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ABNR-Info | 1|2021

Sehr geehrte Damen und Herren,

die WHO hat für das Jahr 2021 eine einjährige globale Kampagne "Commit to Quit" ausgerufen. Erklärtes Ziel ist es, 100 Millionen Menschen bei ihrem Versuch, das Rauchen aufzugeben, zu unterstützen. Dies will auch die Drogenbeauftragte mit der Kampagne „rauchfrei leben“ (Arbeitstitel) erreichen, an der u.a. das ABNR, die Bundesärztekammer und die Deutsche Krebshilfe beteiligt sind.
Auch der diesjährige Weltnichtrauchertag steht unter dem Motto "Commit to Quit". Nähere Informationen sowie kostenlose Materialien zum Weltnichtrauchertag in Deutschland finden Sie in Kürze auf der Homepage des ABNR (weltnichtrauchertag.de). Zu diesem Themenkomplex wie zu vielen weiteren finden Sie zahlreiche Meldungen in der aktuellen Ausgabe des ABNR-Infos.

Wir wünschen Ihnen viel Spaß beim Lesen.

Ihr ABNR-Team

Aus der Politik & Rechtliches – national
Entwurf eines Gesetzes zur Modernisierung des Tabaksteuergesetzes
Der Gesetzentwurf des Bundesfinanzministeriums, der am 24. März vom Bundeskabinett beschlossen wurde, sieht vor, die Tabaksteuer ab 2022 über fünf Jahre hinweg zu erhöhen. Zum ersten Mal werden auch Tabakerhitzer und nikotinhaltige Substanzen für neuartige Tabakprodukte eingeschlossen. Expert:innen – auch des ABNR – warnen jedoch: eine solch moderate Erhöhung zeigt im Hinblick auf Tabak- und Nikotinprävention wenig Effekt. (aerzteblatt) Die Stellungnahmen verschiedener Parteien zum Gesetzesentwurf – auch die des ABNR – sind hier einzusehen. Es berichteten u.a. aerzteblatt und tagesschau.

Lobbyregister beschlossen

Nach jahrelangen Diskussionen hat der Bundestag am 25. März 2021 schließlich die Einführung eines Lobbyregisters beschlossen (Drucksache 19/27922). Der Gesetzesentwurf (Drucksache 19/22179) wurde bereits im September in den Bundestag eingebracht (vgl. ABNR-Newsletter 03/2020). Interessenvertreter:innen, die in Bundestag und Bundesregierung aktiv sind, müssen sich künftig in ein öffentlich einsehbares Register eintragen und dort Angaben über ihre Auftraggeber und  finanzielle Aufwendungen machen. Auch wenn der Beschluss als wichtiger Meilenstein begrüßt wird, kommt Kritik aus der Opposition, Transparenzorganisationen, der Verbraucherzentrale Bundesverband sowie Umweltverbänden. Insbesondere aufgrund des Fehlens eines sogenannten "exekutiven Fußabdrucks" (Nachverfolgung der Einflussnahme auf Gesetzesvorhaben) könne nicht von wirklicher Transparenz gesprochen werden, so die Kritiker:innen. (tagesschau, lobbycontrol)
Währenddessen liegt auch für den Baden-Württembergischen Landtag ein Gesetztentwurf für ein Lobbyregister vor. Das Bundesland wäre damit das erste, welches ein solches Register im Gesetz verankert. (Stuttgarter Nachrichten)
Auch in der EU hat sich zum Thema Interessenvertretung etwas getan: Im Dezember 2020 wurde beschlossen, das bestehende Transparenzregister von Europäischem Parlament und Europäischer Kommission auch auf den Rat der EU auszuweiten. (Haufe)


Produkte mit tabakfreien nikotinhaltigen Portionsbeuteln – einheitliche Regelung in der EU
Laut Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der FDP ist für Produkte mit tabakfreien nikotinhaltigen Portionsbeuteln eine EU-weite Regelung notwendig. Man sei bereits mit der Europäische Kommission diesbezüglich im Gespräch.

