippen verringern: Bußgelder oder Pfandsystem?

Durch weggeworfene Kippen wird die Umwelt mit krebserregenden Chemikalien und Schwermetallen belastet, und insbesondere Kinder auf Spielplätzen werden gefährdet. Die Deutsche Umwelthilfe fordert daher abschreckendere Bußgelder, konsequente Kontrollen und ein bundeseinheitliches Rauchverbot auf Spielplätzen. (Pressemitteilung)
Der Berliner Aktivist Stephan von Orlow hat einen anderen Vorschlag: ein Pfandsystem für Zigarettenstummel. So werde nicht nur die Umwelt geschont, auch die in den Kippen enthaltenen Rohstoffe könnten recyclt werden. Eine entsprechende Petition an das Umweltministerium weist bereits über 55.000 Unterschriften auf. (FAZ)
Auch in anderen deutschen Städten haben sich Initiativen gegründet, die gegen die Umweltverschmutzung durch Zugarettenkippen vorgehen wollen – z.B. die Aktion "RhineCleanUp". Die Düsseldorfer Initiative hat Anfang August in Düsseldorf, Köln und Duisburg insgesamt 200.000 weggeworfene Zigarettenstummel eingesammelt. (WDR)
Die Umweltministerin und die Bundesregierung halten im Hinblick auf das Problem bisher vor allem an der EU-Richtlinie zur Bekämpfung von Plastikmüll fest, die vorsieht, die Reinigungskosten in Teilen auf Zigarettenhersteller umzulegen. Sie soll nach Möglichkeit noch vor der offiziellen Frist 2021 umgesetzt werden. (Bundesregierung) Ob weitere Maßnahmen ergriffen werden, bleibt abzuwarten. 


NABU fordert generelles Rauchverbot an Stränden
Bisher ist es in Deutschland einzig und allein auf Föhr an drei Stränden verboten zu rauchen, an allen anderen Stränden der Nord- und Ostsee ist es weiterhin erlaubt. Da zu viele Kippen am Strand liegen bleiben und ihre Schadstoffe in die Umwelt entweichen, fordert der Naturschutzbund die Einrichtung von festen Raucherzonen bei einem grundsätzlichen Verbot, ähnlich der Regelung an Bahnhöfen. (NDR)

6,6 % weniger Zigaretten im 2. Quartal 2019 als im Vorjahr versteuert
Laut Statistischem Bundesamt wurden in Deutschland im vergangenen Quartal 6,6 % weniger Zigaretten versteuert als im gleichen Zeitraum 2018. Auch die Absatzmengen bei Zigarren und Zigarillos  (-7,3 %) und Tabakfeinschnitt (-9,2 %) gingen zurück. Einzig bei Pfeifentabak, der auch Wasserpfeifentabak und neuartige Pfeifentabakprodukte beinhaltet, stieg die versteuerte Menge um 14,5 % an. Die Zahlen beziehen sich auf den Zeitpunkt des Bezugs von Steuerzeichen und lassen daher nur bedingt Rückschlüsse auf das Kaufverhalten bei den Endkonsumenten zu. (Destatis)

Neugründung: Bundesverband der Tabakwirtschaft und neuartiger Erzeugnisse (BVTE)
Der Deutsche Zigarettenverband (DZV) hat Anfang September einen eigenen Verband für die Interessen des Handels mit neuen Tabakprodukten gegründet. E-Zigaretten und Tabakerhitzer stehen gegenwärtig stark im Fokus der Politik, u.a. in Diskussionen darum, ob es gesonderte Besteuerungen oder Werberichtlinien für diese Produkte geben sollte. Erwartet wird vor allem die Mitgliedschaft der führenden Anbieter von E-Zigaretten in Deutschland. (Ärztezeitung)

Weitere News – international
ENSP fordert europäische Reaktion auf E-Zigaretten
Das European Network für Smoking and Tobacco Prävention (ENSP) fordert die europäischen Entscheidungsträger auf, klare und effiziente Maßnahmen gegen den zunehmenden Gebrauch von E-Zigaretten zu unterstützen. Im Vordergrund steht dabei insbesondere der Schutz der Kinder und Jugendlichen. ENSP