EU-Tabaksteuerrichtlinie zu einer Richtlinie für Rauch- und Dampfprodukte weiterentwickelt – Antrag von B'90/Die Grünen abgelehnt
Der Antrag der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, die EU-Tabacksteuerrichtlinie zu einer Richtlinie für Rauch- und Dampfprodukte weiterzuentwickeln, wurde im Bundestag abgelehnt. Mit Ausnahme der Fraktionen DIE LINKE und BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN folgten alle Parteien der Beschlussempfehlung des Finanzausschusses. Im Antrag wurde außerdem gefordert, die Steuer an den gesundheitlichen Auswirkungen auszurichten.

Fraktion DIE LINKE: Kleine Anfrage zu Tabakindustrie und Tabakkontrolle
In einer Kleinen Anfrage der Fraktion DIE LINKE werden Fragen zu den Ausgaben für Werbung, Promotion und Sponsoring für Tabakprodukte gestellt. Ebenso will die Fraktion von der Bundesregierung wissen, ob ein Verbot dieser Art des Sponsorings seitens der Tabakindustrie in öffentlichen Einrichtungen geplant ist.

Aus der Politik & Rechtliches – international
Europas Plan zur Krebsbekämpfung

Die Europäische Kommission stellte Anfang Februar den Europe's Beating Cancer Plan vor. In Bezug auf Tabak, als vermeidbarer Risikofaktor für verschiedene Krebsarten, soll der Plan dazu beitragen, eine "tabakfreie Generation" zu schaffen: Bis 2040 sollen weniger als 5% der Bevölkerung Tabak konsumieren. Dieses „ambitionierte Ziel“ wird von Vereinigungen und Organisationen wie Smoke Free Partnership oder European Public Health Alliance begrüßt.
Im Rahmen des Krebsbekämpfungsplan sollen auch zwei europäische Rechtsvorschriften überarbeitet werden: Die Steuervorschriften für von Privatpersonen im Ausland gekauften Alkohol und Tabak und eine Novellierung der EU-Tabaksteuer-Richtlinie stehen auf dem Programm.


Frankreich: 10-Jahres-Plan zur Bekämpfung von Krebserkrankungen
Präsident Macron präsentierte Anfang Februar 2021 den neuen 10-Jahres-Plan zur Bekämpfung von Krebserkrankungen. Dieser sieht auch Maßnahmen für Tabakprodukte vor. Darunter: weiter ansteigende Preise und der Ausbau von rauchfreier Orte. So soll die Anzahl krebsbedingter Todesfälle gesenkt und der Weg für die erste rauchfreie Generation geebnet werden. (Reuters)

Wales: Rauchen in Krankenhäusern, Schulen und auf Spielplätzen verboten
Als erstes Land in Großbritannien verbietet Wales das Rauchen in Krankenhäusern, Schulen und auf Spielplätzen. Ein Verstoß kostet bis zu £100. Ziel ist es, Menschen bei der Entwöhnung zu unterstützen, Passivrauch zu reduzieren und Kindern eine rauchfreie Umwelt zu bieten. (The Guardian)

Schweiz: Tabakproduktgesetz schließt jetzt E-Zigaretten mit ein
Durch die Aufnahme von E-Zigaretten an das Tabakproduktgesetzt sind diese Produkte in der Schweiz nun zu besteuern. Der Antrag wurde Anfang März vom Ständerat angenommen und geht nun zur Ausführung an den Bundesrat. (NAU)

Brasilien: Klagen gegen Tabakunternehmen
Brasilien verklagt die Tabakunternehmen British American Tobacco und Philip Morris International. Ziel ist die Erstattung der Kosten des Gesundheitswesens für die Behandlung tabakbedingter Krankheiten in den letzten fünf Jahren. Gratulation unter anderem von Seiten der WHO und Tobacco Free Kids: Die Tabakunternehmen müssten für die finanzielle und gesundheitliche Belastung der Gesellschaft verantwortlich gemacht werden. (Reuters, WHO, TobaccoFreeKids)
Ebenfalls in Brasilien: Die Firma CTA Continental Tobaccos Alliance – ein Tabakexporteur – ist wegen Sklavenarbeit angeklagt, nachdem neun Menschen, darunter fünf Kinder, aus einem sklavenähnlichen Arbeitsverhältnis auf einer Farm unter CTA-Vertrag gerettet werden mussten. (Reuters)

Tabakunternehmen BAT und Imperial angeklagt: Profite durch Kinderarbeit in Malawi
Den Tabakfirmen British American Tobacco und Imperial wurde bereits 2018 in einem Bericht im Guardian Ausbeutung vorgeworfen - jetzt wurde Klage eingereicht. Die Unternehmen werden beschuldigt, von Kinderarbeit, Ausbeutung und gefährlichen Bedingungen auf Tabakfarmen in Malawi profitiert zu haben. (The Guardian)

Publikationen – national
Aktualisierte S3-Leitlinie zu Rauchen und Tabakabhängigkeit
Unter der Federführung der Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie, Psychotherapie und Nervenheilkunde (DGPPN) und der Deutschen Gesellschaft für Suchtforschung und Suchttherapie (DG-Sucht) hat eine Vielzahl an Akteuren (auch unter Beteiligung einiger Mitglieder des ABNR) die S3 Leitlinie “Rauchen und Tabakabhängigkeit: Screening, Diagnostik und Behandlung” aktualisiert. Sie soll Expert:innen Unterstützung und Orientierung bieten und die Gefahren des Tabakkonsums in der Gesellschaft bekannter machen. (AerzteblattS3 Leitlinie)

Bundesinstitut für Risikobewertung: Zusatzstoffe in Tabak und E-Zigaretten
Das Bundesinstitut für Risikobewertung hat eine Reihe von Inhalts- und Zusatzstoffen in Zigarettentabak und Liquids für E-Zigaretten als gesundheitlich beeinträchtigend bewertet. Ziel war es, die Anlagen 1 und 2 der Tabakerzeugnisverordnung zum Verbot von Zusatzstoffen in Tabak, Liquids und Nachfüllbehältern um weitere potenziell gesundheitsgefährdende Stoffe zu ergänzen. (BfR)

Publikationen – international
Empfehlungen der WHO Arbeitsgruppe für Tabakproduktregulierung
In einem Ende Dezember 2020 veröffentlichten WHO-Bericht über Sitzungen von Expertenausschüssen und Arbeitsgruppen ist u.a. ein Bericht über die zehnte Sitzung der WHO-Arbeitsgruppe für Tabakproduktregulierung (virtuelle Sitzung, 28. September – 2. Oktober 2020) enthalten. Hierin sind zentrale und detaillierte Empfehlungen für politische Entscheidungsträger:innen und andere interessierte Parteien zum Umgang mit neuartigen elektronischen Tabak- und Nikotinprodukten dokumentiert. (WHO Report)

Thema E-Zigaretten: Sonderabschnitt im American Journal of Public Health
In der Special Section der Februarausgabe des American Journal of Public Health dreht sich alles um E-Zigaretten. Vier Aufsätze und Publikationen thematisieren unter anderem Gesundheitsrisiken durch den Konsum dieser Produkte, aktuelle Rechtsprechungen und den Diskurs über E-Zigaretten als vermeintlich „risikoarme“ Alternative zu herkömmlichen Zigaretten.
Ebenfalls in dieser Ausgabe: eine neue Übersichtsarbeit zu E-Zigaretten als Mittel der Rauchentwöhnung. Das Fazit der Autorenschaft: E-Zigaretten sollten nicht als Konsumprodukte zugelassen, jedoch als verschreibungspflichtige Therapie in Betracht gezogen werden.

Kritik an Cochrane-Review zu elektronischen Zigaretten zur Raucherentwöhnung
Der aktuelle Cochrane-Review zu elektronischen Zigaretten zur Raucherentwöhnung aus 2020 steht seit seiner Veröffentlichung in der Kritik. Charlotta Pisinger und Jørgen Vestbo erörtern in ihrem Aufsatz im European Respiratory Journal die Schwachstellen des Reviews. 
Ein Mitte März 2021 in der Deutschen Medizinischen Wochenschrift veröffentlichter Studien-Kommentar von Prof. Reiner Hanewinkel (IFT-Nord gGmbH) setzt sich ebenfalls kritisch mit den methodischen Begrenzungen des Cochrane-Reviews auseinander. (DMW