Altria und PMI verhandeln über Zusammenschluss
Altria und Philipp Morris International haben bestätigt, dass sie Gespräche über einen möglichen Zusammenschluss führen. Die beiden Tabakkonzerne hatten sich 2008 von einander abgespalten; bei einer erneuten Fusion würde ein Tabakgigant mit einem Börsenwert von rund 200 Milliarden Dollar entstehen. Erste Ergebnisse der Verhandlungen werden Ende September erwartet. (Reuters, Focus)


Malaysia: als Armbanduhren getarnte E-Zigaretten aufgetaucht
In Malaysia wurde beobachtet, dass Schüler und Schülerinnen zunehmend E-Zigaretten konsumieren, die in funktionierenden Armbanduhren versteckt sind. Wer der Hersteller dieser Geräte ist und ob sie überhaupt für den Verkauf zugelassen sind, ist noch unklar. Verbraucherschützer sorgen sich insbesondere um die Beliebtheit des Produkts bei Jugendlichen und drängen die Regierung zu Untersuchungen und neuen Regulierungen. (The Star)


Netflix stellt vage rauchfreie Produktionen für Jugendliche in Aussicht
Das besonders häufige Vorkommen von Rauchszenen in einigen neuen  Netflix-Produktionen hatte Kritik hervorgerufen. In einem Statement vom Juli 2019 gelobte Netflix künftig darauf zu achten, dass in Sendungen für ein Publikum unter 14 Jahren keine Zigaretten oder E-Zigaretten mehr gezeigt würden. Bei älteren Zielgruppen und mit Blick auf historische Korrektheit müsse es aber Ausnahmen geben dürfen. (Spiegel online)


Juul startet Testlauf für neues Produkt
In Großbritannien und Kanada testet der Konzern gerade die neue E-Zigarette "Juul C1" – mit einer Bluetooth-Funktion, mit der das Gerät mit dem Handy verbunden werden kann. Nur durch eine App, in der sich der Nutzer mit einem offiziellen ID-Dokument anmelden muss, wird die E-Zigarette nutzbar und kann so für andere Personen gesperrt werden. Der Konzern scheint damit eine firmeneigene Lösungsstrategie gegen den steigenden Nikotinkonsum Minderjähriger vorlegen zu wollen. (Wired UK)


Juul stellt führenden Suchtforscher ein
Der E-Zigaretten-Hersteller Juul hat Dr. Mark Rubinstein, einen prominenten Experten auf dem Gebiet der Suchtforschung, insbesondere der Auswirkungen von Nikotin auf Jugendliche, als medizinischen Leiter eingestellt. Seine Aufgabe soll es laut der Firma sein, Nikotinsucht bei Jugendlichen weiter zu untersuchen und Präventionsmaßnahmen in die Wege zu leiten. (LA Times)


Strengere Tabakwerberegeln bei Facebook & Instagram
Bei dem Social-Media-Unternehmen sind Ende Juli 2019 neue Richtlinien bezüglich Tabak- und Alkoholwerbung in Kraft getreten. Der Verkauf solcher Produkte zwischen Privatpersonen soll damit völlig unterbunden werden. Unternehmen dürfen weiter werben und verkaufen, aber nur an über 18-Jährige. Influencer seien bisher noch von dem Verbot ausgenommen, Änderungen dieser Regel seien aber in der Diskussion, so eine Sprecherin. (Standard, CNN)


USA: Jugendliche gehen gegen Juul vor
In den USA haben mehrere Jugendliche Schritte gegen die E-Zigaretten-Firma Juul eingeleitet. Ein 19-Jähriger verklagt Juul und Philip Morris wegen seiner Nikotinsucht (LA Times, Daily Herald) und ein 22-Jähriger geht wegen seines Schlaganfalls vor Gericht (SF Gate). Außerdem haben Teenager vor dem Kongress von der Gesundheitskampagne des Konzerns berichtet, die Juul in September 2018 an weiterführenden Schulen durchgeführt hatte. Bei den sogenannten "Mental Health and Addiction" Seminaren (Psychische Gesundheit und Sucht) seien die Lehrer aus dem Raum geschickt worden und die Juul-Vertreter hätten den 14- bis 15-Jährigen versprochen, das Produkt sei absolut sicher. (CNN)


Juul will weiter expandieren
Die Firma Juul will mit etwa 325 Millionen Dollar international expandieren. Die Marke ist in den letzten Monaten bereits in Irland, dem Vereinigten Königreich, Kanada, Südkorea, den Philippinen und Indonesien neu auf den Markt gekommen. (Reuters, Silicon Republic)


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