Nutzen-Kosten Analyse verschiedener Interventionen zur Raucherentwöhnung
Forschende der Georgetown University School of Medicine verglichen den Nutzen und die Kosten verschiedener Interventionen zur Raucherentwöhnung. Sie kamen zu dem Ergebnis, dass als Ergänzung zu einem Lungenkrebsscreening alle Interventionen die Anzahl an Todesfällen durch Lungenkrebs reduzieren. Vor allem pharmazeutische Ansätze in Kombination mit webbasierter, telefonischer oder persönlicher Beratung waren besonders effektiv. (Originalarbeit)

Einstellungen der Europäer zu Tabak und elektronischen Zigaretten
In einer Sonderausgabe des Eurobarometer berichtet die Europäische Kommission über die Einstellungen der Europäer zu Tabak und elektronischen Zigaretten. Trotz des anhaltenden Trends, dass immer weniger Menschen rauchen, gibt es nach wie vor erhebliche geografische und soziodemografische Unterschiede. Diese und weitere Erkenntnisse sind hier ausführlich dargestellt.

Global Youth Tobacco Survey: Konsum neuartiger Tabakprodukte steigt an
In der neusten Ausgabe der Global Youth Tobacco Survey wird beschrieben, dass die Häufigkeit des Konsums von Zigaretten bei 13- bis 15-Jährigen in den meisten Ländern im Laufe der Zeit abnahm, die Prävalenz des Konsums anderer Tabakprodukte in den letzten zwei Jahrzehnten jedoch anstieg oder sich nicht veränderte. Die Autor:innen sehen deshalb die Notwendigkeit, Bemühungen zur Eindämmung des Tabakkonsums in dieser Altersgruppe weltweit zu verstärken.

Junge Konsumierende von E-Zigaretten greifen öfter zur Zigarette
Das Probieren von E-Zigaretten und anderen Tabakprodukten vor dem 18. Lebensjahr ist mit täglichem Zigarettenrauchen später im Leben assoziiert. Zu diesem Ergebnis kommt ein Forschendenteam aus den USA. Sie vermuten deshalb, dass der starke Anstieg von E-Zigarettenkonsument:innen den bisher rückläufigen Trend des Zigarettenrauchens unter jungen Erwachsenen in den USA umkehren wird. (Originalarbeit, Spektrum)

Konsum erhitzter Tabakprodukte in Europa
Wissenschaftler:innen aus Mailand untersuchten die Nutzung erhitzter Tabakprodukte in elf europäischen Ländern von 2017-2018. Sie kamen zu dem Ergebnis, dass obwohl der Konsum dieser Produkte in Europa in der Allgemeinbevölkerung begrenzt war, der duale Gebrauch, der hohe Konsum unter jüngeren Generationen und das Interesse von Nichtrauchenden an diesen Produkten besorgniserregend seien. (Originalarbeit)

Einheitsverpackung von Zigaretten in Norwegen und Großbritannien
Die Auswirkung der Einführung von Einheitsverpackungen für Zigaretten – beispielsweise auf die Wahrnehmung von Warnhinweisen oder das Nachdenken über gesundheitliche Risiken – untersuchte ein Team von Wissenschaftler:innen aus Schottland. In Großbritannien gab es deutliche Effekte, in Norwegen blieben diese aus. Die Wissenschaftler:innen sehen darin eine Bestätigung, dass gleichzeitig mit standardisierten Verpackungen das vollständige Branding entfernt und stärkere Warnhinweise eingeführt werden sollten. (Originalarbeit)

Übersichtsarbeiten: Dampfen und Lungenkrebs

Irische Forschende fassen aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse zum Zusammenhang zwischen E-Zigarettenkonsum und Lungenkrebs zusammen. Das Ergebnis: Es gibt Grund zur Besorgnis hinsichtlich der potenziellen Onkogenität von E-Zigaretten und E-Liquids. Durch die Verzögerungszeiten vermuten die Autor:innen erhebliche Auswirkungen des Konsums von E-Zigaretten auf die öffentliche Gesundheit und raten zu strengeren Kontrollen und Regulierungen von elektronischen Produkten. (Originalarbeit)
Zu einem ähnlichen Ergebnis kommt die Übersichtsarbeit eines kanadischen Teams: In ihrer Zusammenfassung der biologischen Effekte der Aerosole aus elektronischen Zigaretten kommen sie zu dem Schluss, dass diese Produkte nicht harmlos sind. In weiteren Studien sollten die Auswirkung der unterschiedlichen Inhaltsstoffe auf den Körper bewertet werden. (Medical Tribune)


Cochrane Review: Nichtrauchen und mentale Gesundheit
Ein neuer Cochrane Review zum Einfluss der Rauchentwöhnung auf die psychische Gesundheit zeigt, dass der Entschluss, mit dem Rauchen aufzuhören, Ängste, Depressionen und Stress verringert. Ein weiteres Ergebnis ist, dass die Sorge von Rauchenden unbegründet ist, mit einem Rauchstopp soziale Beziehungen zu belasten. Es berichtete Spektrum.

Zigarettenrauchen mit Risikobiomarkern für Alzheimer assoziiert
Ein Team der Wenzhou Medical University untersuchte molekulare Biomarker rauchender und nichtrauchender Männer. Das Ergebnis: Die Werte für verschiedene Alzheimer-Biomarker waren bei Rauchenden deutlich erhöht. Es besteht demnach ein Zusammenhang zwischen Zigarettenkonsum und neurodegenerativen Erkrankungen auf molekularer Ebene. (Medical Tribune, Originalarbeit)

Weitere News – national
Weltkrebstag: Risikofaktor Rauchen
Zum Weltkrebstag am 4. Februar wurde auch Tabakkonsum, als vermeidbarer Risikofaktor für verschiedene Krebsarten, thematisiert: Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) und die Drogenbeauftrage der Bundesregierung, Daniela Ludwig (CSU), setzen den Schwerpunkt auf den Rauchstopp: langjährige Rauchende sollen beim Aufhören stärker unterstützt werden (Aertzeblatt, idw).

Statistisches Bundesamt: Absatz von Feinschnitt und Pfeifentabak 2020 deutlich gestiegen
Während der Zigarettenabsatz um 1,1 % sank, nahm der Absatz anderer Tabakprodukte z.T. deutlich zu: Pfeifentabak (44,3 %), Feinschnitt (10,6 %), Zigarren und Zigarillos (3,7 %). Insgesamt wurden 2020 für Tabakwaren 1,4 Milliarden Euro mehr versteuert als im Vorjahr. Für den stark erhöhten Absatz von Pfeifentabak sind Wasserpfeifentabak und Tabakprodukte für elektrische Erhitzer verantwortlich. (destatis)

Mangelhaft gekennzeichnet: Liquids von E-Zigaretten
Das baden-württembergische Umweltministerium stellt im Bericht der Marktüberwachung zur Chemikaliensicherheit fest, dass bei 42 von 49 überprüften Produkten mindestens ein Mangel in der Kennzeichnung der Inhaltstoffe der Liquids festgestellt wurde. Am häufigsten wurde die Lesbarkeit von Etiketten sowie fehlende Sicherheitshinweise bemängelt. (Aerzteblatt)

Neues Präparat zur Rauchentwöhnung: Asmoken
Seit Dezember ist ein neues Präparat zur Rauchentwöhnung und Verminderung des Verlangens nach Nikotin auf dem deutschen Markt erhältlich. Das Medikament trägt den Namen Asmoken und enthält den Wirkstoff Cytisin. Es ist in Tablettenform erhältlich. (Gelbe Liste, Pharmazeutische Zeitung)

Weitere News – international
Weltnichtrauchertag 2021: Commit to quit
Die diesjährige Kampagne zum Weltnichtrauchertag steht unter dem Motto „Commit to quit“. Ziel ist es, Rauchende zum Rauchstopp zu motivieren. Die WHO hat dafür verschiedene Tools entwickelt, unter anderem eine virtuelle Assistentin namens Florence. (WHO, Aerztezeitung)
Informationen und Materialen zum Weltnichtrauchertag in Deutschland sind ab Anfang bis Mitte April auf der ABNR-Homepage zu finden: https://www.abnr.de/weltnichtrauchertag/


WHO: Schäden durch Tabakkonsum & Passivrauchen in Schwangerschaft und Kindheit
Ein neuer Bericht der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zu Tabakkontrolle zur Verbesserung der Gesundheit und Entwicklung von Kindern zeigt erneut, wie schwerwiegend die Exposition gegenüber Tabakrauch von der Empfängnis bis ins Jugendalter die Gesundheit von Kindern und Jugendlichen beeinflusst. Als Konsequenz werden vor allem politische Entscheidungsträger:innen aufgefordert, stärkere Tabakkontrollmaßnahmen einzuführen: Verbot von Tabakwerbung, Einführung von 100 % rauchfreien Umgebungen und Erhöhung der Tabaksteuer. (WHO)


UN-Kinderrechtskomitee – Unfairtobacco und weitere Organisation beziehen Stellung
Im Anschluss an eine Anhörung des UN-Kinderrechtskomitees zur Lage der Kinderrechte in Deutschland, verfasste die Organisation Unfaitobacco gemeinsam mit 17 weiteren Organisationen Forderungen, um Kinderrechte in Bezug auf Rauchen und Tabak in Deutschland stärker umzusetzen. Themen sind dabei unter anderem ein umfangreiches Tabakwerbeverbot, Tabaksteuern und ein wirksames Lieferkettengesetz. (Unfairtobacco)


Veranstaltungshinweis: Webinarreihe zur WCTOH im Mai 2021
Im Rahmen der 18. World Conference on Tobacco or Health 2021 wird am 6. und 7. Mai eine Reihe frei zugänglicher Webinare veranstaltet. Unter dem Motto „Navigating Change“ – Wandel navigieren – wird die sich wandelnde politische, wirtschaftliche und soziale Landschaft der Tabakkontrolle thematisiert. Mehr Infos dazu hier.


Influencer:innen als Sprachrohr für Tabakunternehmen
Wie das Portal The Bureau of Investigative Journalism berichtet, sind die Werbetaktiken der Tabakunternehmen für neuartige Tabakprodukte bekannt: Das Promoten eines coolen Image, Sponsoring von Veranstaltungen und das kostenlose Verteilen von Proben. Auch dass Influencer:innen für Werbung bezahlt werden, ist nicht neu. Werbung in sozialen Medien spricht insbesondere Jugendliche und junge Erwachsene an. Mit einer 1 Milliarde £-Kampagne in den sozialen Medien hat es British American Tobacco (BAT) laut The Guardian besonders auf neue Nikotinkonsumierende abgesehen.
Passend dazu zeigt die Studie eines Forschendenteams aus den USA, dass bereits die simple Verwendung eines Hashtags wie #ad oder #sponsored Verbraucher, vor allem jungen Erwachsenen, bei der Bewertung der Glaubwürdigkeit der Posts von Influener:innen helfen kann. Die Autorenschaft fordert deshalb eine Art von Offenlegung von Posts der Tabak-Influencer:innen.


Belastung der Umwelt durch E-Zigaretten - Hersteller zum Handeln aufgefordert
E-Zigaretten jeglicher Form erzeugen große Mengen an Gift- und Plastikmüll und belasten die Umwelt. Zudem weiß fast die Hälfte der befragten Jugendlichen nicht, was sie mit gebrauchten E-Zigaretten-Pods und Einweggeräten machen sollen. Laut Truthinitative.org versäumen es die Hersteller von E-Zigaretten, den Verbraucher:innen eine Anleitung zu geben - oder gar die Verantwortung für angemessene Entsorgungsmethoden zu übernehmen.


Impressum

Aktionsbündnis Nichtrauchen e.V. (ABNR)
Geschäftsstelle Bonn

Kontakt: Inga Jesinghaus, Geschäftsführerin • jesinghaus@abnr.de

c/o Stiftung Deutsche Krebshilfe
Buschstr. 32 • 53113 Bonn

Telefon +49 (0) 228 72990 610

www.abnr.de

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